Therapie gegen Covid-19 entdeckt?

Covid-19-Antikörper-Therapie: Deshalb sind Blutspenden jetzt so wichtig

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Erste Coronavirus-Patienten werden mit Covid-19-Antikörpern behandelt. Voraussetzung ist eine hohe Blutspende-Bereitschaft.

  •  Auf der ganzen Welt wird auf Hochtouren nach einer geeigneten Therapieform gegen die Covid-19-Viren geforscht.
  • Am Universitätsspital in Basel ist jetzt eine Covid-19-Antikörper-Therapie gestartet, wo kranken Patienten Abwehrstoffe in einer Transfusion verabreicht werden.
  • In Baden-Württemberg gibt es aktuell eine hohe Blutspende-Bereitschaft bei genesenen Coronavirus-Patienten.

Blutplasma-Spenden: Hier kann das Blut gespendet werden

Update vom 16. April, 14:45 Uhr: Weltweit wird nach möglichen Therapieformen im Kampf gegen das Coronavirus geforscht. Ein Ansatz sind Antikörper, welche aus dem Blut genesener Covid-19-Patienten extrahiert werden. Voraussetzung für diesen vielversprechenden Therapieansatz sind Blutspender, die bereits an Covid-19 erkrankt waren und jetzt genesen sind. Hintergrund: Diese Patientengruppe trägt noch die Antikörper im Blut, die der Körper gegen den SARS-CoV-2-Erreger gebildet hat.

Jeder - auf den diese Voraussetzung zutrifft - kann sein Blut im Heidelberger Blutplasma-Labor Biomex spenden und damit einen wichtigen Teil zur Forschung beitragen. Denn gerade wenn mehr erkrankten Corona-Patienten Antikörper zugeführt werden sollten, ist eine hohe Blutspende-Bereitschaft dringend notwendig. Und auch in der Impfstoff-Forschung sind diese Corona-Antikörper unerlässlich. Das Blutplasma-Labor in Heidelberg ist unter der Telefonnummer 06221/89466960 zu erreichen.

Antikörper-Therapie in Baden-Württemberg: Hohes Interesse an Blutplasma-Spenden

Update vom 16. April, 10 Uhr: Aus dem Blut genesener Coronavirus-Patienten in Baden-Württemberg Antikörper gewinnen, die akut erkrankten Menschen zugeführt werden - das ist ein möglicher Covid-19-Therapieansatz, den Forscher aus Basel aktuell verfolgen. Ziel ist es, die Covid-19-Infektion durch die zugeführten Antikörper zu bekämpfen. Voraussetzung für eines solche Antikörper-Therapie - die auch passive Immunisierung genannt wird - sind allerdings genesene Covid-19-Patienten, die bereit sind, Blut zu spenden, um daraus die dafür notwendigen Coronavirus-Antikörper zu extrahieren.

dpa-Berichten zufolge, ist die Blutspende-Bereitschaft groß. Grund: Mehr als 300 an Covid-19 erkrankte - bereits genesene - Menschen haben sich bei der Heidelberger Firma Biomex gemeldet, um Blutplasma für die Corona-Forschung zu spenden. "Das ist eine prima Resonanz", erklärt Biomex-Geschäftsführer Oliver Bosnjak. Denn neben dem Universitätsspital in Basel (Schweiz) forschen auch viele andere Institutionen an einer geeigneten Coronavirus-Therapie. Die passive Immunisierung ist dabei ein wichtiger Hoffnungsträger der Forscher.

Blutplasma-Spenden: Ist damit ein Ende der Coronavirus-Beschränkungen denkbar?

Da stellt sich die Frage: Könnten viele Blutplasma-Spenden von genesenen Covid-19-Patienten ein Ende der Coronavirus-Maßnahmen in Baden-Württemberg bedeuten? Fakt ist: Die Blut-Spenden zeigen die Immunitätsrate, also die Zahl an geheilten Corona-Patienten, auf. Denn aktuell gibt es für bereits genesene Coronavirus-Patienten noch keine Meldepflicht.

Blutplasma: Antikörper im Blut genesener Coronavirus-Patienten könnten der Schlüssel zu einer wirksamen Therapie sein.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Blutspenden von geheilten Covid-19-Patienten weiterhin dringend gebraucht werden. Einerseits für die Therapie, andererseits für einen Test auf Immunität gegen das Coronavirus, der in den kommenden Wochen noch entwickelt werden soll. Und auch bei der Impfstoff-Forschung spielt das Blut-Plasma - laut Bosnjak - eine zentrale Rolle.

Coronavirus/Basel: Universitätsspital startet Therapie mit Covid-19-Antikörper

Erstmeldung vom 2. April: Mehr als 14.000 Menschen (Stand: 2. April) sind in Baden-Württemberg mit Covid-19 infiziert - Tendenz steigend. Und auch die Zahl der Todesfälle nimmt rapide an Fahrt auf und liegt aktuell bei 239 bestätigten Fällen im Land. Unlängst suchen Experten nach geeigneten Therapiemethoden, um die Lungenkrankheit gezielt heilen zu können. Denn nach wie vor können nur die Symptome einer Coronavirus-Infektion behandelt werden, nicht aber die Ursache. Das könnte sich jetzt ändern. Grund: Am Universitätsspital Basel ist erstmals eine Covid-19-Antikörper-Therapie an zwei Patienten getestet worden.

Coronavirus/Basel: Antikörper-Therapie gegen Covid-19 

Bei dieser Therapieform wird einem Patienten Blutplasma von einem bereits genesenen Covid-19-Erkrankten verabreicht. Hintergrund: Im Plasma des gesunden Patienten finden sich Abwehrstoffe, die der Körper gegen die Corona-Viren gebildet hat. Somit werden dem kranken Patienten Teile der Covid-19-Antikörper von außen zugeführt, die anschließend die Corona-Viren im Körper der noch kranken Person bekämpfen sollen. Dieses Verfahren wird auch passive Immunisierung genannt, da der Körper des Erkrankten vorerst keine eigene Immunisierung aufbaut, sondern von fremden Antikörpern von außen gezielt gegen einen Erreger unterstützt wird.

Coronavirus/Basel: Therapie mit Covid-19-Antikörpern: Das ist die Voraussetzung

Mit dieser bekannten Form der Immunisierung besteht die Hoffnung, dass bei kranken Patienten die schwere der Krankheit gemildert und die Dauer verkürzt wird. Voraussetzung für die Bluttransfusion ist eine Blutspender-Verträglichkeit zwischen Spender und Empfänger. Sollte die Therapie große Erfolge verbuchen, wäre daher eine große Blutspende-Bereitschaft von bereits genesenen Coronavirus-Patienten notwendig. Grund: Die ist Voraussetzung für eine passive Immunisierung, die letztlich ähnlich einer Bluttransfusion ist. Zuvor hatte der SWR über die Covid-19-Antikörper-Therapie berichtet.

Neben der bekannten Impfung gibt es auch die passive Immunisierung, wo dem Patienten Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger verabreicht werden.

Auch nach Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus wird derzeit auf hochtouren geforscht. Mediziner aus Tübingen haben vielleicht ein wirksames Medikament gegen Covid-19 gefunden. Erste Patienten in werden bereits damit behandelt. Aber auch das sind - genau wie in Basel - erstmal nur Testversuche, da bisher keine Therapie nachweislich gegen das Coronavirus gezielt hilft. Auch die Ausmaße der Pandemie lassen sich nur schwer einschätzen. Eine SWR-Statistik auf echo24.de gibt allerdings eine erste Prognose - und die sieht zum Teil düster aus.

Coronavirus/Basel: Therapien gegen Covid-19 - und ein Impfstoff?

Auch Im Netzt geht es aufgrund möglicher Coronavirus-Therapien heiß her. Aktuell wird sogar schon über eine Impfpflicht in Deutschland spekuliert. Ist an dieser Geschichte tatsächlich was dran? echo24.de forscht nach und stellt erstaunliches fest. Ein Meilenstein in der Impfstoff-Forschung gelingt derweil der Biotechfirma CureVac in Tübingen. Dort Forschen Experten auf Grundlage der Messenger-RNA an einem Corona-Impfstoff und planen bald eine klinische Studie zum Coronavirus am Menschen - es fehlt noch die behördliche Genehmigung.   

Rubriklistenbild: © dpa/Bernd von Jutrczenka -- neues Artikelbild

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