Kultusministerium reagiert auf Anfragen

Corona-Reisehinweise für Schulen: Was ist bei Reisen ins Ausland zu beachten?

Corona-Reisehinweise für Schulen: Das ist bei Reisen ins Ausland zu beachten
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Schulen und Eltern sind wegen Klassenfahrten verunsichert.
  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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  • Simon Mones
    Simon Mones
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Coronavirus: Die Klassenfahrt ist gebucht, doch dort wütet das Coronavirus.  Was nun? Das fragen sich viele Schulen, jetzt reagiert das Kultusministerium.

  • Die Zahl der Corona-Infizierten steigt in Baden-Württemberg schnell an.
  • Schulen und Kindergärten werden informiert. 
  • Reisen ins Ausland sollen im Zweifel abgesagt werden.

echo24.de hat eine

Übersicht zur Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg

zusammengestellt.  Eine Folge des Virus: 

Schulen in Heilbronn und Hohenlohe müssen wegen Corona-Infektionen

oder Verdachtsfällen teilweise schließen.

Coronavirus: Das rät das Kultusministerium bei Reisen

Update 3. März: Die rapide Verbreitung des Coronavirus sorgt bei Schulen und Eltern in Baden-Württemberg für immer mehr Verunsicherung. Das Kultusministerium erhielt in den vergangenen Tagen zahlreiche Anfragen, wie aktuell mit Klassen-, Studienfahrten und Schüleraustauschen umzugehen ist.

Aus diesem Grund hat das Kultusministerium in Baden-Württemberg allen Schulen Hinweise zum Umgang mit außerunterrichtlichen Veranstaltungen und dem Kostenersatz gegeben.

Coronavirus: Risikogebiete vermeiden

Generell gilt: Klassen und Studienfahrten sowie Schüleraustausche in Coronavirus-Risikogebieten die bis zum Ende des laufenden Schuljahres geplant sind, sind durch die Schulleitung abzusagen. Dies gilt ebenso für Schüleraustausche bei denen Schüler aus Risikogebieten nach Baden-Württemberg kommen.

Zudem empfiehlt das Kultusministerium allen Lehrkräften und allen anderen an den Schulen in Baden-Württemberg Beschäftigten keine privaten Reisen in Coronavirus-Risikogebiete zu machen.

Coronavirus: Reisen in Nichtrisikogebiete 

Auch bei Reisen in Länder oder Regionen, die wegen des Coronavirus, nicht als Risikogebiete gelten, ist eine Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsbehörden erforderlich.

Im Zweifel sind diese wegen des Coronavirus auch abzusagen, sollte vom zuständigen Gesundheitsamt keine positive Rückmeldung erfolgen. FürReisen im Inland gibt es derzeit keine Empfehlungen vom Kultusministeriums. Auf Basis der weiteren Entwicklungen behält sich das Ministerium aber eine weitere Anpassung der Hinweise vor.

Coronavirus: Land übernimmt zusätzliche Kosten

Muss eine Reise in ein Risikogebiet gemäß der Hinweise des Kultusministeriums wegen des Coronavirus abgesagt werden, so übernimmt das Land Baden-Württemberg die anfallenden Stornokosten

Sollten bei einer Umbuchung von einem Coronavirus-Risikogebiet ein Nichtrisikogebiet Mehrkosten anfallen, so werden diese nicht übernommen.

Coronavirus: Schulen und Kindergärten sollen Maßnahmen beachten

Erstmeldung 2. März: Es ist keine 24 Stunden her, dass Schulen und Kindergärten aufgrund des sich schnell ausbreitenden Coronavirus vom Kultusministerium informiert wurden. Nun kommt schon die nächste Information an die Einrichtungen. 

Im zweiten Schreiben heißt es nun: "Aufgrund der dynamischen Lageentwicklung informiert das Kultusministerium – ergänzend und konkretisierend über die folgenden erweiterten Hinweise für Schulen und Kindertageseinrichtungen

Corona-Checkliste für Schulen und Kindergärten: Das müssen Eltern in Baden-Württemberg wissen

• Bei Personen, die nicht in einem Risikogebiet waren und keinen Kontakt zu einem am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten, sind keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen nötig. Diese Personen können daher uneingeschränkt am Schul- bzw. Kita-Betrieb teilnehmen. 

• Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren, vermeiden – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte und bleiben vorläufig zu Hause.

• Personen, die in einem Risikogebiet waren und innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr von dort Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall, u.a. bekommen, vermeiden alle nicht notwendigen Kontakte und bleiben zu Hause. Diese Personen setzen sich umgehend telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung oder nehmen Kontakt mit dem kassenärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116117 auf.

• Personen, die während ihres Aufenthalts in einem Risikogebiet oder innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt zu einem bestätigt an COVID-19 Erkrankten hatten, kontaktieren umgehend das örtlich zuständige Gesundheitsamt. Dies muss in jedem Fall erfolgen – unabhängig vom Auftreten von Symptomen."

Coronavirus: Schulen und Kindergärten sollen Risiko-Liste im Auge behalten

Das Kultusministerium weist ebenfalls darauf hin, dass das Robert-Koch-Institut die Liste der Risikogebiete heute auf die gesamte Region Lombardei in Italien erweitert hat. Die aktuelle Liste der Corona-Risikogebiete wird stetig aktualisiert.

Die Hinweise gelten für alle Personen an Schulen und Kindertageseinrichtungen, das heißt sowohl für Schülerinnen und Schüler, Kita-Kinder, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sowie für alle weiteren in den Einrichtungen Beschäftigten bzw. Tätigen.

Mitarbeiter des Landes Baden-Württemberg aufgrund von Coronavirus-Risiko freigestellt

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes Baden-Württemberg, die sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben – unabhängig davon, ob sie Symptome aufweisen oder nicht – oder Kontakt zu einem bestätigt an COVID-19 Erkrankten hatten, werden zunächst freigestellt und gebeten, mit ihrer Dienststelle telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Das Ministerium bittet ferner darum, dass die betroffenen Personen mit dem Gesundheitsamt in Kontakt treten. Dabei soll dann geklärt werden, ob der Dienst bedenkenlos wieder aufgenommen werden kann. Falls nicht, "werden diese Kolleginnen und Kollegen bis zur zweifelsfreien Klärung des Gesundheitszustandes vom Dienst frei gestellt. Die Bezüge- bzw. Lohnzahlung läuft in dieser Zeit weiter", heißt es. 

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätten bzw. der Schulträger werden die jeweiligen Beschäftigungsträger um eine analoge Regelung gebeten.

Wer eine Italienreise plant, sollte sich dringend informieren. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schulen und Kindergärten informiert

Ursprungsmeldung von 28.02., 12 Uhr: 5.000 Schulen und fast 9.000 Kindergärten hat das Kultusministerium gestern angeschrieben und in Hinblick auf das Coronavirus informiert. Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: "Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Schulen und Kitas im Land so gut wie möglich zu informieren und ihnen Hilfestellungen mit an die Hand zu geben."

In einem Schreiben von Amtschef Michael Föll gibt das Ministerium Hinweise, wie bei Verdacht von Infektionen mit dem Coronavirus umzugehen ist und welche Unterstützungsmöglichkeiten und Vorgehensweisen bereitstehen. 

Coronavirus: Schul- und Kindergartenbetrieb nicht eingeschränkt

So heißt es in dem Schrieb an die Einrichtungen beispielsweise: "Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der bestätigten Infektionen in den nächsten Tagen weiter ansteigen wird." 

Es bestehe derzeit kein Anlass, Schul- oder Kitabetrieb einzuschränken. Schulen oder Kindertagesstätten die Kenntnis von vorgenannten Verdachtsfällen erhielten, sollten durch deren Schul- bzw. Kitaleitung unverzüglich mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen.

Das Gesundheistministerium in Heilbronn warnt derzeit davor, sich zu Panik hinreisen zu lassen. Dennoch: Auch Heilbronn bereitet sich auf das Coronavirus vor

Das Schreiben gibt weiterhin Auskunft darüber, wen die Einrichtungen zu informieren haben, wenn ein Verdacht auftritt: Die Schulleitungen werden in solchen Fällen gebeten, ihre zuständige Schulaufsichtsbehörde unverzüglich zu informieren. Schulen und Kindertagesstätten informieren darüber hinaus ihren jeweiligen Träger.

Coronavirus: Klassenfahrten von Schulen müssen individuell entschieden werden

Im Zweifel rät das Kultusministerium vom Klassenfahrten ab. Die Durchführung ins Ausland und Schüleraustausche sei im konkreten Einzelfall von der Schulleitung mit dem örtlichen Gesundheitsamt zu entscheiden. Firmen in Heilbronn und der Region werden aufgrund des Virus ebenfalls vorsichtiger. Ebm-papst und Lidl haben bereits Dienstreisen abgesagt

Auch viele Urlauber überdenken derzeit ihre Reisepläne. Eine Heilbronner Expertin äußert sich zu Urlaub trotz Coronavirus. 

"Die Fachleute des Robert-Koch-Institutes schätzen das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell als gering bis mäßig ein", heißt es. Da man dennoch von einer steigenden Zahl an Infektionen ausgehe, sei es ein wichtiges Anliegen, Schulen und Kindergärten zu informieren und sie mit offenen Fragen nicht allein zu lassen. 

"Mit dem Ende der Faschingsferien und dem Start des Unterrichts in der kommenden Woche steigt sicherlich auch der Informationsbedarf seitens der Eltern. Deshalb ist es gut, wenn sich alle mit den Vorgehensweisen vertraut machen können. Damit lassen wir die Schulen und Kitas nicht alleine", sagte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. 

In Heilbronn können sich Bürger aber auch Ärzte mit Fragen und Bedenken an eine eigens eingerichtete Coronavirus-Hotline wenden. 

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