Die Lösung ist umstritten

Lehrer-Kritik: "Nicht sitzenbleiben" der falsche Weg für Schüler in BaWü?

  • schließen

In Baden-Württemberg beeinflusst das Coronavirus Schüler massiv. Jetzt soll aufgrund des Unterrichtsausfalls kein Schüler sitzen bleiben. Dafür hagelt es nun Kritik. 

  • Das Coronavirus stellt den Schulalltag in Baden-Württemberg auf den Kopf. 
  • Gymnasiallehrer kritisieren, dass Schüler pauschal eine Klasse weiterkommen sollen. 
  • Das habe später Konsequenzen. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lehrer kritisieren "Nicht-Sitzenbleiben" 

Die Gymnasiallehrer im Südwesten sehen eine grundsätzliche Versetzung von Schülern in das nächste Schuljahr kritisch. "Wenn alle Schüler versetzt werden, kommt das dicke Ende eben im nächsten Jahr", sagte Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg. 

Angesichts der angespannten Situation und der weiteren Ausbreitung des Coronavirus sollen zwar keinem Schüler Nachteile entstehen, "Aber von vornherein zu sagen, dass kein Schüler sitzenbleiben dürfe, finde ich nicht angemessen. Jedenfalls nicht im Gymnasium."

Viele Schüler büffeln zurzeit zuhause. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schulen suchen noch nach Lösung

Das Kultusministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass alle Schüler grundsätzlich in das nächste Schuljahr versetzt werden sollen. Grund sei, dass die Versetzungsentscheidung auf Grundlage der Noten im Jahreszeugnis getroffen würden. 

Die Bewertung von Schülerleistungen sei in den vergangenen Wochen aber ausgesetzt gewesen und auch in der kommenden Zeit nur sehr stark eingeschränkt möglich.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Keine Bewertung ohne Unterricht möglich

Der Landeselternbeirat begrüßte die Entscheidung. "Schülerinnen und Schüler sollen durch die aktuelle Situation keine Nachteile haben", sagte Verbandschef Carsten Rees. 

Es sei nicht zu verantworten, Schüler ohne solide Leistungsbewertung sitzenzulassen. "Man kann sich doch nicht ehrlich hinstellen und Bewertungen abgeben wollen über Unterricht, der nicht stattgefunden hat."

Inzwischen greifen wiederum neue Maßnahmen: Ministerpräsident Kretschmann verkündete in der Pressekonferenz um 12 Uhr, dass ab 27. April beim Einkaufen und im öffentlichen Personenverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckungen Pflicht ist. Dieser kann ganz einfach selbst genäht werden. 

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pixabay

Das könnte Sie auch interessieren