Bundesagentur für Arbeit verringert Lohnausfälle

Kurzarbeit in Corona-Krise: Wie viel Gehalt bleibt für mich übrig? 

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Hier gibt's die wichtigsten Infos zum Lohn in Zeiten der Kurzarbeit.

  • Betriebe in Baden-Württemberg stellen als Reaktion auf das Coronavirus auf Kurzarbeit um.
  • Das hat Folgen für die Arbeitszeit und das Gehalt der Beschäftigten.
  • Die wichtigsten Infos zum Gehalt in Zeiten der Kurzarbeit.

Viele Betriebe des Einzelhandels mussten per Verordnung schließen, damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet. Restaurants, Bars und Clubs können ihren Geschäften nicht mehr nachgehen. Folge: Die Einkünfte vieler Gewerbetreibender brechen drastisch ein, sinken teilweise gar bis auf null. Laut einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) fürchtet jedes fünfte Unternehmen die Insolvenz infolge von Sars-CoV-2.

Um sich wirtschaftlich durch die Krise zu retten, reagieren viele Betriebe. Heilbronner Club-Betreiber haben für ihre Mitarbeiter etwa Kurzarbeitergeld beantragt. Und auch der Auto-Konzern Daimler in Stuttgart hat seine Produktion heruntergefahren. Die Mitarbeiter sollen während der Corona-Krise zunächst ab Montag, 6. April, lediglich im Kurzarbeit-Modus beschäftigt werden. Die Kurzarbeit bei Daimler in Stuttgart soll zunächst zwei Wochen dauern. Allein in der vergangenen Woche sind bei allen Arbeitsagenturen in Deutschland mehr als 76.000 Anträge für Kurzarbeit eingegangen, berichten die Badischen Neuen Neuesten Nachrichten. In Sachen Kurzarbeit muss sich der Arbeitnehmer um nichts kümmern, alle erforderlichen Verwaltungsaufgaben übernimmt in diesem Fall der Arbeitgeber. Und auch im Audi-Werk in Neckarsulm herrscht derzeit, bis mindestens 19. April, die Kurzarbeit. Davon sind mehr als 9.000 Mitarbeiter betroffen.

Kurzarbeit wegen Coronavirus: Agentur für Arbeit bezahlt Teile des fehlenden Gehalts

Wenn ein Betrieb seine Beschäftigten - wie jetzt aufgrund des Coronavirus Sars-CoV-2 und der damit einhergehenden Corona-Wirtschaftskrise und den damit verbundenen Umsatzeinbrüchen - in Kurzarbeit schickt, bedeutet dies, dass die Firmen ihren Angestellten weniger Lohn bezahlen. Eine Reduzierung der zu erbringenden Arbeitszeit auf die Hälfte bedeutet allerdings auch nur die Hälfte des Gehalts seitens des Arbeitgebers.

In den kommenden Wochen müssen sich viele Beschäftigte in Baden-Württemberg auf Kurzarbeit einstellen.

Die Kurzarbeit und das damit verbundene Kurzarbeitergeld sind ein Instrument für Betriebe, um zunächst, in Zeiten einer vermutlich nur zeitlich begrenzten Krise, keine Mitarbeiter entlassen zu müssen - aber Teile der laufenden Kosten zu sparen. Wenn Arbeitnehmer im Kurzarbeit-Modus beschäftigt sind, bekommen sie entsprechend weniger Gehalt. Damit der Ausfall beim Gehalt möglichst gering ausfällt, bezahlt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des bei Kurzarbeit fehlenden Netto-Lohns der Angestellten. Wenn die Beschäftigten Kinder haben, sind es derzeit gar 67 Prozent des entgangenen Netto-Lohns. Wie heidelberg24.de berichtet, bezahlt die Agentur für Arbeit außer dem Gehalt auch die Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten.

Coronavirus: Weniger Gehalt wegen Kurzarbeit für Angestellte

Das bedeutet konkret: Wenn ein Beschäftigter in Baden-Württemberg aufgrund der Kurzarbeit in Zeiten des Coronavirus nur noch vier statt der üblichen fünf Tage pro Woche arbeitet, bezahlt ihm sein Arbeitgeber nur noch 80 Prozent des üblichen Lohns. Von den fehlenden 20 Prozent des Einkommens während der Kurzarbeit in der Corona-Krise deckt die Bundesagentur für Arbeit dann 60 - beziehungsweise 67 Prozent - ab. Bei 500 Euro weniger Netto-Einkommen sind das als Arbeitnehmer ohne Kinder 300 Euro, die man dann als Ausgleich von der Agentur für Arbeit überwiesen bekommt. Der tatsächliche Einkommensausfall beträgt dann lediglich 200 Euro.

Einige Gehaltsrechner im Internet bieten die Möglichkeit, für sich individuell, gemessen am eigenen Gehalt, herauszufinden, wie viel Netto-Gehalt man im Rahmen der Kurzarbeit während der Corona-Krise in Baden-Württemberg bekommt. Dabei muss man den regulären Bruttolohn vor der Kurzarbeit, den reduzierten Bruttolohn im Zuge der Kurzarbeit, die eigene Steuerklasse sowie das Bundesland, in dem man beschäftigt ist, angeben. Möglichkeiten zur Berechnung dieses Lohns im Rahmen der Kurzarbeit gibt es im Internet auf Smart-Rechner.de und bei Nettolohn.de.

Corona-Krise: Zusatzverdienst in Zeit der Kurzarbeit?

Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise suchen manche Betriebe händeringend nach Arbeitskräfte. Landwirte etwa fürchten um Ernteausfälle, da Erntehelfer aus Osteuropa aufgrund des Coronavirus nur eingeschränkt einreisen dürfen. Manche Beschäftigte, die nun aufgrund der Kurzarbeit zusätzliche Arbeitskapazitäten haben, möchten diese Situation nutzen, um zu helfen - und sich etwas dazuzuverdienen. Und das ist möglich: Laut FAZ.net können Kurzarbeiter in dieser außergewöhnlichen Situation sogar bis zu 100 Prozent ihres bisherigen Gehalts dazuverdienen, ohne dass dabei das Kurzarbeitergeld gekürzt wird.

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