Ein Schlag für die Landwirtschaft

Erntehelfer fehlen: Vermittlungsportal wird gut angenommen

  • Simon Mones
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  • Isabell Kähny
    Isabell Kähny
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Das Coronavirus bedroht auch die Landwirtschaft. Zehntausende Erntehelfer fehlen wegen geschlossener Grenzen. Es gibt eine Helferprotal!

  • Das Coronavirus bedroht die Landwirtschaft - auch in Baden-Württemberg.
  • Es fehlen bis zu 50.000 Erntehelfer.
  • Ein Jobvermittlungsportal soll helfen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Erntehelfer fehlen: Vermittlungsportal wird gut angenommen

Update, 26. März: Die Ernte für dieses Jahr ist in ernsthafter Gefahr, weil tausende Erntehelfer fehlen. Das deutsche Jobvermittlungsportal für Erntehelfer läuft aber sehr gut. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte gegenüber dem SWR, es sei bereits am ersten Tag überrannt worden. 

Die Corona-Krise zeige, wie wichtig es sei, heimische Lebensmittelproduktion flächendeckend vor Ort zu haben, heißt es im Bericht. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mangel an Erntehelfern 

Update vom 25. März: In den vergangenen Tagen habe man alles versucht, um eine entsprechende Lösung mit dem Bundesinnenminister zu finden - allerdings ohne Erfolg! "Die heutige Entscheidung des Bundes, mit Blick auf mögliche Ansteckungsrisiken trotzdem Pflegekräfte einreisen zu lassen, Erntehelfer aber nicht, ist in keiner Weise nachvollziehbar und ein Schlag für die Landwirtschaft", sagte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Er argumentierte: "Die notwendigen Hygienemaßnahmen können die landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort leisten, zumal sich die Erntehelfer in einem geschlossenen System bewegen. Er rief zu Solidarität auf und betonte: "Die Bevölkerung braucht die Landwirtschaft, und die Landwirtschaft braucht nun die Menschen im Land. Die neue Plattform www.daslandhilft.de soll bei der Organisation helfen, Landwirte mit Helfern zusammenzubringen.

Coronakrise in der Landwirtschaft: Baden-Württemberg von Einreisestopp stark betroffen

Nach Angaben des Landesbauernverbandsfehlten mehr als 50.000 Helfer, um die Ernte zu bewältigen. Joachim Rukwied sagte gegenüber dem SWR: "Der Einreisestopp trifft unsere Betriebe ins Mark, gerade in Baden-Württemberg." Der Präsident des Bauernverbandes Deutschland und Baden-Württemberg hofft, dass der Einreisestopp wegen Corona nicht zu lange andauere, denn: "Je länger er gilt, desto schwerer werden die Auswirkungen." Sogar Versorgungsengpässe und -ausfälle bei Obst und Gemüse befürchte der Bauernpräsident aus Eberstadt im Kreis Heilbronn, sollte sich die Situation länger hinziehen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Der Landwirtschaft fehlen Erntehelfer

Ursprungsmeldung: Das Coronavirus stellt nicht nur die Politik und unser Gesundheitswesen vor eine harte Bewährungsprobe. Auch die Wirtschaft leidet stark unter der aktuellen Situation. Viele Geschäfte mussten bereits schließen. Inzwischen mussten auch Friseure und Restaurants nachziehen und schließen.

Das Coronavirus trifft aber auch die Landwirtschaft mit voller Härte. Denn viele der Erntehelfer, die auf deutschen Feldern im Einsatz sind, kommen aus Osteuropa. Wegen des Coronavirus können diese aber nicht nach Deutschland einreisen. Dadurch drohen bei der Ernte von Spargel und anderen Gemüsesorten nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bis zu 30.000 Helfer wegzufallen.

Auch für die Spargelernte werden Erntehelfer gesucht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landwirtschaftsminister Hauk fordert schnelle Lösungen

Wie der SWR berichtet, warnt Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) daher vor zu viel Bürokratie. Denn: Erntehelfer seien dringend nötig, um die Versorgung mit Lebensmitteln aus heimischen Anbau sicherzustellen. Da die Erntesaison kurz bevorsteht, fordert Hauk schnelle Lösungen: "Das heißt, dass es keine Denkverbote geben darf. So könnten auch anerkannte Asylbewerber, die derzeit aufgrund der Krise ihrer Arbeit nicht nachkommen können, ebenso wie Flüchtlinge oder auch Hartz-IV-Empfänger die Chance erhalten, den Landwirten und damit der Gesellschaft zu helfen."

Das müsse auch für Empfänger von Kurzarbeitergeld gelten. Aus diesem Grund hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Montag ein gesondertes Job-Portal online geschaltet. Interessierte können sich auf www.daslandhilft.de für die anstehende Ernte bewerben.

Welche schlimmen Folgen eine Infektion mit Sars-CoV-2 haben kann, zeigt ein Fall aus dem Raum Freiburg: Dort wurde ein Erntehelfer tot in seiner Unterkunft gefunden, ein Covid-19-Test fiel positiv aus. Das Gesundheitsamt überwacht die Kontaktpersonen.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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