Wenig Flugverkehr in BaWü wegen Coronavirus

Coronavirus legt Flugverkehr lahm - Rückholflüge landen in Stuttgart

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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  • Jason Blaschke
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Das Coronavirus legt den Flugverkehr in Baden-Württemberg lahm. Rückholflüge landen auch in Stuttgart.

  •  Flughäfen in Baden-Württemberg sollen wegen des Coronavirus nur noch eingeschränkt offen sein.
  • Deutsche im Ausland sollen zurückgeholt werden.
  • Rückkehrer aus Risikogebieten müssen mit Quarantäne-Maßnahmen und Tests rechnen. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Rückholflüge landen in Stuttgart

Update, 25. März: Wo sich sonst tausende Reisende tummeln herrscht dieser Tage gähnende Leere. Die Terminals des Flughafens in Stuttgart gleichen einer Geisterstadt, nur vereinzelt trifft man dort noch auf Reisende. Denn wegen des Coronavirus ist der Luftverkehr derzeit stark eingeschränkt, das trifft auch den Stuttgarter Flughafen stark.

Das Verkehrsaufkommen an dem Flughafen in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist um ein Drittel zurückgegangen. Derzeit finden neben dem reduzierten Linienverkehr hauptsächlich Rückholflüge, Nachtluftpost, Fracht-, Militär- und Rettungsflüge statt. "Wir haben in der Vergangenheit schon viele Krisen bewältigt. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und unseren Partnern werden wir auch diese Situation überstehen“, sagt Flughafen-Chef Walter Schoefer.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Vereinzelte Geschäfte haben am Flughafen geöffnet

Dieser reduzierte Betrieb erfordert auch eine Anpassung der operativen Prozesse. Die Gesundheit der Mitarbeiter und Reisenden steht dabei im Fokus. Für den Weg zwischen Terminal und Flugzeug werden Busse eingesetzt, um den Mindestabstand zu wahren. Im Terminal und den Bussen wird zudem über die Einreisebestimmungen und weitere Auflagen informiert. Außerdem ist mit verstärkten Einreisekontrollen zu rechen.

Auch in Düsseldorf gehen kaum noch Flüge.

Während die Besucherterrasse geschlossen ist und die Veranstaltungen am Flughafen ebenso abgesagt wurden wie die Führungen über den Stuttgarter Flughafen, haben einige Geschäfte wie die Bäckerei und der Supermarkt in Terminal 3 weiter geöffnet, um eine Grundversorgung sicherzustellen. Die derzeitige Durststrecke in Sachen Passagiere hofft der Flughafen in Stuttgart aber überbrücken zu können: Schließlich war 2019 ein absolutes Rekordjahr mit mehr als 12,7 Millionen beförderter Passagiere.

Trotz Coronavirus: Flughäfen in BaWü bleiben offen, aber...

Update, 16. März, 17.30 Uhr: Trotz des Coronavirus soll der Betrieb an den Flughäfen in Baden-Württemberg derzeit nicht vollends zum Erliegen kommen. Das baden-württembergische Verkehrsministerium teilte am Montag mit, dass Urlaubern und Geschäftsreisenden die Rückkehr ermöglicht werde.

Der Luftfrachtverkehr werde fortgesetzt. "Eine Grundversorgung im Flugverkehr wird in jedem Fall aufrechterhalten," so Verkehrsminister Winfried Hermann. Wer aus Risikogebieten über den Flughafen einreise, soll zu Hause 14 Tage in Isolation gehen. Eine vollständige Schließung der Flughäfen sei derzeit nicht geplant, da sie auch für Rettungsdienste und Hilfsorganisationen gebraucht würden.

Coronavirus: Baden-Württembergische Landesregierung legt Flugverkehr lahm

Ursprungstext, 16. März: DerCoronavirus breitet sich weltweit immer weiter aus. Allein in Baden-Württemberg gibt es mehr als 900 bestätigte Fälle, drei Menschen im Land sind bisher an dem Virus gestorben. Um das Virus einzudämmen, wurde das öffentliche Leben in Baden-Württemberg stark eingeschränkt, davon betroffen sind beispielsweise Bars, Clubs Kinos oder Museen. Auch Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg sind ab morgen geschlossen

Und die Maßnahmen werden immer drastischer. Jetzt wird bekannt: Die Grenzen sind dicht - Ausnahmen gibt es nur wenige. Und auch der Luftverkehr muss jetzt mit Einschränkungen rechnen. Das erfuhr die dpa aus Regierungskreisen in Stuttgart. Demnach sollen Reisende aus dem Ausland zwar zurückgeholt werden, die Ausreise könnte vorübergehend aber nicht mehr möglich sein.

Coronavirus: Baden-Württemberg legt Flugverkehr lahm - das passiert mit Urlaubern 

Wer allerdings aus einem Risikogebiet kommt, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Das betrifft vor allem Reisende aus Teilen Italiens, China oder Frankreichs. Auch Südtirol ist Risikogebiet. Heißt: Baden-Württembergische Urlauber müssen ab sofort mit Quarantäne-Maßnahmen und Tests rechnen. Sowohl am Boden als auch in der Luft.

Voraussichtlich wird der Beschluss der grün-schwarzen Landesregierung in Stuttgart im Laufe der Woche in Kraft treten. Grund für diese drastische Maßnahme dürften vor allem die zahlreichen Corona-Fälle in Baden-Württemberg sein. Denn es ist nach Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffene Bundesland.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Maßnahmen werden konsequent umgesetzt

Wie konsequent diese Maßnahmen durchgezogen werden, zeigen die seit heute eingeführten Grenzkontrollen. Konkret geht es um die Ländergrenzen zu Frankreich und der Schweiz, an denen seit heute Morgen verstärkt kontrolliert wird. Eine Ausnahme zur Ein- und Ausreise haben nurBerufspendler undFahrzeuge des Warenverkehrs

Die Kontrolleure an den baden-württembergischen Grenzen sind seit heute befugt, Befragungen durchzuführen. Zudem kann bei Hinweisen auf eine Infektion oder auf Kontakt zu Infizierten grundsätzlich die Ein- beziehungsweise Ausreise verweigern. Dies passiert in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern, was auch Berichten der dpa hervorgeht. Heißt: Urlaubspläne dürften bei manchen vorerst auf Eis liegen. Wie lange die Maßnahmen in Baden-Württemberg gelten, ist noch nicht bekannt.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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