Atemschutzmasken für Kliniken und Ärzte

Corona-Pandemie: Daimler und VW spenden mehr als 200.000 Atemschutzmasken

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Baden-Württemberg: Kliniken und Arztpraxen fehlt es in der Coronavirus-Pandemie an Atemschutzmasken. Daimler und VW wollen mehr als 200.000 spenden.

  • Deutschen Kliniken und Arztpraxen fehlen dringend benötigte Atemschutzmasken.
  • Angesichts der Coronavirus-Pandemie wollen Daimler und VW ihre Atemschutzmasken spenden.
  • Erste Unternehmen in Deutschland wollen Atemschutzmasken produzieren.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Daimler spendet Atemschutzmasken an Arztpraxen und Kliniken

Über 3.000 Menschen (Stand: 20. März) im Land sind mittlerweile mit Sars-CoV-2 infiziert. Eine Atempause? Vorerst nicht in Sicht. Stattdessen steigt die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Baden-Württemberg weiter dramatisch an. Insbesondere Ärzte und Pflegekräfte, die sich in Praxen und Quarantäne-Stationen um die Patienten kümmern, laufen Gefahr, sich selbst mit dem neuartigen Virus zu infizieren.

Daher setzen die Kliniken auf die richtige Schutzausrüstung. Auch die SLK-Kliniken in Heilbronn schützen sich vor Corona, indem sie Schutzkleidung und Atemschutzmasken tragen. Und genau hier gibt es ein großes Problem. Denn wie in anderen Kliniken in Deutschland auch, fehlt es in Heilbronn an dringend benötigten Atemschutzmasken. Grund: Wie viele andere Produkte auch, werden solche Schutzmasken in China produziert und sind erstmal nicht mehr lieferbar. Derweil spitzt sich die Lage im Südwesten immer mehr zu. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: 

Das zeigt auch der Übersichtsartikel zum Coronavirus in Baden-Württemberg von echo24.de, der stets aktuell über die Sars-CoV-2-Pandemie informiert.

Pfleger und Ärzte setzen sich, aufgrund fehlender Atemschutzmasken, teilweise großer Gefahr aus. Jetzt versuchen die beiden großen Automobilkonzerne diesem Problem entgegenzuwirken - und zwar mit Atemschutzmasken aus den eigenen Lagern. Die werden eigentlich zum Schutz der Mitarbeiter eingesetzt, jetzt sollen sie aber den unermüdlichen Helfern in der Corona-Krise zugutekommen. 

Konkret geht es um rund 110.000 Atemschutzmasken von Daimler, die Ärzten und Pflegekräften in Form einer Spende zur Verfügung gestellt werden. Mittlerweile hat ein Daimler-Sprecher diese Anzahl bestätigt. Und die Daimler-Mitarbeiter? Den stehen, laut Tagesspiegel zum Thema Coronavirus, noch Schutzmasken zur Verfügung. Wie viele das sind, lässt der Automobilkonzern offen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch VW stellt Atemschutzmasken für Kliniken und Arztpraxen zur Verfügung

Auch Europas größter Autohersteller, die Volkswagen AG, will den Ärzten und Kliniken im Land helfen und Atemschutzmasken zur Verfügung stellen. Wie viele das sind, ist derzeit nicht bekannt. Es werden aber Atemschutzmasken "in signifikanter Höhe" sein, verkündet jetzt ein VW-Sprecher auf Anfrage von manager-magazin.de

Ein Konzernbeschluss sei schon vorhanden, erklärt der Sprecher. Letzte Details werden aktuell noch geklärt. Um wie viele Atemschutzmasken es sich im Detail handelt, wollte der VW-Sprecher vorerst nicht bekannt geben. Aber eines stellte VW aber in Aussicht: Die Spende an Atemschutzmasken werde größer sein, als die von Daimler

Coronavirus in Baden-Württemberg: VW spendet Atemschutzmasken mit hohem Schutz

Bei den Masken von VW soll es sich größtenteils um sogenannte FFP3-Schutzmasken mit hoher Schutzwirkung handeln. Teilweise will VW aber auch FFP2-Masken zur Verfügung stellen. Die haben eine etwas geringere Filterwirkung als die erstgenannten FFP3-Masken.

In vielen Apotheken sind die Regale leer. Daher gilt vielerorts: Keine Schutzmasken für Privatpersonen.

Zurückzuführen sei die Spende auf die Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der sich diesbezüglich an VW-Chef Herbert Diess gewannt haben soll. Zuvor berichtete manager-magazin.de über die Spende von Atemschutzmasken an Arztpraxen und Kliniken. Der Autokonzern BMW habe dagegen noch keine Spendenpläne, erklärt das Unternehmen auf Nachfrage. Die Automobilkonzerne Ford und Opel haben derzeit noch keine Stellungnahme veröffentlicht.

Coronavirus: Knappe Vorräte in deutschen Kliniken und Arztpraxen

Derweil spitzt sich die Lage in Kliniken und Arztpraxen in Baden-Württemberg und auch deutschlandweit weiter zu. Nicht nur Atemschutzmasken, auch Desinfektionsmittel werden in der Coronavirus-Pandemie weiter knapp. Doch dagegen soll jetzt vorgegangen werden. Hintergrund: Apotheken dürfen jetzt wieder selber Desinfektionsmittel herstellen. Auch Apotheken aus Heilbronn sind darauf bestens vorbereitet, was aus Recherchen von echo24.de hervorgeht. 

Atemschutzmasken sind dagegen seit Wochen ausverkauft - sowohl in Apotheken, als auch in Baumärkten. Viele Apotheker ziehen deshalb Konsequenzen und verkaufen keine Atemschutzmasken mehr an Privatpersonen. Aber das reicht nicht, denn selbst diese Maßnahme kann den Bedarf nicht decken. Die Spenden der Autokonzerne VW und Daimler könnten die Lage etwas entschärfen, lösen sie aber nicht. Grund: In Deutschland braucht es viel mehr Atemschutzmasken, als jene, die von VW und Daimler entbehrt werden können.

Coronavirus: Deutschland will Atemschutzmasken produzieren

Eine eigene Produktion in Deutschland - das wäre in der aktuellen Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie eine zukunftssichere Lösung. Diesen Schritt geht jetzt der Autozulieferer ZF - allerdings ausschließlich in China, berichtet die Stuttgarter Zeitung in einem Beitrag. Hintergrund: In China ist das Tragen einer Atemschutzmaske - bei der Arbeit - behördlich vorgeschrieben

Anders in Deutschland, wo nur Ärzte und Pflegekräfte, bei Kontakt mit infizierten oder immunschwachen Personen, eine Schutzmaske tragen müssen. Trotzdem zieht Deutschland daraus einen Nutzen. Grund: In China konnte im Werk von ZF die Produktion wieder aufgenommen werden.

Das Problem: Dem deutschen FFP-Standard entsprechen dieZF-Atemschutzmasken nicht. Ob sie in Deutschland verwendet werden können? Fraglich. Umso erfreulicher ist, dass auch andere Unternehmen dieHerstellung von Atemschutzmasken einsteigen.

Coronavirus: Bekleidungshersteller will Atemschutzmasken in Deutschland produzieren

Beispiel: Der Bekleidungshersteller Trigema. Erste Atemschutzmasken der Firma seien in einigen Kliniken wohl schon im Test. Allerdings ist fraglich, ob Trigema in die Massenproduktion von dringend benötigten FFP3-Atemschutzmasken einsteigt. 

Fazit: Die Not in vielen deutschen Arztpraxen und Kliniken bleibt weiterhin groß. Zwar können die von Daimler und VW bereitgestellten Atemschutzmasken den Bedarf etwas abfedern, der Mangel an Schutzmasken wird aber nach wie vor bestehen. 

Letztlich bleibt es ein Problem, dass grundsätzliche viele Medizinprodukte aus Asien - und speziell aus China - kommen. Und bis sich die Lage dort entspannt hat, dürfte es noch einige Zeit dauern. Zeit, die Deutschland angesichts steigender Corona-Infizierten nicht hat. Deswegen ist man hierzulande auf solche Spenden angewiesen, wie sie ein Unternehmer aus Heilbronn gemacht hat.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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