Covid-19-Desaster in Baden-Württemberg 

Labore überlastet: Schluss mit Corona-Tests - Reiserückkehrern droht Quarantäne

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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In ganz Baden-Württemberg steigen die Coronavirus-Neuinfektionen rapide an. Die Labore sind überlastet - Testkapazitäten fast ausgeschöpft.

  • Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen steigt in Baden-Württemberg weiter an.
  • Die Sozial- und Gesundheitsminister beraten über mögliche Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.
  • Offenbar sollen die Coronavirus-Tests für Reiserückkehrer eingeschränkt werden.  

Nach Minister-Konferenz: Coronavirus-Pflichttests für Urlauber sollen abgeschafft werden

Update vom 25. August: In einer Telefonkonferenz sprachen Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha und die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern über mögliche neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Neben einer Ausweitung der Maskenpflicht war auch eine Anpassung der Strategie für weitere Coronavirus-Tests Gesprächsthema. Jetzt wird bekannt: Die Gesundheitsminister wollen die Pflichttests auf das Coronavirus für Urlauber nach der Sommersaison abschaffen. Auch kostenlose Tests sollte es nicht mehr geben.

Das würde in erster Linie die Urlauber betreffen, die aus einem Risikogebiet zurück nach Baden-Württemberg kommen. Von dieser Maßnahme berichtet die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) in Berufung auf Ministerkreise. Ein Grund für die Maßnahme dürfte sein, dass die Labore in Deutschland angesichts der vielen Reiserückkehrer allmählich an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Schluss also mit kostenlosen Coronavirus-Tests. Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen die Testkapazitäten stattdessen stärker im Bereich Pflege und Krankenhäuser genutzt werden.

Baden-Württemberg: Keine Coronavirus-Pflichttests für Reiserückkehrer, dafür Quarantäne

Sollten die Pflichttests auf das Coronavirus tatsächlich abgeschafft werden, müssten Reiserückkehrer aus Risikogebieten wieder in Quarantäne. Bisher ist es so, dass ein negativer Coronavirus-Test die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten aufhebt. Dieser Luxus könnte nach Ansicht der Minister bald Geschichte sein. Klar ist allerdings nicht, wann genau die Coronavirus-Tests für Reiserückkehrer wegfallen sollen. Das dürfte deshalb Thema in der Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Bundeskanzlerin am Donnerstag sein. Das berichtet tagesschau.de.

Coronavirus Baden-Württemberg: Drohen neue Maßnahmen?

Ursprungstext vom 24. August: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg befinden sich im besorgniserregenden Aufwärtstrend. In Heilbronn ist bereits eine Coronavirus-Vorwarnstufe in Kraft, über die echo24.de aktuell berichtet. Angesichts steigender Infektionszahlen wächst der Druck auf die Politik, strenger in Bezug auf Reiserückkehrer in Baden-Württemberg vorzugehen. Auch Sozialminister Manne Lucha äußert sich besorgt zur aktuellen Situation. Er bezeichnet die Lage im Land als "überaus fragil" und spricht mit anderen Sozial- und Gesundheitsministern über mögliche Maßnahmen.

In einer Telefonkonferenz mit anderen Sozial- und Gesundheitsministern aus Deutschland sprach Lucha auch über eine Erweiterung der Maskenpflicht und eine Anpassung der Strategie für weitere Coronavirus-Tests in Deutschland. Das berichtet die Deutsche-Presse-Agentur (dpa). Zudem stand wohl auch eine mögliche Begrenzung der Größe von Veranstaltungen auf der Tagesordnung der Gesundheits- und Sozialminister. Ebenso die Vereinheitlichung der Bußgelder bei Verstößen gegen die Coronavirus-Verordnung, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Coronavirus Baden-Württemberg: Neue Maßnahmen? Und ab wann?

Das Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg wieder weiter aus. Sozialminister Lucha spricht mit anderen Ministern deshalb über mögliche neue Maßnahmen.

Mit Entscheidungen wurden nicht gerechnet. Es ist aber durchaus möglich, dass die Gesprächsinhalte der Gesundheits- und Sozialminister in die Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin einfließen, die am Donnerstag stattfindet. Eine mögliche Neujustierung der Infektionsschutzregeln in Deutschland ist nicht ausgeschlossen. Zumal die Zahl steigender Coronavirus-Neuinfektionen kein auf Baden-Württemberg beschränktes Phänomen ist. Eine mögliche Ursache für die steigenden Covid-19-Infektionen sind Reiserückkehrer.

Aber auch die Tatsache, dass mehr auf das Coronavirus getestet wird, ist eine mögliche Ursache für die steigende Anzahl an offiziellen Covid-19-Fällen. Neben Heilbronn haben auch andere Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg mit einer steigenden Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen zu kämpfen. Ein Stadt- oder Landkreis ist von der Vorwarnstufe betroffen, wenn 35 Coronavirus-Infektionen auf 100.000 Einwohner treffen. Nach Heilbronn ist Ulm mit knapp über 30 Infektionen auf 100.000 Einwohner am schlimmsten betroffen.

Baden-Württemberg: Steigende Coronavirus-Infektionen! Was wird unternommen?

Bislang sind die Ideen der Sozial- und Gesundheitsminister nur Gesprächsstoff. Um der steigenden Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen entgegenzuwirken, sollen schrittweise alle Landkreise in Baden-Württemberg über eine Anlaufstelle für Covid-19-Tests verfügen. Das teilt die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg mit, die neben solchen Abstrichstellen auch mehr als 700 Corona-Schwerpunktpraxen für Patienten mit Coronavirus-Symptomen plant. Hinzu kommt ein Ausbau der Teststationen an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnparkplätzen im Land.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pixabay

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