Hygiene-Maßnahmen in der Corona-Krise

Schutz vor Coronavirus? Experten warnen vor Einweghandschuhen

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Einweg-Handschuhe in der Coronavirus-Zeit? Experten warnen davor und appellieren an einfaches Händewaschen.

  • Experten raten von Einweg-Handschuhen in der Coronavirus-Zeit mehrheitlich ab.
  • Eine Professorin erklärt, warum die Handschuhe ein richtiges Paradies für Coronaviren sind.
  • Mediziner setzen in der Coronavirus-Pandemie vor allem auf richtiges Händewaschen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Einweghandschuhe im Supermarkt? Das ist ein Fehler

Fast 30.000 Coronavirus-Infektionen (Stand: 24. April) in Baden-Württemberg - das ist ein trauriger Höchststand. Umso wichtiger ist es deshalb, sich vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen. Unlängst gibt es eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg - in Geschäften aber auch im ÖPNV. 

Viele gehen noch einen Schritt weiter und schützen ihre Hände mit sogenannten Einweghandschuhen. Doch davor warnen Experten. Grund: Die als sehr hygienisch geltenden Einmalhandschuhe sind ein Paradies für Viren wie eben Sars-CoV-2.

Mundschutz und Einmal-Handschuhe sind zur Grundausstattung in der Corona-Krise geworden. Aber ist es wirklich sinnvoll, den Einmal-Handschuh-Bestand aufzurüsten?

Denn egal, ob ein infizierter Gegenstand mit bloßen Händen oder mit Einweghandschuhen angefasst wird - die Coronaviren bleiben daran haften. Aber im Gegensatz zu den Handschuhen werden die Hände regelmäßig gewaschen und desinfiziert. Die Handschuhe dagegen laden nach der Benutzung in der Regel im Mülleimer. 

Schlimmstenfalls infiziert sich der Träger sogar noch mit Covid-19, wenn er die Einweghandschuhe von den Händen abstreift. Und angefasste Gegenstände - wie zum Beispiel die Einkäufe - werden gleich noch mit kontaminiert.

Coronavirus: Professorin warnt vor Einweghandschuhen

Ein weiteres Problem ist, dass die Hände in den Einweghandschuhen nicht atmen können. Jeder kennt das: Mit der Zeit werden die Hände feucht. Hinzu kommt, dass Hände nie "hundertprozentig rein und ohne Bakterien sind", erklärt Iris Chaberny, Professorin und Hygiene-Expertin am Universitätsklinikum Leipzig. 

Heißt im Klartext: In Einweghandschuh bildet sich mit der Zeit eine richtige Bakteriensoße, sogenannter Baktierensaft. Denn Coronaviren, die bereits an den Händen haften, vermischen sich mit der entstehenden Feuchtigkeit im Handschuh. Zuvor berichtete mdr.de über Einweg-Handschuhe in der Corona-Krise.

Chaberny: "Mit Einweg-Handschuhen treibe ich quasi den Teufel mit dem Belzebub aus." Aber warum tragen dann Ärzte und Pflegekräfte in der Coronavirus-Zeit solche Handschuhe? Der Grund ist denkbar einfach: Im medizinischen Alltag müssen Hände vor und nach dem Tragen der Handschuhe desinfiziert werden. 

Auch ziehen medizinische Fachkräfte die möglicherweise kontaminierten Handschuhe in der Regel fachgerecht aus. Langsam vom Handgelenk zu den Fingerspitzen - und zwar ohne die Innenseite zu berühren. Wie das geht? Das folgende Video zeigt es euch:

Coronavirus: Gute Hand-Hygiene statt unangenehme Einweghandschuhe

Statt auf Handschuhe zu setzten, empfehlen die meisten Mediziner in der Coronavirus-Krise eine gute Hand-Hygiene. Heißt: regelmäßig Hände mit Seife waschen, bei Bedarf desinfizieren und nicht vergessen: Händeschütteln vermeiden. 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichen regelmäßig Informationen und Tipps im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Einzelne Hygiene-Maßnahmen werden auf der BZgA-Homepage auch nochmal ausführlich und einfach erklärt. Außerdem warnt das RKI vor dem Rauchen und dessen Spätfolgen - doch jetzt stellen französische Forscher eine Vermutung auf. Es heißt, dass Nikotin das Eindringen von Coronavirus in die Körperzellen verhindern soll. 

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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