Kontaktverbot soll bis 3. Mai bleiben

Neue Corona-Beschlüsse: Aus für Großveranstaltungen, Geschäfte öffnen langsam wieder

Coronavirus: Heute haben Bund und Länder über Lockerungen in der Corona-Krise beraten. Das hat zu neuen Beschlüssen zum weiteren Vorgehen in Bezug auf Schulen, Wirtschaft und Veranstaltungen geführt.

  • Bund und Länder legen neue Regelungen in Coronavirus-Krise fest.
  • Neue Beschlüsse zu Schulen, Wirtschaft und öffentlichem Leben

Update 15. April, 19 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einer Video-Konferenz am heutigen Mittwochnachmittag mit den Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer beraten, wie es in den kommenden Wochen und Monaten in der Coronavirus-Krise weitergeht. Folgende Schritte, Änderungen und Lockerungen der Coronavirus-Regeln hat die Regierung nun beschlossen.

  • Großveranstaltungen in Deutschland sollen vor dem 31. August nicht stattfinden. Das bedeutet etwa, dass Fußballspiele auf keinen Fall mit Publikum erfolgen. Und auch der Festival-Sommer mit Events wie "Rock am Ring" oder dem "Wacken Open Air" ist damit für dieses Jahr zumindest Geschichte. Als Großveranstaltungen gelten Events, auf denen der weiterhin geltende Sicherheitsabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Auch Theater sollen weiterhin geschlossen bleiben.
  • Ab Montag, 4. Mai, sollen die Schulen in Deutschland wieder schrittweise geöffnet werden. Los gehen soll der Unterricht mit den Abschlussklassen. Zudem sollen in Schulen strenge Hygienepläne gelten, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu unterbinden.
Ministerpräsident Kretschmann war als Landeschef von Baden-Württemberg bei der Video-Konferenz mit der Kanzlerin ebenfalls dabei.
  • Die derzeit bestehenden Kontaktbeschränkungen unter den Menschen, die bisher bis einschließlich kommenden Sonntag angesetzt waren, sollen bis einschließlich Sonntag, 3. Mai, verlängert werden. Dasselbe gilt für das derzeit bestehende Versammlungs- und Reiseverbot sowie für religiöse Versammlungen.
  • Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis maximal 800 Quadratmetern dürfen ab dem kommenden Montag, 20. April, wieder öffnen, jedoch unter besonderen Hygiene-Auflagen. Dazu gehören Abstände zwischen den Personen, nicht zu viele Menschen auf einmal im Geschäft und Möglichkeiten zur Desinfektion. Das gilt etwa für BuchhandlungenAuto-Werkstätten und Fahrradhändler dürfen allerdings unabhängig von ihrer Fläche den Betrieb wieder aufnehmen.
  • Die Verwendung von Atemschutzmasken im Alltag - etwa im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen, ist absolut empfehlenswert.
Großveranstaltungen und Volksfeste bleiben bis mindestens zum 31. August verboten.
  • Friseure dürfen - unter der Auflage, Hygienekonzepte gegen Covid-19 zu erarbeiten - ab dem 4. Mai wieder öffnen.
  • Clubs, Kaufhäuser, Discos und Volksfeste bleiben vorerst geschlossen beziehungsweise finden nicht statt, da aufgrund der Massenansammlungen in diesen Zusammenhängen die Infektionsgefahr an Sars-CoV-2 sehr groß ist.
  • Kitas und Grundschulen bleiben vorerst noch geschlossen. Das bislang bestehende Notfall-Betreuungskonzept bleibt aber bestehen.
  • Für Pflegeheime sollen individuelle Konzepte erarbeitet werden, die die Isolation der Menschen verringern und Besuche möglich machen, ohne deren Gesundheit wegen Covid-19 aufs Spiel zu setzen.

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, erklärte: "Solange es keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit dem Coronavirus zu leben lernen. Langsame und schrittweise Normalität bringt mehr, als überstürztes Handeln." Laut Kanzlerin Angela Merkel seien durch die Kontaktverbote bereits erste Erfolge erzielt. Diese seien aber zerbrechlich und dürfen durch vorschnelle Lockerungen nicht gefährdet werden.

Im 14-tägigen Abstand möchten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs weiterhin beraten. Das nächste Treffen soll am 30. April stattfinden. Dabei wollen sie betrachten, inwiefern die bisherigen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Erfolge erzielt haben. 

Dann soll langsam, schrittweise und behutsam eine Lockerung an den Corona-Regeln vorgenommen und eine vorsichtige Rückkehr ins normale Leben ermöglicht werden. Absehbar ist aber: Das Coronavirus Sars-CoV-2 wird das Leben in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa noch über Monate hinweg beeinflussen und verändern. Der Gaststättenverband Dehoga hat jetzt eine Warnung an die Politik ausgesprochen.

Am 30. April besprechen sich Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass das Kontaktverbot wahrscheinlich verlängert wird. Und mittlerweile ist auch das beliebte Heilbronner Weindorf für das Jahr 2020 abgesagt.

Coronavirus Baden-Württemberg: Debatte um Lockerungen heute! Erste Informationen liegen vor

Erstmeldung, 15. April 14.30 Uhr: Das Coronavirus hat den Alltag der Deutschen extrem verändert. Schulen, Kindergärten, Restaurants, Bars und Club wurden geschlossen, am 22. März wurde ein bundesweites Kontaktverbot erlassen. Immer wieder wird darüber diskutiert, wann die Maßnahmen gelockert werden.  

Am Mittwoch, 15. April, um 14 Uhr wollen Bund und Länder in einer Video-Konferenz über die Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen sprechen. Schon am 14. April ist ein Schreiben des Staatsministeriums publik geworden, welches zeigt, wie eine Rückkehr zur Normalität aussehen könnte. In Baden-Württemberg könnten Schulen frühestens am 27. April wieder öffnen. Das Kontaktverbot, sowie der Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Menschen sollen vorerst noch bestehen bleiben. Zudem soll es ein Maskengebot in der Öffentlichkeit geben - dabei soll auch schon eine - notfalls selbst gemachte - Stoffmaske ausreichend sein. Sobald es jedoch genügend professionelle Atemschutzmasken in medizinischen Einrichtungen gibt, könnte aus dem Maskengebot eine Maskenpflicht werden.

Auch die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, hatte zuvor schon Vorschläge für einen Exit-Plan gemacht und dargestellt wie Lockerungen der Maßnahmen ablaufen könnten. Dafür hagelte es scharfe Kritik.

Coronavirus Baden-Württemberg: Bund und Länder diskutieren heute - diese Lockerungen sollen beschlossen werden

Nach bild.de-Informationen einigten sich die Staatskanzlerchefs mit dem Kanzleramt schon im Vorfeld auf einige Eckpunkte:

  • Kontaktverbote, Versammlungs- und Reiseverbote sollen bis zum 3. Mai bestehen bleiben.
  • Einzelne Lockerungen sollen beschlossen werden, die aber bei Infektions-Zunahme von Sars-CoV-2 wieder aufgehoben werden können. Dabei wird an der Reproduktionszahl (gibt an, wie viele Personen ein Infizierter im Schnitt ansteckt) gemessen. Die soll langfristig unter 1,0 sinken. Laut RKI-Schätzung liegt diese derzeit bei 1,2. 
  • Schulen, Kindergärten und Unis sollen weiterhin geschlossen bleiben. Kultusminister sollen bis zum 4. Mai über Schulöffnungen entscheiden.
  • Schrittweise sollen auch einzelne Läden wieder öffnen dürfen. Da folgt die Regierung offenbar den Vorgaben von Österreich. Zu den Läden gehören Boutiquen, Möbel- und Autohäuser bis 400 Quadratmeter Ladenfläche. 
  • Museen und Parks könnten ebenfalls wieder geöffnet werden.
  • Fitness-Clubs sollen weiterhin geschlossen bleiben.
  • "Geisterspiele" in der Bundesliga sollen erlaubt werden.
  • Die Maskenproduktion soll angekurbelt werden (Vorrang haben medizinische Einrichtungen, wie Heime, Krankenhäuser, Arztpraxen)

Eins steht auf jeden Fall fest: Heute Nachmittag wird bekannt gegeben, welche Lockerungen und Maßnahmen für den ersten Schritt zurück in die Normalität in der Zeit von Covid-19 ergriffen werden.

Rubriklistenbild: © Foto: Michael Kappeler/dpa

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