Bußgelder, Großveranstaltungen, Corona-Tests

Corona-Regeln in Baden-Württemberg verschärft – alle aktuellen Änderungen

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
    schließen

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen wieder stark an. Weitere Lockerungen sind damit vom Tisch. Manche Regeln in Baden-Württemberg werden sogar verschärft.

  • Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen stark an – jetzt reagiert die Politik.
  • Am Donnerstag haben sich Bund und Länder über Änderungen der Corona-Regeln beraten.
  • Lockerungen gibt es keine, dafür werden einige Regeln in Baden-Württemberg verschärft. 

Corona-Regeln in Baden-Württemberg teils verschärft – alle Änderungen im Überblick

Die steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg fordert die Politik zum Handeln. Zum ersten Mal seit Juni haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag, 27. August, über eine neue gemeinsame Ausrichtung der Corona-Strategie gesprochen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte die Beschlüsse anschließend vor. 

Im Fokus standen bei den Gesprächen unter anderem weitere Lockerungen, Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, Großveranstaltungen sowie Sportveranstaltungen mit Zuschauern, private Feierlichkeiten und das weitere Vorgehen mit Reise-Rückkehrern aus Risikogebieten. 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die wichtigsten Änderungen der Corona-Regeln vorgestellt. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Keine weiteren Lockerungen in Sicht

Bisher sei man gut durch die Pandemie gekommen, so Merkel. Allerdings wird befürchtet, dass die Corona-Zahlen weiter steigen könnten, wenn Veranstaltungen in der kälteren Jahreszeit wieder vor allem in Inneren stattfinden. Aus diesem Grund lehnen Bund und Länder weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab. Im Gegenteil: Manche Regeln werden sogar verschärft. 

Zuletzt wurde in Heilbronn die Corona-Vorwarnstufe ausgerufen, in Stuttgart warnt das Gesundheitsamt vor vielen jungen Infizierten. Die Infektionszahlen müssten wieder dringend sinken. "Die Zahlen drohen den Erfolg zu zerstören, den wir in der ersten Jahreshälfte erkämpft haben. Das Virus macht keine Sommerpause", erklärte Kretschmann. Die zweite Jahreshälfte werde nicht leichter als die erste. Das fordere Umsicht und Vorsicht vonseiten der Bürger. Die fünf wichtigsten Änderungen der Corona-Regeln im Überblick. 

Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Keine Großveranstaltungen bis Jahresende

Großveranstaltungen, bei denen eine Verfolgung der Kontakte und eine Einhaltung von Hygiene-Regeln nicht möglich sind, bleiben bis Jahresende verboten! Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Bislang waren Großveranstaltungen wegen der Verbreitung des Coronavirus vorerst bis zum 31. August nicht erlaubt. 

Aber wie sieht es bei bundesweiten Sportveranstaltungen mit Zuschauern – zum Beispiel bei der Fußball-Bundesliga – aus? Dazu gibt es noch keine abschließende Regelung. Ministerpräsident Kretschmann erklärte, eine Arbeitsgruppe werde sich mit dem Thema befassen und bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen. 

Neue Regeln zu Corona-Tests: Das gilt für Reise-Rückkehrer in Baden-Württemberg

Über die Hälfte der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg stammen aus dem Ausland – also von Reise-Rückkehrern. Zuletzt waren vor allem Urlauber, die aus Kroatien zurückkamen, positiv getestet worden, unter anderem Abiturienten aus Fellbach bei Stuttgart sowie Abiturienten aus dem Kreis Göppingen

Wo immer möglich, sollen Reisen in Risikogebiete vermieden werden. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, soll eine Neuerung im Infektionsschutzgesetz verankert werden. Wer vor Antritt der Reise weiß, dass er in ein Risikogebiet einreist, und anschließend mit Corona infiziert ist, für den wird es keine Kompensation des Verdienstausfalls geben.

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich umgehend in Quarantäne begeben und sich weiterhin verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. "An dieser Test-Pflicht halten wir sehr bewusst den gesamten September über fest", sagt Kretschmann. Dadurch seien in der Vergangenheit viele Infektionen frühzeitig aufgedeckt worden. Am Flughafen Stuttgart hatten sich Tausende auf Corona testen lassen.

Ab dem 1. Oktober soll gelten, dass Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten die Quarantäne frühestens ab dem fünften Tag und erst nach einem negativen Test vorzeitig beenden können. 

Corona-Maßnahmen verschärft: Bußgelder für Masken-Verweigerer in Baden-Württemberg

Bürger, die gegen die Maskenpflicht verstoßen, werden künftig härter zur Kasse gebeten. Bund und Länder haben sich auf ein Bußgeld für Masken-Verweigerer geeinigt. Dieses beträgt mindestens 50 Euro. "Wer gegen seine Pflichten verstößt, für den werden empfindliche Bußgelder verhängt", erklärte Angela Merkel bei der Pressekonferenz nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten. In Baden-Württemberg bedeutet das, dass das Bußgeld von bislang 25 Euro angehoben wird. 

Die Verkehrsminister der Länder sollen außerdem prüfen, wie im Regional- und Fernverkehr ein erhöhtes Beförderungsentgelt für Masken-Verweigerer eingeführt werden kann. Wirken soll es wie ein Bußgeld. Damit könnte dieses erhöhte Entgelt direkt von Beschäftigten bei der Bahn erhoben werden. 

Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Gibt es eine Grenze bei privaten Feiern?

Hinsichtlich der Teilnehmerbegrenzung bei privaten Feiern sind sich Bund und Länder nicht einig geworden. Es gab vom Bundeskanzleramt den Vorschlag, die Teilnehmer bei Privatfeiern auf 25 zu begrenzen. Dagegen gab es aber Widerstand. 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kündigte an, man werde das Infektionsgeschehen bei privaten Feiern sehr genau im Auge behalten und gegebenenfalls reagieren. "Vorerst setzen wir auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, die Regeln werden deswegen noch nicht verschärft." 

Kretschmann appellierte an die Bevölkerung, die Kontakte gering zu halten, auf Abstände zu achten und sich am besten im Freien zu treffen. "Wir haben es alle in der Hand", wurde Kretschmann deutlich. 

Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Das gilt in den Schulen 

"Wir sind uns einig darüber, dass Schulen und Kitas eine herausragende Bedeutung für unsere Kinder und die Gesellschaft haben", erklärt Kretschmann nach den Beratungen von Bund und Ländern. Schulschließungen sollten vermieden werden. 

In Baden-Württemberg gilt auf Schulhöfen und beim Weg in das Klassenzimmer eine Maskenpflicht. "Eine Verschärfung dieser Pflicht bei steigenden Infektionszahlen behalten wir uns vor", erklärt der baden-württembergische Ministerpräsident

Gesetzlich Versicherte mit Anspruch auf Kinderkrankengeld bekommen in diesem Jahr fünf zusätzliche Tage zur Betreuung eines kranken Kindes. Alleinerziehende bekommen zehn zusätzliche Tage. 

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pixabay

Das könnte Sie auch interessieren