Oberste Schulpsychologin schlägt Alarm

Coronavirus bedingte Schulschließungen: Sind einzelne Schüler traumatisiert?

  • schließen

Oberste Schulpsychologin in Baden-Württemberg warnt in der Coronavirus-Krise vor traumatisierten Schülern.

  • Die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise haben Auswirkungen auf die Psyche.
  • Die oberste Schulpsychologin in Baden-Württemberg warnt vor traumatisierten Schülern.
  • Sind baden-württembergische Schulen auf traumatisierte Fälle überhaupt vorbereitet?

Coronavirus/Baden-Württemberg: traumatisiert durch Schulschließungen - oberste Schulpsychologin schlägt Alarm

Die Lungenkrankheit Covid-19 breitet sich weiter. Davon zeugen die mehr als 25.000 Coronavirus-Infizierten in Baden-Württemberg und die 785 Todesfälle (Stand: 15. April). Unlängst haben Bund und Länder umfangreiche Corona-Schutz-Maßnahmen ergriffen. Eine davon: die bundesweiten Schulschließungen.
Und die können psychische Probleme in der Corona-Krise begünstigen. Das glaubt zumindest Nina Großmann, Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbands Schulpsychologie.

Insbesondere auch Kinder können psychische Erkrankungen im Zuge der Ausgangsbeschränkungen entwickeln.

Großmann glaubt konkret, dass einige Schüler - in Folge der Schulschließungen - traumatisiert sein könnten. Großmann: "Das ist eine Ausnahmesituation, in der etwas passiert, das die Kinder und Lehrkräfte emotional stark in Anspruch nimmt - zum Beispiel ein Todesfall einer Lehrkraft, ein Unfall auf dem Schulweg, oder Amok-Fehlalarme, bei denen alle Türen verriegelt werden und die Polizei in Ausrüstung und mit Waffen in die Schule kommt." Daher gibt es - laut Großmann - jetzt auf jeden Fall Gesprächsbedarf.

Coronavirus/Baden-Württemberg: Sind baden-württembergische Schulen überhaupt auf traumatisierte Schüler vorbereitet?

Großmann: "Wie nach solchen Ereignissen müssen wir damit rechnen, dass einige Kinder auch jetzt traumatisiert sind." Heißt: Schulen in Baden-Württemberg müssen auf einzelne Schüler Rücksicht nehmen und für das Thema sensibilisiert werden. Dabei ist es für die  Schüler wichtig, "sich im Klassenverband auszutauschen und gehört werden", erklärt Großmann gegenüber der schwäbischen Zeitung. Trotzdem ist eine Betreuung von Außen für einzelne Schüler notwendig.

Um das sicherzustellen gibt es - laut Großmann - an jeder Schule ein sogenanntes Krisen-Team, dass von der baden-württembergischen Schulpsychologie auf traumatisierte Schüler vorbereitet ist. Die Aufgabe dieser Krisen-Teams: besonders belastete Kinder im Zuge der Coronavirus-Pandemie im Blick behalten
und - bei Bedarf - zusätzliche Gespräche anbieten. Auch die einzelnen Sozialarbeiter stehen in den Schulen bei Problemen in der Corona-Krise nach wie vor zur Verfügung.

Das bestätigt eine Sprecherin der Caritas-Familienberatung auf echo24.de-Anfrage im Artikel Kontaktverbot und Straßenkinder. Ein Beitrag, der sich mit einer der größten, sozialen Gefahren der landesweiten Kontaktsperre auseinandersetzt. Unter der Corona-Krise leiden nicht nur Schulen, Kinder - sondern auch der Einzelhandel. Viele Geschäfte in Baden-Württemberg mussten schließen. Doch jetzt kommt die Landesregierung Baden-Württemberg dem Einzelhandel entgegen und veröffentlicht neue Corona-Verordnung. Demnach dürfen bestimmte Geschäfte ab dem 20. April wieder öffnen. 

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren