Kontaktverbot auch im Jugend- und Kinderhospiz 

Corona-Regeln in BaWü: Jugend- und Kinderhospiz spürt die Auswirkungen 

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Das Coronavirus und das damit einhergehende Kontaktverbot in Baden-Württemberg hat auch für ein Kinderhospiz in Stuttgart Folgen.

  •  Die Kontaktsperre schränkt das öffentliche Leben in Baden-Württemberg stark ein, auch in Kinderhospizen gilt aktuell ein Besuchsverbot.
  • Viele Familien sind in Sorge vor einer möglichen Coronavirus-Infektion und sagen geplante Aufenthalte im Jugend- und Kinderhospiz ab. 
  • In Heilbronn gibt es zudem einen Jugend- und Kinderhospizdienst, der Familien und betroffenen Kindern beratend zur Seite steht. 

Coronavirus/Heilbronn: Beratung für Familien mit schwer kranken Kindern ist weiterhin gewährleistet

Update vom 16.April: Aufgrund der aktuellen Corona-Situation in Baden-Württemberg sehen viele Familien in von einer stationären Betreuung in einem Jugend- und Kinderhospiz ab. Zu groß ist die Angst, dass sich das eigene Kind mit der Lungenkrankheit infizieren könnte. "Viele Familien setzen daher auf häusliche Isolation", erklärt Heidi Plöger von den Maltesern Heilbronn

Plöger und ihr Team aus ehrenamtlichen Helfern helfen und beraten Familien mit schwer kranken Kindern im Kreis Heilbronn. Sie weiß daher, wie schwer die aktuelle Situation für betroffene Familien ist. Umso wichtiger also, dass das Malteser-Team auch in Zeiten von Corona in vollem Umfang zur Verfügung steht. Plöger:"Lediglich die persönlichen Gespräche müssen wir aktuell aussetzen."

Coronavirus/Heilbronn: Kinderhospizdienst hilft Familien mit schwer kranken Kindern - auch in der Corona-Krise

Aber unter der Telefonnummer 0157/52492406 stehen Plöger und die ehrenamtlichen Helfer vom Malteser-Hilfsdienst wie gewohnt für Familien aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn zur Verfügung. Auch über die E-Mail-Adresse kinderhospizdienst.heilbronn@malteser.org können Angehörige und betroffene Kinder nach wie vor mit dem Heilbronner Jugend- und Kinderhospizdienst Kontakt aufnehmen.

Plöger:"Insbesondere bei der telefonischen Beratung mit Kindern ist es uns sehr wichtig, genau zuzuhören und ihnen Rückmeldung zu geben, damit sie sich in ihren Gefühlen wahrgenommen und erkannt fühlen" Ein Anliegen, das der Leiterin im Kinder- und Jugendhospizdienst Heilbronn immer am Herzen liegt. Plöger: "Wir sind weiterhin da -  egal ob Beratung oder akute Sterbe- oder Trauersituation."

Coronavirus/Baden-Württemberg: Kontaktverbot legt das öffentliche Leben still

Erstmeldung vom 16. April: Mehr als 25.000 Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg (Stand: 15. April) zeigen das folgenschwere Ausmaß der Covid-19-Pandemie. Seit Längerem gilt ein Kontaktverbot in Baden-Württemberg, welches das öffentliche Leben weitestgehend einschränkt. 

Jugend- und Kinderhospize in Baden-Württemberg spüren die Auswirkungen der Corona-Regeln. Trotzdem sind Notfälle und akute Sterbebegleitungen nach wie vor gewährleistet.

Die Folge: Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen, Unternehmen kämpfen um die Existenz und auch Besuche in Kliniken und Altersheimen in Baden-Württemberg sind vorerst ausgeschlossen. Wie es weitergeht? Ungewiss. Grund: die verhängte Kontaktsperre bleibt erst einmal bestehen.

Jugend- und Kinderhospiz: Corona-Verordnung in BaWü hat auch hier weitreichende Folgen

Aber was ist eigentlich, wenn Familien mit schwer erkrankten Kindern im Jugend- und Kinderhospiz stationär versorgt werden müssen oder eine Sterbebegleitung dringend notwendig ist? "Auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sind wir stationär und ambulant einsatzbereit", erklärt Marion Ebach vom Hospiz Stuttgart im echo24.de-Interview.

Coronavirus/Baden-Württemberg: Jeder kann das Jugend- und Kinderhospiz Stuttgart unterstützen

Eine Hürde im Zuge der Coronavirus-Schutzmaßnahmen ist eine Verfügung der baden-württembergischen Landesregierung. Ebach:" Wenn Familien aktuell stationär betreut werden möchten, müssen sie bei uns in eine zweiwöchige Isolierung." Eine Maßnahme, die betroffene Familien zusätzlich abschreckt, andererseits aber mehr als verständlich ist.

Grund: schwer erkrankte Kinder und Jugendliche gehören in der aktuellen Situation zur Coronavirus-Risikogruppe. Eine Infektionskette in Jugend- und Kinderhospizen hätte fatale Folgen. Insofern ist es mehr als verständlich, dass viele Familien in Baden-Württemberg ihren Aufenthalt in einem Jugend- und Kinderhospiz auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Jugend- und Kinderhospiz: Für Familien ein Ort der Entlastung und Unterstützung

Was die wenigsten wissen: Die meisten schwer erkrankten Kinder sind nicht dauerhaft in einer stationären Einrichtung. Vielmehr werden betroffene Familien in Baden-Württemberg durch ambulante Pflegekräfte vor Ort unterstützt, sodass Kind und Eltern so lang es geht zusammen bleiben können. Jugend- und Kinderhospize bieten ergänzend Therapieangebote und entlasten Familien für einen gewissen Zeitraum.

Hintergrund: Bis zu vier Wochen im Jahr übernehmen Krankenkassen die Kosten für stationäre Betreuung in einem Kinderhospiz. Das dient in erster Linie zur Entlastung der Familien, aber auch für Notfälle und akute Sterbebetreuung. Ebach: "Dafür steht unser Team zur Verfügung - während und auch nach Corona." Daher sind Spenden für das Jugend- und Kinderhospiz Stuttgart aktuell eine große Hilfe.

Rubriklistenbild: © Adobe Stock

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