Weltweite Coronavirus-Verbreitung

Ausbreitung des Coronavirus in BaWü: Infos und Übersicht für Heilbronn und Region

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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  • Melissa Sperber
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  • Simon Mones
    Simon Mones
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Das Coronavirus ist in Baden-Württemberg angekommen. Die SLK-Kliniken in Heilbronn schalten eine Info-Hotline. Hier gibt es eine Übersicht.

  • Das Coronavirus verbreitet sich weltweit.
  • Auch in Baden-Württemberg gibt es inzwischen 6.043 bestätigte Coronavirus-Fälle (Stand 25. März, 12.55 Uhr).
  • In Heilbronn und Landkreis gibt es ebenfalls einige Infizierten: 272 Fälle im Stadt- und Landkreis Heilbronn, 278 im Hohenlohekreis (Stand 25. März, 12.55 Uhr).

Ausbreitung Coronavirus Baden-Württemberg: Infos und Übersicht für Heilbronn und Region

Seit Januar hält das neuartige Coronavirus die Welt in Atem. Anfänglich inChina ausgebrochen, hat sich das Virus weltweit verbreitet und auch Baden-Württemberg erreicht. Die Zahl der Menschen, die sich in Quarantäne befinden oder infiziert sind, steigt täglich. Doch was ist das Coronavirus eigentlich?

Coronavirus in Baden-Württemberg: Womit haben wir es zu tun?

Bei dem Coronavirus handelt es sich um einen Erreger, den man der Familie der hochvariablen Coronaviridae zuordnen kann. Aus derselben Familie stammt auch das Sars-Virus, das 2002 und 2003 1.000 Menschen das Leben kostete. Auch das Coronavirus forderte schon einige Todesopfer. Bei diesen handelte es sich zumeist um ältere Menschen oder Personen mit einer ernsten Vorerkrankung.

Eine Infektion mit dem Virus äußert sich in der Regel durch leichte Erkältungssymptome, wie Fieber oder Husten. Allerdings kann es auch zu einer Lungenentzündung kommen. Was das Virus so gefährlich macht, ist zum einen die lange Inkubationszeit, aber auch die Übertragung von Mensch zu Mensch.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wo ist das Virus ausgebrochen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass das Coronavirus auf einem Fischmarkt in Wuhan ausgebrochen ist. Diese Annahme teilt auch das Bundesgesundheitsministerium. Die ersten Patienten, die an dem Coronavirus - auch SARS-CoV-19 genannt - erkrankten, waren Händler und Verkäufer.

Neben Fisch wurden auf dem Markt auch Wildtiere, sowie Organe von anderen Tieren und Reptilien verkauft. Daher wird davon ausgegangen, dass das Virus von Wildtieren stammt und sich die ersten Patienten Anfang Dezember infiziert haben. Der Fischmarkt in Wuhan ist seit dem 1. Januar geschlossen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Quarantäne in Kirchheim unter Teck

Was folgte, waren zahlreiche Rückholaktionen aus der Region um Wuhan. Ein Flieger mit Passagieren aus Wuhan landete auch am Flughafen in Stuttgart. Die Reisenden aus der Ausbruchsregion des Coronavirus wurde anschließend in Kirchheim unter Teck unter Quarantäne gestellt.

Allen 15 Menschen geht es gut und bisher wurde keiner positiv auf das Coronavirus getestet. Inzwischen wurde die Quarantäne der Wuhan-Rückkehrer in Kirchheim unter Teck aufgehoben

Dabei handelte es sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme, wie sie auch das soziale Netzwerk Facebook ergriffen hat. Der Internetkonzern rief seine Nutzer dazu auf sich an der Eindämmung des Coronavirus zu beteiligen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Immer mehr Infizierte im Südwesten

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen erreichte das Coronavirus auch Baden-Württemberg und die Region um Heilbronn. Am 25. Februar wurde der erste Corona-Fall in Baden-Württemberg bekannt. Ein 25-Jähriger aus Göppingen hatte sich in Italien mit dem Coronavirus infiziert.

Auch seine Begleiterin und ihr Vater sind inzwischen an dem Coronavirus erkrankt. Zudem infizierte sich ein 32-jähriger Mann aus Rottweil im Familienurlaub in Italien.

Seitdem wurden immer mehr Fälle in Baden-Württemberg bekannt. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt täglich an. In Baden-Württemberg sind derzeit über 200 Menschen an dem Coronavirus erkrankt. 

Coronavirus erreicht Heilbronn: 32-Jähriger positiv getestet

Der erste Fall in Heilbronn wurde am28. Februar bekannt.  Seitdem ist die Zahl der Infizierten in Heilbronn auf 272 gestiegen. Im Hohenlohekreis sind 278 Fälle (Stand 25. März, 12.55 Uhr) bekannt.

Und das hat weitreichende Folgen für ein Altenheim im Landkreis Heilbronn! Nachdem sich ein Bewohner mit dem Coronavirus infiziert hat, wurde rund 100 Menschen aus einem Altersheim in Bad Rappenau bei Heilbronn unter Quarantäne gestellt. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: SLK-Kliniken Heilbronn bereiten sich vor

Auch in der Region um Heilbronn gibt es bereits erste Verdachtsfälle auf das Coronavirus. In der SLK-Klinik in Löwenstein wurden mehrere Patienten auf das Virus getestet. 

Eine Frau aus Böblingen hätte sich dagegen gerne testen lassen. Sie wird aber überall abgewiesen und fühlt sich mit ihrer Angst vorm Coronavirus alleingelassen. Nach einem Mailand-Aufenthalt hatte sie Symptome gezeigt.

Entsprechend nimmt die Verunsicherung auch in der Region zu. Die SLK-Kliniken Heilbronn haben daher eine Informations-Hotline für Ärzte und Patienten eingerichtet. Die Telefonnummer 07131/4933333 ist ab Freitag, 28. Februar, täglich zwischen 8 und 22 Uhr erreichbar und auch am Wochenende besetzt.

Auch wenn das Gesundheitsministerium dazu rät, nicht in Panik zu verfallen: Heilbronn bereitet sich vor. Und OB Harry Mergel appelliert zum Schulstart nach Fasching an die Eltern von Kindergarten- und Schulkindern.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Unternehmen aus der Region reagieren

Doch nicht nur Patienten sind durch die zunehmende Verbreitung des Coronavirus verunsichert. Auch für die Unternehmen der Region stellt das Coronavirus einen Unsicherheitsfaktor dar.

Als eines der ersten Unternehmen aus dem Heilbronner Umland hat Ziehl-Abegg im Januar Dienstreisen nach China ausgesetzt. Inzwischen steht auch Italien auf Liste. Auch Lidl zog nach und verhängte einen Reise-Stopp für seine Mitarbeiter. Mittlerweile ist bei Lidl & Schwarz auch eine Coronavirus-Infektion bestätigt worden. Mehrere Mitarbeiter wurden aus dem Büro nach Hause geschickt.

Bei Audi in Neckarsulm sind Dienstreisen ebenfalls unter genauer Beobachtung. Viele werden abgesagt. Dazu kommt: Audi bereitet sich auf der Ernstfall einer Corona-Infektion vor.

Auch Schüleraustausche und Studienfahrten ins Ausland stehen auf der Kippe. Das Kultusministerium informierte kürzlich Schulen und Kindergärten aufgrund des Coronavirus. In dem Schreiben steht auch, wie sich in Verdachtsfällen zu verhalten ist. 

Das Aufsehen war am Freitag groß, als bekannt wurde, dass es auch bei Kolbenschmidt eine Coronavirus-Infizierung gibt. Das Werk wurde am Samstag gereinigt und desinfiziert heißt es. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Immer mehr Reiseziele betroffen

Neben Italien ist inzwischen auch Spanien vom Coronavirus betroffen. Damit sind die beiden Top-Reiseziele der Deutschen nicht mehr sicher. Allerdings sind nur bestimmte Gebiete von dem Virus betroffen.

Entsprechend hat das Auswärtige Amt noch keine akute Reisewarnung wegen Coronaviren für Europa herausgegeben. Lediglich für China und die stark betroffene Provinz Hubei gibt es eine Teilreisewarnung. 

Nachdem sich in Südtirol immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben, hat das Robert-Koch-Institut die Region zum Risikogebiet erklärt. Reiserückkehrer wird empfohlen vorerst zu Hause zubleiben und unnötige Kontakte zu vermeiden.  

Coronavirus in Heilbronn: Hamsterkäufe bei Kaufland und Co

Ein seltener Anblick: Viele Supermarktregale sind leer gefegt. Der Grund: Die Kunden tätigen wegen des sich immer weiter verbreitenden Coronavirus Hamsterkäufe.

Auch die baden-württembergische Polizei zieht erste Konsequenzen nach der stetigen Ausbreitung des Coronavirus.

Coronavirus beim VfB Stuttgart: Verein gibt entsprechende Maßnahmen vor Ligaspiel bekannt

Auch beim VfB Stuttgart ist das Thema Coronavirus angekommen. Vor dem Topspiel in der 2. Fußball-Bundesliga hat der Verein jetzt ein paar Maßnahmen veröffentlicht, die vorerst bei Spielen von den Zuschauern zu beachten sind. Die Verantwortlichen seien zudem "im engen Austausch mit den Behörden". Eine Spiel-Absage sei aktuell noch keine Option.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Veranstaltungsabsagen und  Unterrichtsausfall

Am Sonntag empfahl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn alle Veranstaltungen in Deutschland mit mehr, als 1000 Besuchern abzusagen. In Heilbronn und der Region kam es bereits zu vor zu immer mehr Absagen von Veranstaltungen. Nun ergriff die Stadt Heilbronn eine drastische Maßnahme. Sie verbot alle Veranstaltungen ab 200 Personen.

Zudem bleiben auch immer mehr Schulen und Kindergärten in der Region um Heilbronn wegen des Coronavirus geschlossen. Zunächst bleiben die Schulen aber nur für zwei Tage geschlossen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Höhere Taktung bei den Stuttgarter Stadtbahnen

Wegen der Coronakrise haben viele Verkehrsbetriebe in Deutschland ihren Fahrplan angepasst. Denn da viele Menschen im Homeoffice arbeiten, ist eine dichte Taktung nicht mehr nötig. Das dachten sich auch die Stuttgarter Straßenbahnbetriebe (SBB) und wechselten auf den Sonntagsfahrplan.

Wie sich nun herausstellte, war das ein Fehler. Denn die Züge sind so überfüllt, dass der Mindestabstand nicht mehr eingehalten werden kann. Deswegen wurden am Mittwoch die Taktungen in Stuttgart wieder angepasst.

Rubriklistenbild: © Uncredited/NIAID-RML/AP/dpa

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