Neue Regelungen

Hohenlohe greift durch: Maßnahmen und Limits wegen Coronavirus verschärft

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Der Hohenlohekreis greift durch! Um das Coronavirus weiter einzudämmen, greifen erneut Maßnahmen. Ansammlungen und Krankenhäuser sind betroffen. 

Nach den schnell steigenden Zahlen an Corona-Infektionen im Land, hat das Landratsamt Hohenlohekreis in enger Abstimmung mit allen Städten und Gemeinden ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Schutz der Bevölkerung auf den Weg gebracht.

"In den nächsten Wochen kommt es auf die Mithilfe eines jeden Einzelnen an", sagt Landrat Dr. Matthias Neth. "Die Bürgermeister im Hohenlohekreis und ich wissen, dass wir mit dem Maßnahmenpaket der Kreisbevölkerung große Einschränkungen im Alltag auferlegen. Es bleibt uns aber keine andere Wahl, als das öffentliche Leben auf das Nötigste zu beschränken." Ziel sei es, die medizinische Versorgung der Bevölkerung auch dann zu gewährleisten, wenn immer mehr Erkrankungsfälle auftreten.

Coronavirus: Hohenlohekreis ergreift neue Maßnahmen

Drei wesentliche Bestandteile beinhaltet der neue Maßnahmenkatalog, der im Hohenlohekreis greift:

1.

Verbot von öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feiern

2.

Verbot von Besuchen in Krankenhäuser und teilweise in Pflegeeinrichtungen

3.

Einschränkung des Publikumsverkehrs und Umstellung auf Schichtbetrieb im Landratsamt

Erklärend heißt es in einer Pressemitteilung: "Alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen sowie geplante Ansammlungen mit einer voraussichtlichen Teilnehmerzahl von mehr als 100 Personen werden untersagt. Veranstaltungen und Ansammlungen mit einer voraussichtlichen Teilnehmerzahl von 30 bis 99 Personen sind dem für den Ort der Veranstaltung oder Ansammlung zuständigen Rathaus mindestens 72 Stunden vor Beginn schriftlich anzuzeigen." Das Landratsamt appelliere an alle Landkreiseinwohner, nur Veranstaltungen durchzuführen, die unbedingt notwendig sind. Verstöße gegen die Anordnung können strafbar sein.

Coronavirus in Hohenlohe: Besuche in Krankenhäusern untersagt

Die Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden verboten oder stark eingeschränkt. Bei Krankenhäusern ist der Besuch grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten bei der Begleitung Sterbender und bei zwingend notwendiger Anwesenheit von Erziehungsberechtigten minderjähriger Patienten. 

Weitere Ausnahmen können im Einzelfall vom Krankenhausbetreiber in begrenztem Umfang zugelassen werden. Bei Pflegeheimen ist grundsätzlich pro Tag und Bewohner der Besuch durch eine Person für eine Stunde zugelassen. Ebenfalls sind weitere Ausnahmen in Absprache mit dem Betreiber im Einzelfall möglich. Verstöße gegen die Anordnung können auch hier strafbar sein.

Die Details sind in Allgemeinverfügungen geregelt, die unter www.hohenlohekreis.de abgerufen werden können. Die rechtliche Grundlage ist das Infektionsschutzgesetz.

Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden stark eingeschränkt. 

Landratsamt Hohenlohe steigt wegen Coronavirus auf Schichtbetrieb um

Zur Bewältigung der Corona-Pandemie werden im Hohenlohekreis sämtliche Mitarbeiter des Landratsamtes gebraucht. Um dies umzusetzen, wurden mehrere Maßnahmen veranlasst: Die Organisation des Gesundheitsamtes wurde auf einen Schichtbetrieb mit einem medizinischen Arbeitsbereich und einem Verwaltungsbereich umgestellt.

Das Personal des Gesundheitsamtes wurde auf derzeit circa 90 Mitarbeiter aufgestockt. Hierzu wurden Mitarbeiter aus den anderen Arbeitsbereichen in das Gesundheitsamt umgesetzt. Insgesamt arbeiten inzwischen mehr als 140 Mitarbeiter an der Bewältigung der Lage. 

Das Landratsamt ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, Behördengänge nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Kundenkontakte ab 16. März 2020 sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter 07940 18-0 oder im Wege der Online-Terminvergabe möglich. 

Um die Arbeitsfähigkeit des Landratsamtes sicherzustellen, wird ein Teil der Mitarbeiter in einen Bereitschaftsdienst versetzt. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass ausreichend Mitarbeiter auch dann zur Verfügung stehen, wenn es zu Coronainfektionen im Landratsamt selbst kommen sollte. Diese Regelung gilt auch für sämtliche Außenstellen. 

Mit diesen Maßnahmen soll die Landkreisverwaltung während der Krise handlungsfähig bleiben und grundlegende Verwaltungsdienste sicherstellen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeute dies allerdings, dass ab Montag, 16. März 2020, das Landratsamt des Hohenlohekreises für unangemeldete Publikumsverkehre bis auf Weiteres geschlossen bleibt.

In Hohenlohe soll das Coronavirus gemeinsam überstanden werden

Landrat Dr. Matthias Neth appelliert an dasGemeinschaftsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger im Hohenlohekreis: "Es ist leider noch nicht bei allen angekommen, wie dramatisch die Situation wirklich ist. Ich rufe die Kreisbevölkerung dazu auf, in den nächsten Wochen zuhause zu bleiben und die Sozialkontakte auf das Allernötigste zu reduzieren."

Rücksicht auf die Älteren und Schwächeren zu nehmen habe jetzt Vorrang. Neth: "Wir alle und besonders das medizinische Personal arbeiten mit Hochdruck daran, die Bevölkerung vor einer schwer zu kontrollierenden ausufernden Ansteckungswelle zu bewahren und die bereits Erkranken zu versorgen." 

Und weiter sagt er: "Der Erfolg der Maßnahmen wird dabei aber von Ihnen allen abhängen. Wir fordern Sie auf, in Ihrem Sinne und auch im Sinne gerade der von einem schweren Verlauf häufiger betroffenen Bevölkerungsgruppen Verantwortung zu tragen, für sich und für andere. Bitte bedenken Sie bei all Ihrem Handeln, dass jeder Einzelne aufgerufen ist, für den Schutz der ganzen Bevölkerung zu handeln."

Neth versichert, dass viele Menschen daran arbeiten, diese Krise zu bewältigen. "Lassen Sie uns gemeinsam erfahren, dass wir uns, wenn es ernst wird, auf dieSolidarität aller in unserer Gesellschaft verlassen können. Bitte beschränken Sie sich auf nur zwingende Sozialkontakte. Bitte schützen Sie sich und andere, bitte stehen Sie für andere ein. Helfen Sie uns dabei die besonders gefährdeten Menschen in unserem Landkreis zu schützen."

Auch in Heilbronn werden neue Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriffen. Die Anzahl der Personen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen soll bald weiter begrenzt werden. 

Rubriklistenbild: © Pixabay

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