Coronavirus in der Nachbarschaftshilfe

Coronavirus und Gesellschaft: So kann man Betroffenen helfen

Coronavirus: So kann man Betroffenen in Baden-Württemberg helfen.
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Besonders alte und chronisch kranke Menschen  sind durch das Coronavirus gefährdet und brauchen deshalb Hilfe. 
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Das Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. Und gerade jetzt sind Mitmenschen auf Hilfe anderer angewiesen. 

  • Alte, chronisch Kranke und Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders durch das Coronavirus gefährdet.
  • Die Landesregierung bittet die Bürger um Hilfe und zeigt Möglichkeiten auf, wie das gelingen kann.
  • Seinen eigenen Selbstschutz sollten Helfer aber ernst nehmen und niemals außer acht lassen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: So kann man besonders gefährdeten Menschen helfen

Das Coronavirus - bei den meisten Infizierten verläuft es harmlos. Manchmal bemerkt ein Betroffener gar nicht die Symptome. Anders sieht das bei Alten, chronisch Kranken und Menschen mit Vorerkrankungen aus. Das sind die Personengruppen, die durch das neuartige Virus besonders gefährdet sind. Ein Virus, das sich in Baden-Württemberg rasend schnell ausbreitet. Aktuell (Stand: 16. März) gibt es fast Tausend Corona-Infizierte in Baden-Württemberg, mittlerweile sind drei Todesfälle im Land bekannt. Aber eines hatten die Verstorbenen gemeinsam: Alle drei litten unter Vorerkrankungen!

Daher ist insbesondere für diese Personengruppe Vorsicht das Gebot der Stunde. Denn nach wie vor existieren weder Schutzimpfungen noch Therapieformen gegen das Coronavirus. Das Land Baden-Württemberg appelliert deshalb: "Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollten es vermeiden, sich unnötig in der Öffentlichkeit aufzuhalten." Das Problem: Gerade auch bei besonders gefährdeten Menschen ist der Gang zum Supermarkt oder zur Apotheke unerlässlich. 

Vorausgesetzt, man findet noch die benötigten Einkäufe wie Klopapier oder Hygieneartikel. Hintergrund: Die Hamsterkäufe in Baden-Württemberg sorgen für reihenweise leere Regale. Sinnlos, wie die baden-württembergische Landesregierung immer wieder klar stellt. Doch abgesehen von dieser Einkaufssituation ist die Unterstützung von besonders gefährdeten Menschen mehr als wünschenswert. Und hier kommen jetzt diejüngeren Einwohnerins Spiel.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landesregierung bittet gesunde Bürger um Mithilfe

Denn gerade die können der besonders vom Coronavirus betroffenen Personengruppe Aufgaben wie Einkaufen oder Botendienste abnehmen. Manne Lucha, Sozialminister von Baden-Württemberg, erklärt: "Machen Sie Aushänge in Ihrem Wohnhaus, in Ihrer Straße oder Viertel. Nutzen Sie diesozialen Medien, um sich zu vernetzen und Angebote und Bedarfe mitzuteilen!" 

Und wer solche vom Coronavirus gefährdeten Personen in der Familie oder der Umgebung kennt? Umso besser. Lucha:"Bieten Sie Unterstützung an." Ansonsten sind gerade "alte Medien" sinnvoll, um mit besonders gefährdeten Menschen in Kontakt zu treten. Auch soziale Netzwerke wie Facebook sind ideal, um sich mit anderen Helfern aus Baden-Württemberg besser zu vernetzen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: So kann man helfen

Konkret schlägt die Landesregierung Baden-Württemberg folgende Methoden vor:

  1.  Aushänge in Wohnhäusern machen. Sowohl als Betroffener, aber auch als Hilfesuchender.
  2. Freiwillige Helfer können über #NachbarschaftsChallenge auf Twitter oder Instagram Angebote machen, Hilfe koordinieren oder anzufragen.
  3. Ergänzen kann man den Hashtag mit Wohnort und Ergänzungen. Beispiel: #NachbarschaftsChallengeHeilbronn
  4. Bestehende Gruppen auf Facebook oder bei Messenger-Diensten (Beispiel: WhatsApp) nutzen, um Hilfsangebote zu unterbreiten oder zu koordinieren.

Gisela Erler, Staatsrätin für die Zivilgesellschaft, ermuntert die vielen Engagierten, ihre Kreativität vor Ort für die Corona-Hilfe einzusetzen und erklärt:"Baden-Württemberg ist das Land der Zivilgesellschaft." Und gerade jetzt brauche es eine solche Gesellschaft, erklärt Erler weiter. Doch nicht nur Privatpersonen, auch die Kommunen in Baden-Württemberg ergreifen Maßnahmen. Und so werden auch in Heilbronn Corona-Maßnahmen verschärft, wie Oberbürgermeister Harry Mergel gestern erklärt hat.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Nachbarschaftshilfe - Ja, aber sich selbst auch schützen!

Anderen helfen - ja. Aber bei aller Bereitschaft sollte der Eigenschutz nicht vernachlässigt werden. Lucha: "Beachten Sie die Empfehlungen zur Hygiene. Bringen Sie die Menschen, denen Sie helfen wollen, nicht in Gefahr." Hintergrund: Oft werden Symptome des Coronavirus erst später oder manchmal gar nicht bemerkt. Schlimmstenfalls wird der Helfer zum Überträger! Bei generellen Fragen hilft auch dieInfo-Hotline zum Coronavirus, die an sieben Tagen in der Woche erreichbar ist. 

Dennoch gilt nach wie vor: Solidarität zeigen und helfen. Dafür werben auch die deutsche Stiftung für Patientenschutz und das Robert-Koch-Institut. Den gerade in Zeiten, in denen das Coronavirus immer mehr Opfer fordert, ist Hilfe unerlässlich. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen (Stand: 16. März). Denn in Heilbronn sind mittlerweile mehr als 300 Personen mit Corona infiziert, wie das Land bestätigt. Heißt: Hilfe immer, aber unter der Berücksichtigung, dass der Eigenschutz nicht außer Acht gelassen wird.

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