Coronavirus bedroht Kleinunternehmen

Coronavirus in Baden-Württemberg: L-Bank beginnt mit Auszahlung der Soforthilfe

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg bedroht Kleinunternehmen. Nun gibt es ein Soforthilfe-Programm. Die L-Bank beginnt am 27. März mit der Auszahlung.

  • In Baden-Württemberg gibt es eine Soforthilfe für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige.
  • Die Soforthilfe besteht aus einer Einmalzahlung, die sich aus der Anzahl der Mitarbeiter errechnet.
  • Die Antragstellung funktioniert laut Wirtschaftsministerium elektronisch und ist unbürokratisch.

Coronavirus in Baden-Württemberg: L-Bank beginnt mit Auszahlung der Soforthilfe

Update 26. März: Jetzt geht es ganz schnell. Bereits morgen soll die L-Bank mit den Auszahlungen der Soforthilfen an Unternehmen beginnen, die durch die Coronakrise vor der Insolvenz stehen. In den ersten Stunden nach dem Start des Soforthilfsprogramms sind bereits über 46.400 Anträge (Stand 26. März 15:00) eingegangen. 

„Wir lassen in dieser Ausnahmesituation niemanden allein und tun alles dafür, dass unsere Wirtschaft erfolgreich durch diese Krise kommt und so viele Arbeitsplätze wie möglich gesichert werden. In einem ersten Schritt geht es jetzt darum, mit unserem Sofortprogramm all jenen Unternehmen zu helfen, die ohne diese Unterstützung innerhalb weniger Tage insolvent gehen würden“, erklärt Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Pro Stunde werden etwa 6.000 Anträge hochgeladen und zur regionalen Bearbeitung an die einzelnen Kammern weitergereicht, damit sie nach der Prüfung schnellstmöglich an die L-Bank zum finalen Entscheid weitergegeben werden können.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Azubis im Soforthilfe-Programm als Arbeitskräfte angeben 

Update vom 25. März: Die Coronavirus-Pandemie stellt baden-württembergische Unternehmen vor große Herausforderungen. Insbesondere die Kleinunternehmen und Solo-Selbstständigen laufen Gefahr, insolvent zu gehen. Um das zu verhindern, hat die Landesregierung ein Soforthilfe-Paket für kleine Unternehmen und Selbstständige auf den Weg gebracht. Inhalt: Unternehmen sollen - abhängig von der Anzahl der Mitarbeiter – eine einmalige Zuschuss-Zahlung erhalten, die nicht zurückbezahlt werden muss.

Heißt in Folge: Firmen die mehr Mitarbeiter haben, können auch einen höheren Zuschuss beim Wirtschaftsministerium beantragen. Aber was ist mit den Azubis? Können die als feste Arbeitskräfte mitgerechnet werden? Die Landesregierung stellt jetzt klar: Ja, das geht. Voraussetzung ist aber, dass das antragstellende Unternehmen nicht mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt. 

Damit reagiert das baden-württembergische Wirtschaftsministerium auf einen Hinweis von Kultusministerin Susanne Eisenmann. Die hatte im Zuge der Coronavirus-Pandemie darauf hingewiesen, dass viele Betriebe eine „hohe Ausbildungsbereitschaft“ haben und in der Soforthilfe-Maßnahme dadurch nicht benachteiligt werden sollen. Heißt: Viele kleine Betriebe in Baden-Württemberg, die mehr Azubis beschäftigen als andere, können jetzt einen höheren Zuschuss beim Wirtschaftsministerium beantragen als bisher. Bereits in dieser Woche soll es möglich sein, einen Antrag elektronisch beim Wirtschaftsministerium zu stellen. So könnten bereits in diesem Monat erste Soforthilfen in Baden-Württemberg ausbezahlt werden

Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg: Kleinunternehmen in Existenz bedroht

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg sind in allen Branchen deutlich spürbar. Besonders hart trifft es Selbstständige und Dienstleistungsbetriebe, die nach der aktuellen Verordnung für mindestes zwei Wochen geschlossen bleiben müssen. Zu den wenigen Ausnahmen in Baden-Württemberg gehören Apotheken, Drogerien sowie Lebensmittelgeschäfte, die für die Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind. Für alle anderen heißt es: Schotten dicht machen. 

Glück haben jetzt all diejenigen, die ins Homeoffice ausweichen können, oder in einer der wenigen Branchen arbeiten, die jetzt noch öffnen dürfen. Auf der anderen Seite: Die vom Coronavirus betroffenen Dienstleister und Selbstständigen, die jetzt keine Einnahmen mehr haben und trotzdem weiterhin für Kosten wie Miete, Personal oder Steuern aufkommen müssen. Dazu gehören neben den Selbstständigen beispielsweise auch regionale Kleinunternehmen wie Friseursalons, Fitnessstudios oder Tanzschulen.

Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg: Soforthilfe für Kleinunternehmen

Fest steht: DieCoronavirus-Pandemie könnte vieler solcher Kleinunternehmen in die Insolvenz führen undFolgen wie Arbeitsplatzverlust weiter begünstigen. Um genau das zu verhindern, hat die baden-württembergische Landesregierung jetzt ein Soforthilfe-Programm für Kleinunternehmen und Selbstständige auf den Weg gebracht. Ziel sei es, die Liquidität aufrechtzuerhalten und somit die Existenz der einzelnen Betriebe zu sichern, erklärt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Geld solle in Zeiten der Corona-Krise keine Rolle spielen.

Kündigt Soforthilfe für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen in Baden-Württemberg an: Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Konkret geht es im Soforthilfe Programm der baden-württembergischen Landesregierung um Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten. Soforthilfen im Umfang von 9.000 bis 30.000 Euro pro Unternehmen sollen laut Wirtschaftsministerium möglich sein. Der individuelle Betrag errechnet sich bei jedem Unternehmen aus der Anzahl der Beschäftigten und muss nicht wieder zurückbezahlt werden. Auch fortlaufende Gehaltszahlungen können so sichergestellt werden.

Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg: So viel Geld können Kleinunternehmen beantragen

Der Zuschuss, der im Rahmen der Soforthilfe in Baden-Württemberg einmalig ausbezahlt wird, ist folgendermaßen gestaffelt und wird für drei Monate ausbezahlt:

  • Solo-Selbstständige: bis zu 9.000 Euro
  • Kleinunternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern: bis zu 9.000 Euro
  • Kleinunternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten: bis zu 15.000 Euro
  • Kleinunternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten: bis zu 30.000 Euro. 
Voraussetzung ist, dass ein Selbstständiger, bzw. ein Kleinunternehmen, antragsberechtigt ist. Um das festzustellen, muss bei der zuständigen Handwerkskammer ein Antrag gestellt werden. Und der ist, nach Angaben des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums, unbürokratisch und komplett elektronisch. 

Sollte es trotzdem Fragen geben, stehen Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in einer Corona-Hotline, unter der Telefonnummer 0800/4020088 zur Verfügung. Achtung: Hier werden nur finanzielle Fragen, im Rahmen einer Soforthilfe, beantwortet. Für private Anliegen gilt nach wie vor die allgemeine Corona-Hotline der Stadt, die über das jeweilige Gesundheitsamt, beziehungsweise Krankenhaus, betrieben wird.

Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg: Soforthilfe für Kleinunternehmen - Geld innerhalb weniger Tage

Alle gestellten Anträge sollen innerhalb weniger Tage bearbeitet werden, berichtet der SWR zur Soforthilfe für Kleinunternehmen, die vom Land finanziell unterstützt werden sollen. Auf kleine Verzögerungen müssen sich Unternehmen und Selbstständige allerdings einstellen. Grund: Gerade am Anfang müssen viele Anträge bearbeitet werden - das braucht erfahrungsgemäß Zeit. Bei Fragen stehen neben der Hotline auch die örtliche IHK und die zuständigen Handwerkskammern Rede und Antwort. In vielen Kommunen gibt es zudem eigene Informationsangebote. Beispielsweise eine separateInfo-Hotline für Heilbronner Betriebe, die sowohl von der IHK, als auch von  der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, angeboten wird.

Fazit: Unternehmen in Baden-Württemberg können auf Hilfe hoffen, die im Idealfall tatsächlich elektronisch und unbürokratisch sofort ausbezahlt wird. Gerade die Kleinunternehmen und Selbstständigen, die aktuell wenig oder keine Aufträge haben, können so weiterhin bestehen bleiben. Wie sich der Ablauf allerdings in der Praxis entwickelt, bleibt ungewiss. Auch bleibt es bei teils dramatischen Einkommenseinbußen vorläufig bei einer Einmalzahlung, die pro Unternehmen einmal gewährt wird.   

Und auch wie sich die Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg weiter entwickelt bleibt ein Faktor, der aktuell schwer einzuschätzen ist. Würde es doch noch zu einer Ausgangssperre in Baden-Württemberg kommen, würden noch mehr Betriebe mit dramatischen Einkommenseinbußen zu kämpfen haben. Heißt: Das Schicksal bleibt nach wie vor ungewiss - und die großen Konzerne, aber auch die kleinen Lokal-Unternehmen, die oft keine oder wenige Rücklagen haben, werden sich mit viel Unsicherheit weiter durch die Corona-Krise manövrieren müssen. 

Rubriklistenbild: © dpa/Archiv

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