Warnung an die Politik

Gaststättenverband Dehoga: Nach Corona-Krise 10.000 Schließungen in Baden-Württemberg

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In der Coronavirus-Krise müssen Gastronomie-Betriebe weiter geschlossen bleiben - ein Dehoga-Sprecher warnt deshalb.

  • Gastronomiebetriebe bleiben wegen des Coronavirus weiterhin geschlossen.
  • Dehoga-Sprecher befürchtet deshalb 10.000 Schließungen in Baden-Württemberg.
  • Rettungsmaßnahmen und Soforthilfen der Politik reichten bei weitem nicht aus.

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Bars oder Discotheken weiterhin geschlossen. Darüber haben am Mittwochabend Bund und Länder informiert, als sie die Beschlüsse zur Fortdauer der Corona-Beschränkungen verkündeten. Zum Leidwesen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Lediglich ein Lieferservice oder das To-Go-Geschäft ist Restaurants nach wie vor erlaubt.

Daniel Ohl, Dehoga-Sprecher Baden-Württemberg, deutet deshalb im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein düsteres Gastro-Szenario an. Indem er darauf verweist, dass von den insgesamt mehr als 30.000 Betrieben in Baden-Württemberg bald jeder dritte schließen könnte - also 10.000. Wenn, ja wenn die Politik kein "umfassendes Rettungspaket" schnürt - wie es auch schon der Heilbronner Einzelhändler Thomas Gauß forderte. Ohl: "Die Gastronomen und Hoteliers sind tief verzweifelt, weil die Politik bei ihren ersten Lockerungen keinerlei Perspektive für die Branche eröffnet hat.“

Corona-Krise: Gastgewerbe kämpft ums nackte Überleben

Das Gastro-Gewerbe sei "bitter enttäuscht", wie Daniel Ohl weiter ausführt. DENN: „Unsere Betriebe waren die ersten, die geschlossen wurden, und sind nun die letzten, die wieder öffnen dürfen." Erschwerend hinzukommt, dass die bisherigen Rettungsmaßnahmen und Soforthilfen bei weitem nicht ausreichen würden: "Der Liquiditätsbedarf zum nackten Überleben liegt über alle Größenklassen hinweg bei ungefähr dem Vierfachen der ausgezahlten Beträge."

Dehoga-Sprecher Daniel Ohl ist aus den genannten Gründen der Auffassung, dass die Politik das Gastgewerbe in Zeiten des Coronavirus am Arm verhungern lasse. Seine Warnung: "Ohne einen umgehenden weiteren Fonds wird Baden-Württemberg die Vielfalt seiner Tourismusbranche verlieren, denn etliche Betriebe werden nach der Schließung nicht wieder öffnen."

Die Inhaber Nanno Smeets (links) und Kersten Knödel stehen in ihrer geschlossenen Stuttgarter Bar "Immer Bier Herzen" hinter dem Tresen.

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Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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