Diagnose am Telefon?

Arztbesuch in der Corona-Zeit: Gibt's Krankmeldungen, Rezepte und Co. auch per Telefon?

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Können Patienten Krankmeldungen, Rezepte und Überweisungen in der Coronavirus-Zeit auch in Baden-Württemberg per Telefon anfordern, statt persönlich zum Arzt zu gehen?

  • Patienten können sich auch weiterhin per Telefon eine Krankmeldung ausstellen lassen.
  • Im Hinblick auf die Coronavirus-Pandemie sollen potenzielle Infizierte keine Arztpraxen aufsuchen.
  • Auch Rezepte und Überweisungen können Patienten in Baden-Württemberg per Telefon anfordern.

Coronavirus/Baden-Württemberg: Auch Rezepte und Überweisungen sind per Telefon möglich

Update vom 22. April: Jetzt ist es beschlossen: Die telefonische Krankmeldung bleibt - und zwar bis zum 4. Mai 2020. Das bestätigt jetzt auch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) auf echo24.de-Nachfrage. Bereits zuvor war über das Thema heftig diskutiert  worden. Besonders die KVBW und die ärztlichen Berufsverbände haben sich für eine Fortführung der Sonderregelung in der Coronavirus-Zeit stark gemacht. Heißt: Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen können auch künftig ihre Krankmeldung telefonisch bestellen und per Post zuschicken lassen.

Gut zu wissen: Rezepte und Überweisung können vom Patienten grundsätzlich auch per Telefon angefordert werden.

Und auch Rezepte und Überweisungen können Patienten in Baden-Württemberg per Telefon anfordern. "Voraussetzung ist aber, dass der Arzt den Patienten kennt", erklärt ein KVBW-Sprecher auf Nachfrage. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Patienten ein Folgerezept brauchen. Gut zu wissen: Rezepte und Überweisungen per Telefon zu bestellen, ist grundsätzlich immer möglich und hat nichts mit dem jetzigen Beschluss zu tun. Ob diese ärztlichen Dokumente aber tatsächlich per Post verschickt werden, entscheidet jede Arztpraxis in Baden-Württemberg individuell für sich.

Coronavirus/Baden-Württemberg: Nach Kritik ist die Krankmeldung per Telefon für Patienten weiterhin möglich

Erstmeldung vom 21. April: Mit Fieber, Husten und Schnupfen im Bett? Ein Anruf beim Arzt genügt. Grund: Im Zuge der anhaltenden  Coronavirus-Pandemie sind Krankmeldungen weiterhin per Telefon möglich und werden den Patienten anschließend mit der Post zugeschickt. Josef Hecken, Vorsitzender im Bundesausschuss Gesundheitswesen (G-BA), erklärt dazu: "Der Bundesausschuss wird sich im Laufe des Tages erneut mit dem Thema befassen und mit 'hoher Wahrscheinlichkeit' eine Verlängerung der Regelung bis zum 4. Mai 2020 beschließen."

Der Entscheidung,die Frist für eine telefonische Krankmeldungen zu verlängern, ist eine hitzige Debatte vorausgegangen. Grund: Der Bundesausschuss wollte die Frist nicht verlängern. Das wiederum brachte Ärzteverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer auf die Barrikaden. Ulrich WeigeldtVorsitzender im Deutschen Hausärzteverband, erklärt: "Es kann nicht sein, dass einerseits an einem weitgehenden Kontaktverbot festgehalten wird und andererseits Patienten mit Infekten jetzt wieder die Praxen aufsuchen."

Coronavirus/Baden-Württemberg: Krankmeldung per Telefon anfordern - das soll sich ändern

Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach. Hat ein Patient in Baden-Württemberg Symptome einer ansteckenden Infektionskrankheit, zum Beispiel Husten oder Fieber, kann er seinen Arzt telefonisch kontaktieren. Der wiederum kann nach der telefonischen Anamnese eine Krankmeldung ausstellen und dem Patienten per Post nach Hause schicken. Im Gegensatz zum ersten Beschluss sollen dieses mal folgende neue Regeln gelten:

  • Die Dauer der Krankmeldung ist auf eine Woche begrenzt.
  • Die Krankmeldung kann - bei fortlaufender Erkrankung - einmal verlängert werden.
  • Die telefonische Krankmeldung ist nur bei leichten Atemwegserkrankungen zugelassen.
  • Arzt und Patient müssen persönlich miteinander telefonieren.
  • Die Möglichkeit einer telefonischen Krankmeldung soll vorerst bis zum 4. Mai begrenzt werden. 

Die genannten Neuregelungen basieren auf Information von n-tv zum Coronavirus und sind von offizieller Seite noch nicht bestätigt. Auf echo24.de-Anfrage teilt ein Sprecher der kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg mit, dass der Beschluss erst für den heutigen Tag angekündigt ist. Hintergrund für diese heftige Debatte im Gesundheitswesen ist die G-BA-Sonderregelung zur telefonischen Krankmeldung, die bereits am 20. März erstmals in Kraft getreten ist.

Volle Wartezimmer in baden-württembergischen Arztpraxen. Genau das sollte in Zeiten der Coronavirus-Pandemie verhindert werden.

Ziel dieser Sonderregelung ist es, potenzielle Coronavirus-Erkrankte aus Arztpraxen fernzuhalten. Denn vor allem dort halten sich verhältnismäßig viele Menschen auf, die der Coronavirus-Risikogruppe angehören. Auch infizierte Ärzte und erkranktes Fachperson hätte fatale Folgen. Daher gilt: bei einer möglichen Covid-19-Infektion nicht zum Arzt gehen, sondern die Praxis telefonisch kontaktieren. Im Zweifelsfall werden Patienten dann an die örtliche Corona-Notaufnahme weitergeleitet. 

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