Noch unterschiedliche Vorgehensweisen

Ausnahmen von der Maskenpflicht: Das müssen Betroffene beim Einkauf in Heilbronn beachten

  • Olaf Kubasik
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Beim Einkauf in Baden-Württemberg gilt jetzt wegen des Coronavirus die Maskenpflicht. Doch es gibt Ausnahmen, auf die Kaufland und Edeka noch unterschiedlich reagieren.

  • Seit Montag gilt wegen des Coronavirus die Maskenpflicht in Baden-Württemberg.
  • Maskenpflicht gilt beim Einkauf und im öffentlichen Personennahverkehr - aber nicht für alle. 
  • Bei Kaufland und Edeka im Raum Heilbronn wird noch unterschiedlich auf die Ausnahmen reagiert.

Coronavirus: Maskenpflicht in Baden-Württemberg gilt nicht für jeden Menschen

Update vom 28. April: Beim Einkauf und im öffentlichen Personennahverkehr gilt in Baden-Württemberg wegen der Coronavirus-Pandemie seit Montag, 27. April, die Maskenpflicht. Und ab dem 4. Mai drohen Bürgern bei Verstößen auch Bußgelder. Doch es gibt Ausnahmen von der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Darauf weist das Land Baden-Württemberg ausdrücklich hin.

Auf der Homepage des Landes Baden-Württemberg steht, dass für Kinder unter sechs Jahren die Maskenpflicht nicht gilt. Ebenso wenig für Menschen, denen "aus medizinischen oder sonstigen zwingenden Gründen" das Tragen eines Mundschutzes nicht zugemutet werden kann. Asthmatikern zum Beispiel. Oder Personen, denen "es aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht möglich ist". Aber wie können die "oben ohne" einkaufen gehen, wenn die Maskenpflicht kontrolliert wird?

Maskenpflicht-Ausnahmen: Kaufland und Edeka im Raum Heilbronn reagieren unterschiedlich

Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe in Neckarsulm bei Heilbronn gehört, teilt auf echo24.de-Anfrage dazu nur mit: "Um die Verbreitungsrate zu reduzieren und die Gesundheit unserer Kunden in den Filialen zu schützen, weisen wir die Kunden, die keinen Mundschutz tragen, freundlich auf die Verordnung hin. Wir bitten sie um Verständnis, dass das Tragen einer entsprechenden Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend für den Aufenthalt in Einzelhandelsgeschäften ist."

Bei Edeka Ueltzhöfer in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Ellhofen, Neuenstadt und Oedheim wird das anders gehandhabt. Nach "Abstimmung mit dem Verband" erklärt Inhaber Steffen Ueltzhöfer: "Menschen, die aus medizinischen und nicht offensichtlich erkennbaren Gründen keine Maske tragen dürfen, müssen bei einer Kontrolle einen Nachweis erbringen - zum Beispiel durch eine ärztliche Bescheinigung." Aldi Süd hingegen hat auf die echo24.de-Anfrage bislang noch nicht geantwortet.

Maskenpflicht beim Einkauf in Heilbronn: So kontrollieren Kaufland, Lidl, Aldi und Edeka

Erstmeldung vom 27. April: Seit diesem Montag, 27. April, gilt wegen des Coronavirus beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr die Maskenpflicht in Baden-Württemberg. Dabei ist es egal, ob der Mundschutz ein professioneller, ein selbstgenähter oder einfach nur ein Tuch oder ein Schal ist. Doch Vorsicht: Das Tragen einer Maske gilt nicht nur in Bus und Bahn, sondern auch schon an Haltestellen und Bahnsteigen. Pflicht ist eine Maske ebenfalls bei Taxifahrten oder organisierten Fahrgemeinschaften. 

Doch wie gehen die großen Lebensmittelmärkte wie Kaufland, Aldi, Lidl und Co. beim Überprüfen der Maskenpflicht vor? Bei Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe in Neckarsulm bei Heilbronn gehören, sind die Verkäufer und das Personal dazu angehalten, die Kunden auf die Maskenpflicht hinzuweisen. Die Mitarbeiterin eines Lidl-Marktes in Heilbronn berichtet gegenüber echo24.de, dass das bislang reibungslos ablaufe. Nur: "Beim Einräumen der Waren kommen wir selbst unter den Masken ganz schön ins Schwitzen."

Coronavirus: Personal von Aldi, Lidl und Kaufland kontrolliert Mundschutzpflicht

Bei Aldi, wo im Gegensatz zu Kaufland und Lidl bereits länger das Mitführen eines Einkaufswagens Pflicht im Markt ist, gilt im Bezug auf die Mundschutz-Einhaltung das gleiche Prinzip. Selbst ist der Kunde - und wenn nicht, dann erfolgt der Hinweis. DENN: ohne Maske kein Einkauf. Und das Aldi-Personal setzt das freundlich, aber bestimmt um.

In den Lebensmittelmärkten in Baden-Württemberg darf jetzt nur noch mit Mundschutz eingekauft werden.

Als eine Frau am Montagmorgen beim Bezahlen des Einkaufs an der Kasse ganz kurz ihren Mundschutz herunterzieht, erklärt ihr die Aldi-Verkäuferin: "Wir zwei haben hier ganz engen Kontakt, bitte ziehen Sie deshalb Ihre Maske sofort wieder hoch. Wir sollten jetzt alle etwas achtsamer miteinander umgehen." Die Kundin spurt bei diesen Worten der Aldi-Mitarbeiterin umgehend. 

Edeka Ueltzhöfer in der Region Heilbronn: Schutzmasken für Kunden organisiert

Anders als bei Aldi, Lidl und Kaufland ist hingegen die Maskenschutz-Vorgehensweise bei Edeka Ueltzhöfer. Steffen Ueltzhöfer, der Inhaber von fünf Märkten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Ellhofen, Neuenstadt und Oedheim ist, hat zuvor schon "alle erdenklichen Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden" angewendet. Nun justiert er zur Einführung der Maskenpflicht weiter an den Vorkehrungen zum Schutz vor dem Coronavirus.

Dazu zählt der erneute Einsatz von Security genauso wie "eine neue Gestaltung des Eingangsbereichs mit aktueller Beschilderung". Aber Steffen Ueltzhöfer bietet seinen Kunden auch noch einen besonderen Service in seinen Edeka-Märkten an: "Für die ersten Tage haben wir Masken für diejenigen organisiert, die noch keine haben - und wir verkaufen zudem Textilmasken aus der Region." Wer keine Maske mehr ergattert, kann mit ein paar Tipps diese aber auch ganz einfach selbst nähen.

Zum 1. November 2020 will Lidl diese Dienstleistung einstellen.

Rubriklistenbild: © Kaufland/dpa/Kubasik/Collage: kub

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