Ziehl-Abegg zieht Konsequenzen

"Gesundheit der Mitarbeiter wichtiger": Ziehl-Abegg sagt Dienstreisen wegen Coronavirus ab

Corona-Reiseverbot: Ziehl-Abegg untersagt Dienstreisen
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Kommt durch den Coronavirus immer mehr in Bedrängnis: Der Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg aus Künzelsau.
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Das Coronavirus breitet sich in Italien weiter aus. Der Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg (Künzelsau) untersagt jetzt alle Dienstreisen von und nach Italien. 

  • Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg aus Künzelsau (Raum Heilbronn) kämpft mit Folgen des Coronavirus.
  • Im Januar teilte Ziehl-Abegg mit, dass wegen des Coronavirus keine Mitarbeiter mehr nach China reisen dürfen.
  • Jetzt untersagt Ziehl-Abegg alle Dienstreisen nach Italien und an andere Standorte.

Reiseverbot: Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg  aus Künzelsau (Raum Heilbronn) kämpft mit Folgen des Coronavirus

Das Coronavirus belastet zunehmend die internationalen Unternehmen in der Region. Auch der Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg aus Künzelsau, rund 50 Kilometer östlich von Heilbronn, ist betroffen. Erst im Januar teilte der Konzern mit, dass vorerst keine Mitarbeiter mehr nach China reisen werden. Der Vorstandsvorsitzende Peter Fenkl erklärte damals, dass die Gesundheit der Mitarbeiter wichtiger sei, als wirtschaftliche Aspekte. 

Und nicht nur in Künzelsau macht das Coronavirus Probleme. In der Virus-Hochburg Wuhan sind in aller Eile neue Krankenhäuser aus dem Boden gestampft worden. Die rund 70 benötigten Ventilatoren sollte Ziehl-Abegg aus den Werken in China in das neue Krankenhaus liefern. Problem: Mitarbeiter und Spediteure finden, die während der chinesischen Neujahrsferien und trotz der Coronavirus-Gefahr die benötigten Teile nach Wuhan liefern.

Coronavirus in Italien: Ziehl-Abegg aus Künzelsau untersagt alle Dienstreisen

Erst China, jetzt Italien. Der Coronavirus breitet sich weiter aus und bringt das Künzelsauer Ventilatoren-Unternehmen weiter in Bedrängnis. Nun gibt das Unternehmen bekannt: Alle Dienstreisen zwischen Ziehl-Abegg Italien und allen anderen Standorten sind mit sofortiger Wirkung abgesagt. Zudem sind grundsätzlich alle Dienstreisen nach Nord-Italien untersagt. Damit reagiert Ziehl-Abegg auf die rasante Ausbreitung des Coronavirus in Italien. Dort sind mittlerweile mehrere Städte abgeriegelt worden. Schulen und öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Bekannte Veranstaltungen, wie der Karneval in Venedig, sind abgesagt.

Auch diese Entscheidung begründet Ziehl-Abegg-Chef Fenkl mit der Gesundheit der Mitarbeiter, die nach wie vor "wichtiger ist als wirtschaftliche Aspekte". Bei Ziehl-Abegg Italien arbeiten in der Gemeinde Dolo derzeit rund 42 Mitarbeiter. Dolo ist hauptsächlich Vertriebs-, Lager- und Montagestandort. Rund sieben Prozent trägt der italienische Konzern zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei. Derweil steigt die Zahl der Todesfälle in Italien weiter an. Auch in Deutschland bereitet man sich auf weitere Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus vor.

Künzelsau/Italien: Ziehl-Abegg macht das Coronavirus zu schaffen 

Mit Sorge betrachte man bei Ziehl-Abegg zudem die MCE (Mostra Convegno Expocomfort) Messe, die Mitte März in der Region Mailand stattfinden sollte. Die MCE gilt als eine der bekanntesten internationalen Ausstellungen für Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnik, Badzubehör, Wasseraufbereitung sowie erneuerbare Energien. Fenkl: "Diese Messe MCE ist für uns sehr wichtig. Daher beobachten wir die Entwicklungen in Nord-Italien sehr aufmerksam und werden zu gegebener Zeit final über eine Messeteilnahme entscheiden."

Was davon abhängt, wie sich die Situation in Italien weiter entwickelt. Fakt ist: Das Coronavirus bereitet den Unternehmen in Deutschland und Baden-Württemberg zunehmend Schwierigkeiten. Besonders die Export-Unternehmen haben mit den Folgen zu kämpfen. Dazu zählen nebenZiehl-Abegg und Audi auch andere Firmen aus der Region Heilbronn. 

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