Mit Lebensmittel-Lieferungen

Diese Auswanderin aus Neckarsulm hilft Südafrikanern im Corona-Chaos 

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Auswanderin Silke Rylands aus Neckarsulm hilft mit ihrem Verein Ubuntu Charity bedürftigen Südafrikanern in der Corona-Krise.

  • Südafrika verhängt wegen der Coronavirus-Pandemie knallharten Lockdown.
  • Zig arme Menschen in Südafrika verlieren dadurch ihre Jobs und jegliches Einkommen.
  • Auswanderin aus Neckarsulm hilft mit ihrem Verein Ubuntu Charity.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde das öffentliche Leben in Deutschland auf ein Minimum heruntergefahren. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Lockerungen, die den Menschen unter strengen Hygiene-Auflagen ein gewisses Mindest-Miteinander ermöglicht. Nicht so in anderen Ländern. Besonders drastisch sind die Maßnahmen in Südafrika, das als Corona-Hotspot des Kontinents gilt. Mit nunmehr über 70.000 Covid-19-Infizierten und fast 1.500 Todesfällen.

Silke Rylands ist vor vier Jahren von Neckarsulm nach Südafrika ausgewandert. Mit dem Ziel: den ärmsten Menschen zu helfen. Dafür hat sie Ubuntu Charity gegründet, einen in Deutschland eingetragenen gemeinnützigen Verein, der Menschen im Township Imizamo Yethu in Kapstadt mit Essen, Bildung und Sachspenden unterstützt. Bis das Coronavirus kam und das Land daraufhin den Lockdown verhängte. Rylands: "Südafrika hatte etwa zwei Monate lang eine der härtesten Ausgangssperren der Welt, deren Einhaltung strengstens vom Militär überwacht wurde."

Coronavirus: Lockdown trifft Menschen in Südafrika hart

Das Problem: Viele Menschen in Südafrika, die schon zuvor von der Hand in den Mund gelebt haben, haben durch den Lockdown ihre Jobs und somit jegliches Einkommen verloren. Auswanderin Silke Rylands beschreibt gegenüber echo24.de die Situation: "Die Wirtschaft hat leider in den letzten Wochen sehr viel Schaden erlitten, und viele Jobs sind somit leider dauerhaft verloren." Zwar gebe es eine soziale Absicherung vom Staat - allerdings reiche diese nicht einmal aus, um die nötigsten Lebensmittel zu kaufen. "Und bisher wurden kaum Auszahlungen an die Bürger getätigt, was bedeutet, dass viele Menschen gar nichts haben und dringend auf Hilfe angewiesen sind."

Da kommt die Neckarsulmer Auswanderin Silke Rylands mit ihrem Verein ins Spiel: Da wegen des Lockdowns in Südafrika alle normalen Aktivitäten von Ubuntu Charity pausieren müssen, beschließt sie, Menschen in Not mit Lebensmitteln zu helfen. Rylands findet einen Lieferanten, der normalerweise Restaurants mit unverderblichen Lebensmitteln beliefert. Bei ihm kann der Verein zu günstigen Preisen große Mengen einkaufen. Mittlerweile fährt Rylands auch jede Woche nach Philippi, einen Stadtteil am Rande Kapstadts, der für seine Landwirtschaft bekannt ist. "Viele der kleineren Farmen haben Probleme ihre frischen Produkte zu verkaufen, da ihre Abnehmer weggefallen sind. Somit helfen wir auch dem Farmer vor Ort, sein Geschäft weiterzuführen."

Jede Woche fährt Südafrika-Auswanderin Silke Rylands aus Neckarsulm nach Philippi, um bei Farmern einzukaufen.

Coronavirus: Südafrika-Auswanderin aus Neckarsulm verteilt Lebensmittel

Die Verteilung der von Ubuntu Charity zur Verfügung gestellten Lebensmittel übernimmt zunächst die Polizei. Bis sie das Gesundheitsministeriums zu Covid-19-Screenings begleiten muss. Daraufhin besorgt sich Silke Rylands aus Neckarsulm eine Sondergenehmigung, um selbst tätig werden zu dürfen. Mit anfänglich chaotischen Folgen - trotz Sicherheitspersonals bei der Ausgabe: "Obwohl wir nur 30 Leuten Bescheid gesagt haben, waren plötzlich knapp 2.000 Menschen da, um etwas zu Essen zu bekommen." Rylands ist es dabei etwas mulmig geworden - denn: "Es ist ja nicht Sinn der Sache, während einer Pandemie Menschenmassen zu kreieren."

Die Menschen in Südafrika freuen sich über die von Ubuntu Charity verteilten Lebensmittel.

Nun hat der Verein ein gut funktionierendes System gefunden: Südafrika-Auswanderin Silke Rylands druckt jede Woche nummerierte Tickets aus. Die werden dann verschiedenen Helfern gegeben, die sie wiederum an Hilfsbedürftige vergeben. "Es gibt jetzt auch ein System, damit nicht immer die Gleichen etwas bekommen und andere nichts." Um allerdings die Versorgung weiterführen zu können, ist Ubuntu Charity dringend auf Spenden angewiesen. Weitere Infos dazu gibt es auf www.ubuntu-charity.de und www.facebook.com/UbuntuCharityeV

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