Schrittweise Rückkehr in die Normalität?

Leopoldina-Experten zur Corona-Krise: So könnte der Exit-Plan aussehen

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Das Coronavirus lähmt den Alltag in Deutschland und Baden-Württemberg. Experten der Leopoldina haben  Vorschläge gemacht, wie ein Exit-Plan und eine Rückkehr in die Normalität aussehen können.

  • Das Coronavirus verändert den Alltag in Deutschland weiterhin massiv.
  • Experten der Leopoldina empfehlen erste Schritte zur Rückkehr in Normalität während der Krise.
  • Kanzlerin Merkel berät morgen mit den Länderchefs weiteres Vorgehen in der Corona-Krise.

Restaurants, Kinos, die meisten Geschäfte, Schulen... nahezu alle Einrichtungen sind wegen des grassierenden Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit - zumindest vorübergehend - geschlossen. Auch über das lange Osterwochenende ist die Zahl der mit Sars-CoV-2 Infizierten weiter angestiegen.

Viele Menschen fragen sich: Wie lange geht das noch so weiter? Und: Wann wird eine langsame Rückkehr zur Normalität endlich möglich sein? Denn klar ist: Je länger die Corona-Regeln gelten, desto größer wird der wirtschaftliche Schaden sein.In  der Corona-Krise muss eine Exit-Strategie her! Schon jetzt bangen viele Händler und Unternehmer in Heilbronn und der Region wegen Covid-19 um ihre Existenz.

Leopoldina zu Coronavirus-Krise: Lockerung der Maßnahmen nur bei Stabilisierung der Infektionen

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina hat nun eine weitere Ad-hoc-Stellungnahme zum Coronavirus veröffentlicht, in der sie, vor dem Hintergrund der psychologischen, sozialen, rechtlichen, pädagogischen und wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie Vorschläge macht, wie zumindest eine schrittweise Rückkehr zum gewohnten Alltag erfolgen kann und wie eine Exit-Strategie ablaufen könnte. Ganz klar ist aber: Eine Lockerung der Verordnungen kommt nur infrage, wenn sich die Zahl der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 auf einem niedrigen Niveau stabilisiert.

Die Leopoldina hat sich nun zu den möglichen Lockerungen der Regeln in der Coronavirus-Krise geäußert und Empfehlungen zu unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens gegeben im Rahmen eines möglichen Exit-Plans gegeben.

Leopoldina-Experten zum weiteren Vorgehen in Corona-Krise: Die wichtigsten Punkte im Überblick

  •  In Schulen soll der Unterricht in Baden-Württemberg schrittweise so schnell wie möglich wieder weitergehen. Dabei sollen die Klassenverbände möglichst klein gehalten werden, sodass der Sicherheitsabstand unter den Schülern gewährleistet ist. Vor allem sollen, laut Leopoldina-Experten, Schüler der jüngeren Klassenstufen, in Grundschulen und der Sekundarstufe I wieder in die Schule zurückkehren, da diese mehr Unterstützung beim Lernen brauchen als ältere Schüler. Wie es nach den Osterferien in den Schulen weitergeht, dieses Thema erhitzt derzeit die Gemüter. Ein Experte hat unter anderem vorgeschlagen, dass schlechte Schüler das laufende Schuljahr wegen des Coronavirus am besten gleich komplett wiederholen sollen.
Schon vor den Osterferien war der Unterricht an Schulen ausgesetzt. Nach Empfehlungen der Leopoldina-Experten soll sich das möglichst bald ändern.
  • In Kindergärten und Kitas soll der Notbetrieb in Baden-Württemberg noch bis zu den Sommerferien aufrechterhalten bleiben. Schließlich hätten kleine Kinder Schwierigkeiten, die strengen Hygiene- und Distanzregeln einzuhalten.
  • Vor allem im öffentlichen Personennahverkehr, in Bussen und Bahnen, sollen die Menschen laut Leopoldina-Experten Mund und Nasen mit Masken bedecken, um so der Auswirkung des Sars-CoV-2-Virus entgegenzuwirken. Dies könne über Monate ein öffentlicher Standard werden.

  • Laut Leopoldina-Empfehlungen sollen auch Gastronomie, Einzelhandel und Behörden in Baden-Württemberg bald wieder schrittweise öffnen.
  • Beim Beachten der Schutzmaßnahmen sollen auch dienstliche und private Reisen wieder möglich sein.
  • In der Coronavirus-Krise soll die Regierung nach den Leopoldina-Experten durch Mittel wie Steuererleichterungen, Rettungspakete und Kurzarbeit die Wirtschaft stabilisieren, um Arbeitsplätze zu sichern und Insolvenzen zu verhindern.
  • Für die digitale Infrastruktur, das Gesundheitswesen und den Klimaschutz sind in der Covid-19-Krise zusätzliche finanzielle Mittel notwendig.
  • Die Politik soll baldmöglichst einen realistischen Zeitplan zur Lockerung der Coronavirus-Regeln vorlegen, damit die Menschen wieder eine Perspektive haben und beruflich wie privat planen können.

Corona-Krise: Bund und Länder beraten am Mittwoch mögliche Lockerungen der Maßnahmen

Die genannten Leopoldina-Experten-Tipps sind bislang noch nicht rechtskräftig, letztendlich liegt die Entscheidung über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise bei der Politik. Laut ZDF sollen die Empfehlungen der Leopoldina-Experten allerdings zur Grundlage der Exit-Strategie der Deutschen Bundesregierung werden. Am morgigen Mittwoch möchte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise beraten und möglicherweise einen Exit-Plan oder zumindest weitere Lockerungen bekanntgeben.

Am 15. April wollen Bund und Länder über eine Lockerung der Corona-Maßnahmen diskutieren.

Rubriklistenbild: © Foto: Kay Nietfeld/dpa

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