Langsame Rückkehr zur Normalität in Baden-Württemberg?

Monatelange Einschränkung durch Corona-Regeln? Kretschmann hat klare Meinung

Alle Autoren
    schließen
  • Anna-Maureen Bremer
    Anna-Maureen Bremer
  • Tobias Becker
    Tobias Becker
  • Violetta Sadri
    Violetta Sadri
  • Melissa Sperber
    Melissa Sperber

Das Coronavirus macht Baden-Württemberg zu schaffen. Ministerpräsident Kretschmann glaubt an monatelange Einschränkungen durch Kontaktverbot.

  • Covid-19 hält Deutschland weiter in Atem.  
  • Kontaktverbot bleibt bis mindestens 3. Mai bestehen, aber Öffnung kommt schrittweise.
  • Maßnahmen gegen Coronavirus können Leben in Baden-Württemberg noch monatelang einschränken.

Update 22. April: Wird es bald eine Rückkehr zur Normalität geben? Ist im Laufe des nahenden Sommers wieder ein Leben möglich, wie es in Baden-Württemberg noch vor wenigen Monaten, vor dem Coronavirus, selbstverständlich schien? Wenn es nach Winfried Kretschmann geht, eher nicht. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg geht davon aus, dass die Coronavirus-Kontaktbeschränkungen die Menschen noch mehrere Monate, anstatt nur einige Wochen einschränken werden. "Abstandsgebot, keine Gruppen, Hygienemaßnahmen werden uns noch lange begleiten", erklärte er. Das berichten unter anderem die Stuttgarter Nachrichten.

Auch Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, sieht das ähnlich: Ihrer Auffassung nach sei das Coronavirus noch weitgehend unbekannt. Zu dessen weiterer Verbreitung und den sich daraus ergebenden Folgen für die Menschen könne man daher derzeit keine konkreten Daten oder gar definitive Termine nennen. Laut Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg, werden die Folgen rund um Covid-19 die Menschen so lange beschäftigen und einschränken, bis es Medikamente und Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 geben wird.

Baden-Württemberg: Ministerpräsident Kretschmann lockert Corona-Regeln vorsichtig!

Update, 15. April: Am Mittwoch gegen 18.30 Uhr war es soweit! Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußerte sich zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise. Zuvor gab es eine stundenlange Konferenz mit Bund und Ländern, in dem die Maßnahmen für die kommenden Wochen besprochen wurden. 

Das Wichtigste vorab: Die Kontaktbeschränkung wird bis mindestens zum 03. Mai verlängert und bleibt somit für zwei weitere Wochen bestehen. Aber: In Baden-Württemberg sollen kleinere und mittlere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter strengen Auflagen frühestens von Montag an wieder öffnen dürfen. 

Auch für Auto-, Fahrrad- und Buchhändler könnte es ab kommender Woche wieder los gehen. Diese Betriebe dürfen unabhängig von der Fläche Kunden betreuen und den Verkauf aufnehmen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwochabend. Kretschmann: " Das sind erste vorsichtige Schritte zur Öffnung unserer Gesellschaft und Wirtschaft." Aber: Bei einem schrittweisen Vorgehen müssten bestimmte Grenzen festgelegt werden, räumte Kretschmann ein.

Kretschmann rechtfertigte auch die nur langsame Rückkehr in die Normalität mit dem Risiko einer erneuten Infektionswelle durch den zu großen "Sog in die Innenstädte und Shopping-Center".

Coronavirus Baden-Württemberg: Kontaktverbot - Lockerung der Maßnahmen abgelehnt

Update vom 1. April: An diesem Mittwoch, 1. April, beraten sich die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen und die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Das Ergebnis: Das Kontaktverbot bleibt bis einschließlich 19. April bestehen.

Am 15. April wollen Bund und Länder erneut über eine Lockerung der Corona-Maßnahmen diskutieren.

Coronavirus Baden-Württemberg: Kontaktverbot bleibt bis nach Ostern - Kretschmann informiert über Lage

Update vom 31. März, 12.05 Uhr: Jetzt ist klar: Das Kontaktverbot in Baden-Württemberg bleibt weiterhin bestehen. Das verkündete Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der heutigen Pressekonferenz zur Information über die aktuelle Corona-Lage. In einer Telefonkonferenz hatten sich Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs am 22. März auf ein Kontaktverbot geeinigt. Diese Maßnahme solle eine Mindestdauer von zwei Wochen haben. 

Geregelt sind diese und andere Maßnahmen in der aktuellen Corona-Verordnung der Landesregierung gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg - diese wiederum gilt vorerst bis zum 15. Juni 2020. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann erklärt, dass man in Baden-Württemberg heute immer noch die Infizierten sehe, die sich vor zwei Wochen mit Covid-19 angesteckt haben - also bevor die Corona-Maßnahmen beschlossen wurden. Wie die aktuellen Maßnahmen wirken, kann man deshalb erst in etwa einer Woche absehen. 

Unter §11 ist das Außerkrafttreten der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württembergs geregelt.

Baden-Württemberg: Falscher Zeitpunkt für Ausstiegsdebatten

Kretschmann warnt ausdrücklich davor, dass das Gesundheitssystem in nächster Zeit an seine Belastungsgrenzen kommen werde. Auch deswegen sei es besonders wichtig, dass alle sich an das Kontaktverbot halten. Der Zeitpunkt für Ausstiegsdebatten sei jetzt der falsche!

Trotz Kontaktverbot sieht Kretschmann die Freiheitsrechte nicht geopfert. Er verspricht außerdem eine radikale Rückkehr zur Normalität.

Vorerst werde es in Baden-Württemberg auch keine Pflicht zum Tragen von Mundschutz geben, wie es gestern in Österreich beschlossen wurde. Der Grund: Die Atemschutzmasken werden dringend in den medizinischen Fachbereichen benötigt.

Bereits am Montag, 30. März, hatte Bayerns Ministerpräsident Marcus Söder in einer Pressekonferenz verkündet, dass die Ausgangsbeschränkungen in Bayern bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert werden. Söder hat dabei vor einer voreiligen Debatte über eine Exit-Strategie aus den derzeitigen Beschränkungen wegen der Corona-Krise gewarnt, wie merkur.de berichtet.

Coronavirus Baden-Württemberg: Heute informiert Landesregierung über aktuelle Lage

Update vom 31. März: Die Landesregierung will heute über die aktuelle Coronavirus-Lage in Baden-Württemberg informieren. Wie die dpa berichtet, wird die Pressekonferenz über einen Livestream ab 12 Uhr übertragen - Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Sozialminister Manne Lucha und Innenminister Thomas Strobl  geben zuerst öffentliche Statements und beantworten dann Fragen von Journalisten.

Doch um was wird es gehen? Hauptfrage dürfe aller Voraussicht nach sein, ob die Einschränkungen des öffentlichen Lebens mittlerweile Wirkung bei der Verbreitung des Coronavirus zeigen. Seit dem 23. März gelten die aktuellen Corona-Regeln in Baden-Württemberg.

Weitere Informationen folgen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kretschmann äußert sich zur Ausgangssperre

Update vom 19. März, 11.40 Uhr: Das Coronavirus stellt die Einwohner Baden-Württembergs fast täglich vor neue Herausforderungen. Soziale Kontakte sollen eingeschränkt werden, Veranstaltungen wurden abgesagt, alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sind geschlossen, die Straßen sind leer. Was jetzt gilt, könnte in wenigen Stunden schon nicht mehr so sein. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann appellierte bei der Sondersitzung im Landtag am Donnerstag noch einmal an alle Bürger, sich so gut wie es geht an die Maßnahmen zu halten. Sollte das nicht so sein, drohen noch härtere Maßnahmen. Etwa Ausgangssperren? Kretschmann schließt diese nicht aus. Möchte diesen Schritt aber vermeiden. 

Auch im Landtag heißt es: Abstand halten! 

Das komme darauf an, wie konsequent jeder einzelne die Maßnahmen einhalte. Jeder Kontakt, den man vermeidet, helfe dabei den Virus einzudämmen. "Es kann nicht sein, dass jetzt junge Leute zu Corona-Partys rennen! Wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen, dann kommen wir um härtere Maßnahmen und Sanktionen nicht herum." Kretschmann lobte außerdem die Arbeit Tübinger Mediziner, die ein Medikament gegen das Coronavirus testen. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Heute Sondersitzung im Landtag

Erstmeldung vom 19. März, 7 Uhr: Welche Frage man sich in diesen außergewöhnlichen Tagen zuerst stellen soll, ist gar nicht einfach. Die Zahl der am Coronavirus Erkrankten steigt weiter an. Das öffentliche Leben in der Bundesrepublik erfährt nie dagewesene Einschränkungen. Gibt es bald eine Ausgangssperre? Werden Unternehmen diese Herausforderung überstehen können? Wann dürfen wieder Feste gefeiert werden? Der Landtag kommt heute in Stuttgart zu einer Sondersitzung zusammen, um Weichen zur Bekämpfung des Coronavirus zu stellen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Heute Sondersitzung im Landtag

Das Parlament soll die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Land in der Coronakrise Kredite aufnehmen kann. Deshalb soll der Landtag nach Angaben aus Regierungskreisen einen Antrag zur Abweichung von der Schuldenbremse beschließen. Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Bundesländer eigentlich keine neuen Kredite aufnehmen dürfen. CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart sagte: "Wir sind dafür, das jetzt die Schuldenbremse in der Landeshaushaltsordnung gelöst wird."

Zudem soll ein Nachtragsetat der grün-schwarzen Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beschlossen werden. Damit will die Regierung sicherstellen, dass sie in der Coronakrise notfalls auf eine millionenschwere Rücklage im Landeshaushalt zurückgreifen kann. 

Probleme macht das Coronavirus bereits denen, die ohnehin schon wenig haben. Viele Tafeln müssen wegen des Virus schließen

Landtag will das Coronavirus in Baden-Württemberg in den Griff bekommen

Die Abgeordneten sollen während der heutigen Sitzung den empfohlenen Abstand von 1,5 bis 2 Metern einhalten, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken, falls ein Politiker mit dem Virus infiziert sein sollte. Deshalb sollen einige Abgeordnete auf der Besuchertribüne des Plenarsaales Platz nehmen.

Es wird erwartet, dass sich die Debatte nicht nur um den Nachtragsetat im engeren Sinne dreht, sondern dass die allgemeine Lage in Baden-Württemberg angesichts steigender Infektionszahlen diskutiert wird.

Viele Menschen scheinen stark verunsichert und versuchen sich auf eigene Faust zu schützen. Edeka Ueltzhöfer beendet den Corona-Wahnsinn, dem viele beim Einkaufen verfallen. 

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Sie auch interessieren