Kretschmann und Söder - Treffen in Ulm

Nach Treffen mit Söder: Kretschmann warnt vor zweiter Welle - "würde sich bitterlich rächen"

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Am Donnerstagmittag treffen sich die Ministerpräsidenten Markus Söder und Winfried Kretschmann für ein Gespräch in Ulm. Das Thema: Das weitere Vorgehen in der Corona-Krise.

  • Bund und Länder haben in der Corona-Pandemie am 15. April über erste Lockerungen diskutiert.
  • Winfried Kretschmann und Markus Söder treffen sich heute, 23. April, zu einem Gespräch über ein gemeinsames Vorgehen.
  • Ab 13 Uhr folgt ein Statement von Kretschmann und Söder nach dem gemeinsamen Gespräch.

Nach Treffen von Baden-Württemberg und Bayern: Kretschmann warnt vor zweiter Corona-Infektionswelle

Update von 13.25 Uhr: Um 13 Uhr treten Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einem gemeinsamen Gespräch in Ulm vor die Kamera. "Wir stehen nicht am Ende der Pandemie, sondern mittendrin", erklärt Kretschmann.

Kretschmann und Söder teilen die Position der Kanzlerin, die vor übereilten Schritten warnt. Man habe größten Respekt vor einer möglicherweise zweiten Infektionswelle. Kretschmann: "Das wird uns dann härter treffen!" Das bedeutet: Man dürfe nicht zu sorglos handeln - das würde sich sonst bitterlich rächen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Kretschmann stellt Verantwortung für Bevölkerung in Vordergrund

Natürlich verstehe man den Wunsch nach mehr Öffnungen, stellt Kretschmann klar. Aber: Als Regierungschefs tragen er und Söder die Verantwortung für Baden-Württemberg und Bayern. Und deshalb müssen sie für das Allgemeinwohl handeln. Eine zweite Infektionswelle führe erst recht zu einem gigantischen Schaden für die Unternehmen. Deswegen sei es auch im Interesse der Unternehmen, dass mit Bedacht gehandelt werde.

Kretschmann stellt auch klar: Eine wirkliche Rückkehr zur Normalität werde es erst geben, wenn es einen Impfstoff gibt. Klar ist: größere Veranstaltungen wird es auf absehbare Zeit nicht geben! Es wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die herausfinden soll: Was macht das Virus mit Kindern? Die Wissenschaft solle lernen, den Virus besser zu verstehen. Man könne Kitas erst dann öffnen, wenn man sich darüber im Klaren sei, "nicht nur, weil der Wunsch da ist".

Kretschmann: "Es ist nicht an der Zeit, sich in trügerischer Sicherheit zu wägen. Wir liegen eher in der Mitte der ersten Halbzeit." Ziel sei es, wieder in ein Stadium zu kommen, wo lokale Ansteckung genau verfolgt werden könne. Dann könne man auch stärker lockern.

Nach Treffen mit Kretschmann: Söder will gemeinsame Linie mit Baden-Württemberg im Kampf gegen Covid-19

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder findet deutliche Worte zum Umgang mit der Corona-Pandemie. "Wir sind zwar am Rande von Deutschland, aber gehören zum wirtschaftlichen Herz von Deutschland", sagt Söder über Baden-Württemberg und Bayern. Als "Südschiene" hätten die beiden Bundesländer eine besondere Verantwortung. Ziel sei es, eine gemeinsame Linie zu finden.

Man habe die Verdopplungsrate nach hinten geschoben, die Neuinfektionen seien unter dem Bundesdurchschnitt. Söder: "Corona ist ein Marathon." Das Schwierige: Niemand wisse genau, wie lange dieser Marathon sei. Und wer zu viele Zwischensprints einlege, der werde stolpern. 

Markus Söder und Winfried Kretschmann  besprechen ein gemeinsames Vorgehen in der Corona-Krise.

Schlechte Nachrichten für Gastronomie: Söder sieht Öffnungen nicht in naher Zukunft

Für die Gastronomie hat Söder jedoch keine guten Nachrichten: "Wir können überall Mundschutz organisieren, aber Mundschutz in der Gastronomie ist ein bisschen sinnwidrig." Öffnungen gäbe es möglicherweise erst Ende Mai oder im Juni - aber auch nur dann, wenn sich die Zahlen stabilisieren würden. Söder vergleicht die Situation mit den österreichischen Nachbarn: Deutschland sei rund zwei Wochen hinter Österreich, dort gebe es erste Öffnungen Mitte Mai.

Coronavirus Baden-Württemberg: Kommen neue Maßnahmen? Kretschmann und Söder treffen sich heute

Erstmeldung vom 23. April: Die baden-württembergische Landesregierung hat in der Vergangenheit immer wieder Maßnahmen ergriffen und verschärft, um die rasante Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 einzudämmen. Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, ein Kontaktverbot erlassen. Läden und Geschäfte, die nicht lebensnotwendig sind, mussten dicht machen. Viele Restaurants waren zur Umstrukturierung gezwungen - bieten in der Corona-Krise einen Liefer- oder Abholservice an.

Am vergangenen Mittwoch, 15. April, hatten Bund und Länder über erste Lockerungen diskutiert. Das Ergebnis: Geschäfte mit einer Ladenfläche von maximal 800 Quadratmetern dürfen unter besonderen Hygiene-Auflagen wieder öffnen. Großveranstaltungen sollen vor dem 31. August nicht stattfinden. Ab dem 4. Mai soll der Schulbetrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Seit Mittwoch, 22. April, ist klar: Auch größere Geschäfte dürfen wieder öffnen. Die Fläche der Geschäfte muss allerdings auf 800 Quadratmeter durch Absperrungen begrenzt sein.

Wegen Corona-Krise: Treffen von Kretschmann und Söder - mehr als symbolischer Schulterschluss?

Doch wie geht es in der Corona-Krise in Baden-Württemberg weiter? Genau darüber wollen heute um 12 Uhr Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprechen - und treffen sich dafür in Ulm. Ab 13 Uhr soll ein Statement der Ministerpräsidenten folgen. Laut Stuttgarter Staatsministerium soll das Treffen im Ulmer Rathaus stattfinden, das berichtet der SWR. Der Inhalt des Gesprächs: "die gemeinsame Position der Südschiene, also der beiden südlichen Bundesländer zu stärken".

Winfried Kretschmann (Foto) und Markus Söder wollen sich in Ulm besprechen.

In der Vergangenheit hatten unterschiedliche Regelungen und Verbote in Baden-Württemberg und Bayern wegen des Coronavirus besonders an der Landesgrenze für Ärger gesorgt. Unklar ist bisher, ob das Ergebnis des Gesprächs zwischen Kretschmann und Söder heute mehr als ein Schulterschluss sein wird.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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