Hygiene- und Abstandsregeln gelten weiterhin

Corona-Lockerungen: Diese Veranstaltungen sollen schon ab nächster Woche erlaubt sein

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Das Coronavirus hat zur Absage von Konzerten und Festivals geführt. Schon ab 1. Juni sollen in Baden-Württemberg erste kleine Veranstaltungen wieder möglich sein.  

  • Seit Ende März liegt das kulturelle Leben in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus brach.
  • Aktuelle Entwicklungen rund um das Coronavirus erlauben immer mehr Lockerungen.
  • Ab dem 1. Juni sollen kleine Veranstaltungen in Baden-Württemberg wieder möglich sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kleine Feste und Konzerte schon ab 1. Juni?

Update 26. Mai: Die Entwicklungen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg verliefen in den vergangenen Wochen meist erfreulich: Die Kurve der aktuell infizierten Personen mit dem Sars-CoV-2-Virus flachte deutlich ab, schon längst gibt es mehr Genesene als Erkrankte. Folgerichtig gibt es erste behutsame Lockerungen der Corona-Regeln. Viele Gaststätten in Baden-Württemberg haben etwa seit dem 18. Mai wieder geöffnet - wenn auch unter Einhaltung strenger Hygiene-Konzepte. Und nicht zuletzt zieht es die Menschen derzeit wegen des schönen Wetters nach draußen. Das Verlangen nach Erlebnis und Geselligkeit ist groß.

Zwar wäre es sicher riskant, den Überlegungen in Thüringen zu folgen und die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus pauschal den Rücken zu kehren, aber eine schrittweise Rückkehr zur Normalität scheint angesichts der aktuellen Entwicklung auch in Baden-Württemberg angebracht. Wie die Heilbronner Stimmer berichtet, sollen im "Ländle" schon ab nächster Woche, ab dem 1. Juni, Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern unter bestimmten Coronavirus-Auflagen wieder möglich sein. Heißt: Öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen und namentlich bekannten Besuchern sind dann wieder denkbar. Das könnte der Re-Start für kleine Konzerte, Theater- und Kino-Aufführungen sowie für Lehrveranstaltungen und Versammlungen von Organisationen sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen für kleine Veranstaltungen ab 1. Juni

In diesem Zuge sollen die Coronavirus-Regeln in Baden-Württemberg auch im privaten Rahmen gelockert werden: Feste und Treffen - etwa Geburtstage oder Grillfeten - sollen ab dem 1. Juni im Freien wieder mit bis zu 20 Menschen, in geschlossenen Räumen mit bis zu zehn Besuchern erlaubt sein. Die nach wie vor geltenden Abstandsregeln sind bei diesen Veranstaltungen jedoch weiterhin einzuhalten. Großveranstaltungen in ganz Deutschland bleiben von diesen Überlegungen aber unberührt. Events ab 1.000 Teilnehmern bleiben sicher bis mindestens 31. August verboten. Vorerst bleiben auch Badeseen wegen der Abstandsregelungen gesperrt.

In weiteren Schritten ist seitens der Landesregierung von Baden-Württemberg angedacht, ab dem 1. August Kino- und Theater-Aufführungen sowie Konzerte mit bis zu 1.000 Sitzplätzen wieder zuzulassen. Kongresse, Tagungen und Messen seien dann bis maximal 500 Besuchern denkbar. Entscheidend bei diesen Plänen ist aber weiterhin die Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden Wochen und Monaten. Auch erst die langfristigen Corona-Daten werden zeigen, ob zum Jahresende Weihnachtsmärkte und im kommenden Frühjahr Faschingsveranstaltungen in altbekannter Form stattfinden können.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultur-Veranstaltungen bald wieder möglich

Update 14. Mai: Seit zwei Monaten sitzen Künstler und Kulturinteressierte auf dem Trockenen: Konzerte, Festivals, Lesungen und Shows sind abgesagt, Theater geschlossen. Zwar haben sich Teile der Kulturszene in Baden-Württemberg schnell auf die neue Situation eingestellt und streamen nun in durchaus professionellen Formaten live - aber ein echtes Show-Erlebnis vor Ort können auch aufwendige Live-Streams nicht komplett ersetzen. Besucher, Schauspieler, Musiker und andere Kreative fragen sich da zu Recht: Wann gibt's wieder Kulturformate in Baden-Württemberg, wie man sie vor der Coronavirus-Krise kennen- und lieben gelernt hat?

Nun hat das Kunstministerium in Stuttgart einen Fahrplan zum Wiederbeginn des öffentlichen Kulturlebens nach der Corona-Zwangspause in Baden-Württemberg vorgestellt. Kleine künstlerische Veranstaltungsformate sollen ab 1. Juni möglich werden, wenn die räumlichen Bedingungen dies zuließen und die Hygiene- und Abstandsvorgaben in Baden-Württemberg zum Schutz des Publikums und der Mitwirkenden garantiert werden könnten, sagte Ministerin Theresia Bauer (Grüne). Die Rückverfolgbarkeit der Fans, Besucher und anderer Teilnehmer müsse dabei allerdings gewährleistet sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bald wieder Veranstaltungen mit weniger als 100 Personen möglich

Wie der Veranstaltungsbereich über diese Kleinformate hinaus geregelt werde, dazu tage eine interministerielle Arbeitsgruppe, deren Ergebnisse die Landesregierung von Baden-Württemberg in Kürze bekanntgeben werde. Bereits seit dem 20. April sind Bibliotheken und Archive in Baden-Württemberg wieder geöffnet. Museen, Freilichtmuseen und Häuser, in denen Ausstellungen zu sehen sind, dürfen seit 6. Mai wieder Publikum empfangen.

Das Ministerium orientiert sich bei seinen Plänen an den Rahmenbedingungen, die für Gottesdienste vereinbart worden seien. "Daraus ergibt sich, dass wir in einem ersten Schritt Veranstaltungen mit einem Richtwert von unter 100 Personen vorsehen. Bei speziellen Formaten, wie beispielsweise Autokinos, sind auch mehr Personen zulässig", sagte Bauer. Als erste Hilfe stellt das Ministerium mehr als zwei Millionen Euro aus dem "Innovationsfonds Kunst" bereit, um unter dem Motto "Kultur Sommer 2020" kleine Kulturveranstaltungen aller Sparten und auch der Breitenkultur, beispielsweise der vielen Vereine, zu fördern.

Baden-Württemberg: Proben von Künstlern trotz Coronavirus-Regeln wieder möglich

Laut Bauer wurde ein Notprogramm für Kunst und Kultur im Umfang von 40 Millionen Euro beantragt. Dieser soll aus den Mitteln der Coronavirus-Rücklage des Landes Baden-Württemberg finanziert werden. Das Programm solle aus zwei Teilen bestehen: "Mit einem Nothilfefonds im Umfang von über 32 Millionen Euro helfen wir wirtschaftlich gefährdeten Kunst- und Kultureinrichtungen sowie Vereinen der Breitenkultur", sagte Theresia Bauer. Mit dem Programm "Kunst trotz Abstand" - ausgestattet mit rund sieben Millionen Euro - fördert das Ministerium kulturelle Veranstaltungen, die auch unter den aktuellen Beschränkungen und unter Einhaltung von Auflagen umgesetzt werden könnten.

Voraussetzung für einen möglichen Spiel- und Vorstellungsbetrieb sind Probearbeit und Training. Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer: "Ab sofort darf daher auch der Probenbetrieb mit mehr als fünf Personen für professionelle Theater, Orchester sowie Chöre unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen wiederaufgenommen werden."

Coronavirus: Müssen Veranstalter alle Konzerte und Festivals 2020 in Europa absagen?

Update 15. April: Fällt wirklich der ganze Festival-Sommer 2020 in Europa flach? Und im kommenden Jahr gleich mit? Laut dem Gesundheitsexperten und Bioethiker Zeke Emanuel soll erst im Herbst 2021 wegen des Coronavirus wieder an Veranstaltungen zu denken sein. Frühestens. "Wenn es wirklich so kommen sollte, dass erst in eineinhalb Jahren wieder Festivals und Konzerte möglich sind, dann ist das kulturelle Leben dahin", sagt Steffen Kiederer. Zusammen mit Timo Hofmann aus Leingarten veranstaltet der Untereisesheimer in Rieden-Kreuth, die G.O.N.D., das größte Tribute-Festival der Welt zu Ehren einer einzigen Band - der Böhsen Onkelz.

Kiederer erklärt: "Eine solche Entscheidung, Großveranstaltungen bis Ende des kommenden Jahres wegen des Coronavirus abzusagen, würde bedeuten, dass dann die ganze Veranstaltungsbranche tot ist. Das trifft nicht nur Organisatoren, sondern alle, die mitarbeiten, wie Caterer, Sanitätsdienstleister, Händler vor Ort und viele mehr. Und die Reisebranche erwischt es gleich mit. Für Technikfirmen brechen wegen des Coronavirus schon jetzt Veranstaltungen wie Messen weg - und es kommt für einzelne Unternehmen zu siebenstelligen Verlusten." Aber die Konsequenzen einer langfristigen Veranstaltungsabsage wegen Covid-19 würde auch NOCH größere Wellen schlagen: "Das wäre gleichermaßen das Aus für die bereits verschobene Fußball-EM 2021 und die neu angesetzten Olympischen Sommerspiele in Tokio 2021", sagt Kiederer. "In jedem Fall würde es ganz bitter werden." Wie nun bekannt wurde, wird auch das "Haigern Live!", das größte Open-Air-Festival der Region Heilbronn aufgrund des Coronavirus nicht stattfinden.

Coronavirus: Keine Festivals und Konzerte 2020? Klare Aussagen müssen her!

Das Problem für die gesamte Veranstaltungsbranche sei momentan die Unsicherheit. Die G.O.N.D. findet nach derzeitigen Planungen vom 8. bis 12. Juli nach wie vor statt, auch wenn sich die beiden Veranstaltunger Hofmann und Kiederer schon über eine Verlegung in den Sommer 2021 Gedanken machen. "Alle sehnen sich derzeit nach klaren Aussagen, dann wüssten Fans, Bands und Veranstalter, woran man ist." Und so lange müssen viele zweigleisig fahren. Finden Konzerte und Festivals trotz des Coronavirus noch in der zweiten Jahreshälfte in Europa zumindest teilweise statt? Niemand kann das derzeit sicher sagen.

Timo Hofmann (links) aus Leingarten und Steffen Kiederer aus Untereisesheim sind die Organisatoren der G.O.N.D.

"Das Fragwürdige ist, dass sich derzeit eine Menge Experten äußern - und jeder andere Meinungen und Empfehlungen von sich gibt. Es kommt zu allerlei Widersprüchen rund um Covid-19 - und es bleibt jedem selbst überlassen, wem er glaubt", sagt Steffen Kiederer. Klar ist für den Veranstalter aber auch: "Ewig kann man dieses Kontaktverbot und die soziale Distanz nicht weitertreiben. Die Fußball-Klubs können die Stadien nicht auf ewig zu lassen."

Bilder: Böhse Onkelz rocken das Frankfurter Waldstadion

Fallen weiterhin Veranstaltungen massenweise wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 aus, werden viele Veranstaltungen und auch Bands auf ewig verschwinden. Kiederer, der in der Heilbronner Rock-Band "King Kongs Deoroller" singt und Gitarre spielt, stellt klar: "Wir machen zwar Live-Konzert-Streams, der nächste ist schon in Planung, aber das kann natürlich ein echtes Konzert nicht ersetzen und wird auf Dauer langweilig. Die soziale Distanzierung ist der Tod jeder Konzert-Emotion." Derzeit arbeiten "King Kongs Deoroller" an neuen Songs. Nur: Wann es die in einer echten Live-Situation im Pogo-Pit zu hören gibt, das ist derzeit so undurchsichtig wie der Nebel, der hoffentlich sehr bald wieder über die Konzert-Bühnen in ganz Europa wabert. Währenddessen produziert eine Filmemacher aus Neckarsulm für Künstler aus dem Heilbronner Raum professionelle Live-Streams auf TV-Niveau - ohne finanzielles Risiko für die Bands.

Coronavirus: Keine Konzerte und Festivals für Musik-Fans in Europa 2020?

Erstmeldung 14. April: Das kulturelle Leben in Baden-Württemberg, ganz Deutschland und Europa liegt derzeit komplett brach: Theater, Kinos und Clubs haben geschlossen, Konzerte und Tourneen sind wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 abgesagt - oder stehen zumindest auf der Kippe. Derzeit ist zum Beispiel nicht klar, ob Rammstein ihre groß angelegte Stadion-Tournee, auf der sie am 2. und 3. Juni auch in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart Station machen sollen, wie geplant durchziehen können. Die Böhsen Onkelz aus Frankfurt haben ihre eigentlich im laufenden April startende Hallen-Tour zum neuen Album bereits in den Herbst verlegt. Ob die Onkelz allerdings auf ihrem Mitte Juli stattfindenden Tribute-Festival G.O.N.D. auftreten können, steht noch nicht fest.

Fallen in diesem Jahr Großveranstaltungen komplett aus?

Bands, Künstler und Veranstalter sitzen in ganz Europa momentan wegen des Coronavirus auf glühenden Kohlen. Sie und auch die Fans hoffen, dass bald wieder ein unbeschwerter Besuch von Veranstaltungen möglich ist. Doch offenbar sieht es düster aus.

Coronavirus: Keine Konzerte und Festivals 2020 in Europa?

Wie die Südwest Presse berichtet, hat sich nun der Gesundheitsexperte und Bioethiker Zeke Emanuel zu möglichen Konzerten im Rahmen von Covid-19 geäußert. Seiner Meinung nach werden in den kommenden Monaten weder Konzerte noch Festivals stattfinden können. Weder in Baden-Württemberg, noch in Deutschland, noch sonstwo in Europa. Seiner Auffassung nach ist frühestens im kommenden Jahr 2021 wieder Zeit für Konzerte. Wenn überhaupt. Veranstalter sollten daher wegen des Coronavirus für Verlegungen gleich das kommende Jahr ins Auge fassen.

Gegenüber dem US-Nachrichtensender MSNBC erklärte Emanuel, dass das Coronavirus die Menschen in Europa mindestens noch während der kommenden 18 Monate in Atem halten wird. "Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren können, bis wir einen Impfstoff oder wirksame Medikamente gefunden haben", erklärte der Experte.

Bildershow: Super Stimmung beim Andrea-Berg-"Heimspiel"

Heißt das nun, dass Musik-Fans sich langfristig auf Live-Streams von Künstlern, DJs und Bands aus Proberäumen und leeren Clubs wegen des Coronavirus einstellen müssen? Es wäre definitiv ein Schaden für das kulturelle Leben, das Millionen von Musikfans so lieben. Und ein existenzielles Problem für Bands, Künstler und Musiker obendrein, sodass nicht auszuschließen ist, das der Kulturbetrieb nach der Zeit von Covid-19 ein komplett anderer sein wird.

Rubriklistenbild: © Ralf Seidel

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