Geld für Impfstoff

Bund beteiligt sich an Tübinger Impfstoffentwickler: Aber was hat Trump damit zu tun?

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac wird von der Bundesregierung finanziell unterstützt. Grund dafür sind auch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump.

  • Die Bundesregierung steigt beim Tübinger Impfstoffentwickler Curevac mit Aktien ein.
  • Das Tübinger Unternehmen soll schon Angebote von US-Präsident Donald Trump bekommen haben.
  • Curevac forscht an der sogenannten Messanger-RNA nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Coronavirus: Bundesregierung unterstützt Tübinger Impfstoffentwickler

Die Bundesregierung kauft für 300 Millionen Euro Unternehmensanteile (Aktien) des Tübinger Pharma- und Impfstoffherstellers Curevac über die Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Damit übernimmt die bundeseigene Bank rund 23 Prozent aller Unternehmensanteile. Hintergrund für das große Interesse ist, dass Curevac an einem Impfstoff gegen das Coronavirus forscht.

Zudem habe die Technologie von Curevac das Potenzial für neue Impfstoffe und Behandlungsmöglichkeiten, heißt es von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zur Begründung. Altmaier: "Zwar sind wir immer noch damit beschäftigt, die Folgen der Coronavirus-Pandemie einzudämmen, doch trotzdem müssen wir Deutschland auch in Zukunft wettbewerbsfähig halten."

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Bundesregierung unterstützt Tübinger Impfstoffentwickler: Das ist der Hintergrund

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die Impfstoff-Forschung in Deutschland halten und begrüßt die Beteiligung vom Bund bei Curevac.

Doch trotz Unternehmensanteile will die Bundesregierung keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen von Curevac nehmen. Hintergrund für diese Entscheidung dürfte auch das Konjunkturprogramm in der Coronavirus-Pandemie sein, mit dem die Politik schon jetzt einen starken Einfluss auf die freie Marktwirtschaft in Deutschland nimmt.

Curevac-Mehrheitseigner Dietmar Hopp freut sich über die Unterstützung vonseiten der Bundesregierung. Hopp: "Der Staat erkennt und unterstützt die Bedeutung der Biotechnologie." Hopp ist ehemaliger Mitbegründer des Softwaregiganten SAP und hält über eine Beteiligungsgesellschaft rund 80 Prozent der Curevac-Anteile. 

Der Staatseinstieg soll über eine Kapitalerhöhung ermöglicht werden. Vorhandene Anteile wolle Hopp nicht verkaufen. Das Geld vonseiten der Bundesregierung soll vor allem für die Bereiche Krebswirkstoff-Entwicklung, Impfstoff-Entwicklung und molekulare Therapie eingesetzt werden.

Unterstützung der Bundesregierung: Ist ein Angebot von US-Präsident Donald Trump der Grund? 

Und was einen Impfstoff gegen das Coronavirus betrifft, ist der Tübinger Impfstoffhersteller schon weit fortgeschritten. "Wir warten auf grünes Licht vonseiten der Behörden", erklärt der Curevac-Vorstandsvorsitzende Franz-Werner Haas im SWR zur Impfstoff-Entwicklung in Tübingen. Erst dann kann eine klinische Studie zum Coronavirus-Impfstoff an Menschen gestartet werden.

Damit bleibt der Tübinger Impfstoffhersteller mit auf der Überholspur was die Impfstoff-Entwicklung betrifft. Hintergrund: Bereits Mitte Mai hatte das Unternehmen erste Erfolge in der Impfstoff-Forschung verkündet. Im März wurde dann bekannt, dass die US-Regierung unter Donald Trump versucht haben soll, sich einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus exklusiv zu sichern. 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Impfstoff-Forschung in Deutschland halten 

Hopp hatte einen Verkauf von Curevac vehement abgelehnt. Hopp: "Ich habe gesagt, das kommt für mich überhaupt nicht infrage. Und ich nehme an, damit habe ich bei Curevac offene Türen eingerannt." Das Tübinger Unternehmen selbst dementierte entsprechende Angebote von Trump. Spekulationen über einen möglichen Verkauf von Curevac hatte das Unternehmen stets zurückgewiesen.

Der Bundeswirtschaftsminister sieht das Investment der Bundesregierung als ein klares Signal für den Standort Deutschland. Altmaier: "Wir sind überzeugt, dass Curevac auch in Zukunft ein deutsches Unternehmen bleiben wird, das auch international erfolgreich agiert." Lobende Worte auch von Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut zum staatlichen Einstieg.

Kampf gegen das Coronavirus: Ist Messenger-RNA die neue Wunderwaffe?

Hoffmeister-Kraut: "Das ist eine gute Nachricht, ganz besonders auch für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Baden-Württemberg." Das sei ein starkes und richtiges Signal aus der Bundesregierung, heißt es von der Ministerin. Kann ein Impfstoff gegen das Coronavirus erfolgreich hergestellt werden, soll er Betroffenen weltweit zur Verfügung stehen, erklärt Hoffmeister-Kraut.

Der Ansatz von Curevac ist die sogenannte Messenger-RNA. Das Prinzip dahinter: Dem Körper soll mittels Botenstoffen beigebracht werden, sich quasi selbst zu impfen. Noch in diesem Monat soll eine Studie dazu anlaufen. Ist die erfolgreich, könnte es schon recht bald einen Impfstoff geben, welcher der Coronavirus-Pandemie einhalten gebieten kann. Inzwischen wird der Impfstoff in Studien überprüft, unter anderem auch in Südamerika.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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