Covid-19-Ausbreitung in BaWü

So bereitet sich die Region auf den Corona-Notfall vor - Pläne, Zahlen, Fakten

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Städte in BaWü sorgen mit Notallkliniken vor. Noch gibt es genug freie Intensiv- und Beatmungsplätze in Baden-Württemberg. Wie ist die Versorgung im Land gewährleistet?

  • Noch gibt es genug Kapazitäten in Krankenhäusern, doch manche Städte sorgen schon mit Notfallkliniken vor.
  • Wie viele Krankenhausbetten, Intensiv- und Beatmungsplätze gibt es im Land?

Coronavirus Baden-Württemberg: Städte und Landkreise sorgen mit Notfallkliniken vor 

Das Coronavirus breitet sich immer weiter in Baden-Württemberg aus. Täglich kommen neue Covid-19-Fälle dazu. Und, obwohl Baden-Württemberg zu den drei am meisten betroffenen Bundesländern in Deutschland zählt und die Infektionen und Todesfälle täglich steigen, steigt auch die Zahl der Genesenen

Mit 123.016 Fällen (Stand 13. April, 11.40 Uhr) hat Deutschland traurigerweise Frankreich schon längst überholt und holt auch langsam Italien und Spanien ein. Diese drei europäischen Länder hat das Virus Sars-CoV-2 besonders getroffen. Die Gesundheitssysteme sind überlastet, Intensivstationen überfüllt und an Beatmungsplätzen mangelt es ebenfalls. Schreckliche Szenen kommen vor allem aus Norditalien, wo das Militär zahlreiche Särge mit Corona-Todesopfern transportiert. 

In Italien starben an einem Tag 800 Menschen.

Baden-Württemberg: Steht uns der Coronavirus-Höhepunkt noch bevor?

Im Vergleich zu Deutschland haben die Länder eine sehr hohe Anzahl an Todesfällen. Die Zahl der Toten in Frankreich, Italien und Spanien liegt zwischen 14.393 und 19.899, die Zahl der Todesfälle in Deutschland beträgt 2.799 (Stand 13. April, 11.40 Uhr).

Die deutsche Regierung hat frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um eine Situation wie in den Nachbarländern zu vermeiden. Und trotzdem steht uns, laut Gesundheitsminister Manne Lucha, der Höhepunkt der Corona-Krise noch bevor. Denn: An Ostern wird ein Anstieg der Covid-19-Todesfälle erwartet.

Städte und Landkreise in Baden-Württemberg bereiten sich deshalb vor und rüsten mit provisorischen Notfallkliniken auf. In der Stuttgarter Messehalle werden 300 Betten aufgebaut. Die Plätze seien jedoch nur für den Notfall vorgesehen, erklärt Peter Keck, der für allgemeine Krisenangelenheiten im Landratsamt zuständig ist. Auch Friedrichshafen, Aalen, Schwäbisch Gmünd und der Landkreis Böblingen bereiten Notfallkliniken vor. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Wie gut ist das Land für Notfälle vorbereitet?

Baden-Württemberg hat laut Behördenangaben 54.526 Krankenhausbetten, davon 3246 Intensivbetten und 2800 Beatmungsplätze auf 107 Standorten verteilt. Doch wie gut ist man im Heilbronner Stadt- und Landkreis auf einen Notfall vorbereitet? Die Heilbronner SLK-Kliniken haben dafür ein Versorgungskonzept erstellt, das kontinuierlich überprüft und der dynamischen Entwicklung angepasst wird. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Wie ist die Covid-19-Versorgung im Stadt- und Landkreis Heilbronn gewährleistet?

Und dieses sieht so aus: Zu den Covid-19-Häusern zählt das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn sowie die Lungenklinik in Löwenstein. Auf beide Häuser verteilt gibt es maximal 600 Krankenbetten und zusätzlich 200 Betten auf den Intensivstationen. Davon kann an 80 bis 120 Plätzen beatmet werden. Eine Behandlung in den Fachgebieten Onkologie, Strahlentherapie, Urologie, Neurologie, Neurochirurgie, Gynäkologie & Geburtshilfe, Kinderheilkunde, Dermatologie, HNO und Augenheilkunde findet auch für Covid-19-freie Patienten weiterhin im Klinikum am Gesundbrunnen statt. 

Auf Anfrage von echo24.de am 9. April, gab ein SLK-Sprecher zum Stand 13.45 Uhr an, dass sich derzeit 48 Corona-Patienten isoliert auf den Normalstationen befinden. Auf der Intensivstation liegen zum dem Zeitpunkt 41 Covid-19-Patienten.  

Coronavirus Baden-Württemberg: Im Notfall Verlegung in andere Krankenhäuser

Das Klinikum am Plattenwald in Bad Friedrichshall ist bisher ein Covid-19-freies Haus, welches im Notfall aber ebenfalls zur Behandlung von Coronavirus-Erkrankten verwendet werden könnte. Sollten im schlimmsten Fall auch in Bad Friedrichshall keine Beatmungskapazitäten zur Verfügung stehen, müssen Patienten in andere Krankenhäuser in Baden-Württemberg verlegt werden. Und wenn auch das nicht mehr möglich sein sollte, werden Corona-Patienten zur Beatmung bundesweit in andere Krankenhäuser verlegt.

Die Nachversorgung für entlassfähige Covid-19-Patienten kann auch im gewohnten Umfeld, sofern der Partner sich in Quarantäne befindet, durch ambulante Pflege gewährleistet werden. Bei leichten Akutfällen oder für eine Nachversorgung können Covid-19-freie Patienten bei Bedarf auch an Fachkliniken oder Rehakliniken verlegt werden.

Im Zuge der Corona-Krise kommt aber ein weiteres Problem hinzu: Medikamente in Krankenhäusern werden immer mehr zur Mangelware.

Rubriklistenbild: © Peter Byrne/dpa

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