Gartenschau bleibt offen

Ausnahme in Ludwigsburg: „Blühendes Barock“ mit täglich 4.000 Besuchern muss nicht schließen

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Die steigenden Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg bleiben nicht folgenlos. Öffnungen werden zurückgenommen - doch das blühende Barock in Ludwigsburg bleibt offen.

Stuttgart/Ludwigsburg - Die Entwicklung des Coronavirus in Baden-Württemberg* sorgte zuletzt für Chaos und Irritation bei den Maßnahmen. Anfang März schien es noch, als könnten Freizeitparks in Baden-Württemberg bald wieder öffnen (BW24* berichtete). Dazu gehört auch das „Blühende Barock“ in Ludwigsburg. Seit dem 10. März dürfen Besucher wieder in die 300.000 Quadratmeter große Gartenschau. Doch anders als das Blühende Barock mussten Parks und Zoos im Südwesten mitunter wieder schließen.

Der Lockdown in Stuttgart mit härteren Corona-Regeln* betraf beispielsweise auch die Wilhelma, die nun wieder schließen muss. Dass das Blühende Barock dagegen trotz steigender Corona-Inzidenz weiterhin geöffnet ist, hat die Gartenschau laut Stuttgarter Zeitung (StZ) einer Ausnahmegenehmigung zu verdanken.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Blühendes Barock in Ludwigsburg bleibt offen

Denn eigentlich hätte das Blühende Barock genauso wie die Wilhelma am Montag schließen müssen, da die 7-Tages-Inzidenz im Kreis Ludwigsburg* seit mehr als drei Tagen über 100 lag. Doch der Landrat Dietmar Allgaier blieb in Absprache mit dem Gesundheitsamt und der Stadt Ludwigsburg bei der Öffnung, so die Stuttgarter Zeitung. Täglich dürfen zwar 4.000 Besucher in die Gartenschau, allerdings nur mit vorgebuchtem Ticket und zu gestaffelten Zeiten.

Trotz Corona geöffnet: Besucher dürfen weiterhin durch das Blühende Barock in Ludwigsburg schlendern.

Möglich ist der Besuch im Blühenden Barock Ludwigsburg laut Sozialministerium durch die Einzelfallentscheidungskompetenz, die örtlichen Behörden überlassen wird. Das bedeutet, vor Ort dürfen die Entscheider auch von den Regelungen der Corona-Verordnung abweichen. Während die Stadt Ludwigsburg davon Gebrauch machte, war man in Stuttgart im Falle der Wilhelma offenbar vorsichtiger.

Denn klar ist auch, dass bei Einzelfallabweichungen „keine ermessensfehlerhaften Entscheidungen“ getroffen werden dürfen, so das Sozialministerium gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Es sei zudem nötig, „ein Mindestmaß an Infektionsschutzmaßnahmen im Vergleich zu den sonstigen Einschränkungen der Notbremse walten zu lassen“.

Ludwigsburg: Landrat zweifelt an Ansteckung mit Corona bei funktionierendem Hygienekonzept

Volker Kugel, Chef des Blühenden Barocks in Ludwigsburg, ist sich der Herausforderung bewusst. „Es ist eine große Verantwortung, aber wir tun alles, um ihr gerecht zu werden“, sagte er der Stuttgarter Zeitung. So sei zusätzliche Security unterwegs, wer ohne Maske erwischt wird oder andere Auflagen verletzt, werde hinauskomplimentiert. „99 Prozent der Besucher sind aber vernünftig“, so Volker Kugel.

Landrat Dietmar Allgaier übte gegenüber der Stuttgarter Zeitung Kritik an der Vorgehensweise gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg: „Die Ansteckungen passieren derzeit nicht in Bereichen mit funktionierenden Hygienekonzepten und effektiven Vorsichtsmaßnahmen, sondern in Schulen und im privaten Raum.“

„Bund und Länder sollten dort eingreifen, wo die Infektionen entstehen, und nicht dort, wo Konzepte funktionieren“, so Dietmar Allgaier zur Stuttgarter Zeitung. Damit sprang der Landrat auch dem Einzelhandel zur Seite: „Wo Kontakte geordnet, nachverfolgbar und begrenzt sind, Masken getragen werden und das Hygienekonzept stimmt, sollte geöffnet bleiben können.“ *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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