Keine Events mit mehr als 1.000 Personen mehr

Das Aus für Großveranstaltungen in BaWü - auch kleine Events wegen Corona teils betroffen

Baden-Württemberg verbietet Großveranstaltungen wegen des Coronavirus.
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Baden-Württemberg verbietet Großveranstaltungen wegen des Coronavirus.
  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Wegen des Coronavirus wurden in Baden-Württemberg immer mehr Veranstaltungen abgesagt. Nun gibt es ein offizielles Verbot.

  • Baden-Württemberg sieht sich gezwungen auf die Ausbreitung des Coronavirus zu reagiren. 
  • Großveranstaltungen mit über 1.000 Menschen sind per Erlass verboten. 
  • Auch kleinere Events könnten betroffen sein. 

Wegen Coronavirus: Baden-Württemberg sagt alle größeren Veranstaltungen ab - kleine Events sind in Gefahr

Update, 11. März, 16 Uhr: Es ist traurige Gewissheit! In Baden-Württemberg werden alle Veranstaltung mit einer Größe ab 1.000 Personen wegen des Coronavirus abgesagt. Dazu hat das Ministerium für Soziales und Integration als oberste Gesundheitsbehörde am Mittwoch einen Erlass an die Gesundheitsämter herausgegeben. Darin steht in Bezug auf Großveranstaltungen: "Bei der Durchführung von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmenden/Zuschauern sind keine effektiven Schutzmaßnahmen gegen eine nicht mehr kontrollierbare Ausbreitung des Infektionsgeschehens möglich." Das betrifft nicht nur den Bereich Sport, wie die Spiele des VfB Stuttgart, der ohne Zuschauer spielen wird, oder die MHP RIESEN Ludwigsburg, deren Derby-Kracher gegen Crailsheim in Gefahr ist. Es geht auch um Feste wie das Stuttgarter Frühlingsfest

Und weiter: "Deshalb muss eine solche Veranstaltung abgesagt werden bzw. ist die Durchführung der Veranstaltungohne Zuschauer notwendig." Heißt im Klartext: Es geht nicht mehr um eine Empfehlung, sondern um eine Anweisung, dass Events abgesagt werden. Gleichzeitig bereitet das Finanzministerium aber auch steuerliche Maßnahmen als Unterstützung für Unternehmen vor, die von der Ausbreitung des Corona-Virus' betroffen sind.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch kleinere Veranstaltungen können abgesagt werden

Und was ist mit Events, die weniger als 1.000 Zuschauer haben? Auch hier gilt, dass die Infektionsgefahr groß ist. Sicher sind diese Veranstaltung nicht, aber: Es gibt auch noch keine Pflichtabsagen wegen des Coronavirus. In der Mitteilung des Ministeriums steht: "Bei Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Teilnehmenden ist eine individuelle Einschätzung notwendig, welche Risiken bestehen und ob diesen mit infektionshygienischen Maßnahmen begegnet werden kann." 

Nur wie werden die Risiken bewertet? Auch dazu hat das Ministerium eine Antwort: "Hinsichtlich der Risikobewertung gelten die Kriterien des Robert-Koch-Instituts. Je größer die Zahl der Teilnehmenden, desto wahrscheinlicher ist davon auszugehen, dass das Risiko eines nicht mehr kontrollierbaren Infektionsherdes besteht." Der Erlass und damit auch das Veranstaltungsverbot ab 1.000 Menschen gilt ab sofort und ist nicht befristet. Wirtschaftlich trifft das Coronavirus vor allem die regionale Gastronomie besonders hart.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Veranstaltungen werden abgesagt

Ursprungstext vom 11. März, 7.30 Uhr: Viele würden am liebsten nichts mehr vom Coronavirus hören, aber ein Ende ist nicht absehbar. Stattdessen betrifft die steigende Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg zunehmend das öffentliche Leben. 

Die Landesregierung sieht sich deshalb zumVerbot von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen gezwungen. Eine entsprechende Verordnung auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes werde auf den Weg gebracht, kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha am Dienstag in Stuttgart an. Baden-Württemberg folgt damit anderen Bundesländern, darunter Bayern und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt stieg die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Patienten im Südwesten bis Dienstagabend auf 277 (Stand 10.03.2020).

Auch in Heilbronn und der Region lassen Veranstalter bereits ohne ein offizielles Verbot oft Vorsicht walten. Die Liste der abgesagten Veranstaltungen wird deshalb immer länger. Auch der VfB Stuttgart sieht sich nun endgültig mit dem Coronavirus konfrontiert. Jetzt kommen die Geisterspiele vor leeren Rängen

Veranstaltungen in Baden-Württemberg wegen Coronavirus abgesagt: viele Bereiche betroffen

Das Verbot von mehr als 1.000 Zuschauern bei Veranstaltungen wird vor allem den Sport, Messen und die Kultur hart treffen, aber auch das Handwerk und den Tourismus. Das Gesundheitsministerium kündigt nun an, dass die Rechtsverordnung im Laufe der kommenden Tage auf den Weg gebracht werden soll. Eine generelle Schließung von Schulen und Kitas war zunächst aber in keinem Bundesland vorgesehen. Dennoch werden die Einrichtungen vom Ministerium regelmäßig informiert

Lucha teilte mit, dass das Verbot eine unkontrollierte, schnelle Ausbreitung des Virus verhindern solle. Allerdings steigt die Zahl der Infektionen bereits seit Tagen auch in Baden-Württemberg stark - und sie wird allen Anzeichen nach weiter zunehmen. Ein Ende ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil, man stehe erst am Anfang der Ausbreitung, sagte Kretschmann in Stuttgart. Ziel sei es weiter, die Ausbreitung zu bremsen.

Die Hotels und Gaststätten bekommen die Folgen der Vorsichtsmaßnahmen schon voll zu spüren. Im Durchschnitt lägen die Umsatzeinbußen jetzt bei einem Drittel, sagte Tourismusminister Guido Wolf der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem die Absagen von Messen, Tagungen, Firmenveranstaltungen und Geschäftsreisen führten zu einer enormen Zahl von Stornierungen. In diesem Bereich liege der Rückgang des Buchungsvolumens bei rund 80 Prozent.

Kinos und Theater in Baden-Württemberg trotzen dagegen bislang dem neuartigen Coronavirus. Größere Theater wie das Nationaltheater Mannheim und das Staatstheater Karlsruhe stellen sich aber auf das Verbot ein. Das Nationaltheater gibt nicht alle rund 1.200 Sitzplätze ihres Opernhauses in den Verkauf, um unter der empfohlenen Höchstgrenze zu bleiben. Das Staatstheater Karlsruhe geht ähnlich vor. Das Festspielhaus in Baden-Baden, größtes Opernhaus in Deutschland, kündigte an, den Erlass des Ministeriums abzuwarten und dann umgehend zu reagieren.

Veranstaltungen wegen Coronavirus abgesagt: Radio Regen Award fällt aus

Der diesjährige Radio Regenbogen Award wurde am Dienstag abgesagt. Damit folge man der Risikobewertung des Robert Koch-Instituts und den Empfehlungen des Krisenstabs der Bundesregierung, teilte der Radiosender mit. Die Verleihung mit mehr als 1.500 Gästen aus Baden und der Pfalz sowie nationalen und internationalen Prominenten war für den 3. April im Europa-Park Rust geplant.

Derweil richtet das Universitätsklinikum Mannheim ab Mittwoch einen Corona-Diagnose-Stützpunkt in mehreren speziell ausgestatteten Containern ein. Patienten, bei denen der begründete Verdacht besteht, dass sie sich infiziert haben, könnten dort getrennt von anderen auf das Virus getestet werden. Der Diagnose-Stützpunkt liegt zentral im Park der Universitätsmedizin Mannheim. Die Zuweisung erfolge über Info-Telefon des Gesundheitsamts.

In Baden-Württemberg gibt es erste Corona-Testzentren, die mit dem Drive-in-Prinziparbeiten. Heißt: Die Untersuchung findet im eigenen Auto statt.

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