Manche nehmen Krise auf leichte Schulter

Polizei Heilbronn warnt: Corona-Partys werden zur Gefahr

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Wenn sich junge Menschen das Feiern nicht verbieten lassen wollen, kann das fatale Folgen haben.

  • Menschen sollen auf Distanz voneinander gehen, damit sich das Coronavirus nicht weiter verbreitet.
  • Vor allem junge Menschen wollen sich das Feiern nicht verbieten lassen.
  • Corona-Partys können für die Risikogruppe schlimme Folgen haben.

Es gilt ganz dringend, Zeit zu gewinnen. Zwar gibt es schon jetzt mehr als 2.000 Menschen in Baden-Württemberg, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Aber um die Krankenhäuser nicht noch mehr zu belasten und das Gesundheitssystem nicht vollends kollabieren zu lassen, ist es dringend notwendig, Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum zu beschränken.

Auch, wer nicht zur Risikogruppe gehört und keine Symptome des Coronavirus vorweist, kann zum Überträger des Virus für alte und kranke Menschen werden. Daher wird das öffentliche Leben in Baden-Württemberg derzeit massiv heruntergefahren, Geschäfte, Bars und Clubs geschlossen. Die Stadt Heilbronn hat erlassen, dass sich Menschen wegen des Coronavirus in Gruppen von maximal 50 Personen treffen dürfen.

Coronavirus: Junge Menschen treffen sich zu Corona-Partys

Doch viele Leute scheinen den Ernst der Lage in Zeiten des Coronavirus nicht erkannt zu haben - und das Problem auf die leichte Schulter zu nehmen. Anstatt in Clubs zu feiern, treffen sich Menschen zu so genannten Corona-Partys. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene interpretieren die unterrichtsfreie Zeit im nun erwachenden Frühling als vergnügliche Freizeit, in der man sich treffen kann wie immer. Man will sich offenbar das Feiern nicht verbieten lassen! Dabei kann genau das, während das Coronavirus grassiert, heftige Folgen haben. Vielleicht nicht für die Feiernden selbst, aber für andere.

In Baden-Württemberg musste die Polizei in den vergangenen Tagen mehrere Corona-Partys auflösen. Die Freiburger Polizei musste dabei sogar mehrfach ausrücken. Die Gruppengrößen seien zwei- bis dreistellig gewesen - in einem Fall habe es sich um geschätzt 120 Menschen gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Einige junge Leute hätten sich uneinsichtig verhalten, als die Polizisten die Treffen auflösten und Platzverweise erteilten. Insgesamt seien es um die zehn Corona-Partys gewesen, die der Polizei von Anwohnern und Gastronomen gemeldet worden seien.

Polizei Heilbronn warnt vor Corona-Partys

Wie bild.de berichtet, ignorieren auch viele junge Erwachsene in den USA die Corona-Warnungen - und feiern in Florida unbekümmert die alljährlichen Spring-Break-Partys. Möglicherweise hilft zur Eindämmung des Coronavirus auch in Baden-Württemberg nur noch als letztes Mittel eine Ausgangssperre, wie sie beispielsweise schon in Frankreich in Kraft getreten ist.

Auch die Polizei Heilbronn hat sich zu dem Thema Corona-Partys in Baden-Württemberg auf Facebook geäußert: "Wir haben und hatten bereits mehrere Einsätze wegen Menschenansammlungen in Parks und auf Parkplätzen. Teilweise wurde und wird in den Sozialen Medien zu #Coronapartys aufgerufen. Bitte geht da nicht hin. Wir appellieren an Eure Vernunft. Bitte bleibt zu Hause und befolgt die Anordnungen der Landesregierung und der örtlichen Behörden um ein schnelles Ausbreiten des #Coronavirus zu verhindern." Und auch die Heilbronner Club-Betreiber denken derzeit nicht ans Feiern: Das Wichtigste sei nun, Solidarität zu zeigen, damit das Coronavirus möglichst wenige gesundheitliche Schäden anrichtet.

Doch Corona-Partys sind bei Weitem nicht das einzige Phänomen, mit dem sich die Polizei neuerdings beschäftigt: Kriminelle nutzen die Angst vor dem Coronavirus schamlos aus und versuchen derzeit in Baden-Württemberg, Menschen an der Haustür zu betrügen.

Rubriklistenbild: © Foto: Jens Kalaene/dpa

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