Audi in der Coronavirus-Zeit

Audi in der Corona-Krise: Ist ein Ende der Kurzarbeit in Sicht?

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Kurzarbeit und Kaufprämien sind in der Coronavirus-Zeit die Top-Themen in der Autobranche. Was sagt Audi Neckarsulm dazu? Die echo24.de-Redaktion fragt nach.

  • Im Audi-Werk Neckarsulm gilt nach wie vor ein Coronavirus-bedingter Maßnahmenkatalog.
  • Aktuell ist noch kein Ende der Kurzarbeit in Sicht, der Juni macht aber zumindest Hoffnung.
  • Im Volkswagen-Konzern gibt es schon einen konkreten Vorschlag für die heiß diskutierte Kaufprämie.

Audi Neckarsulm in der Coronavirus-Zeit: Audi-Mitarbeiter in Kurzarbeit: Wie lange noch?

Langsam geht es wieder bergauf in der Region. Ein gutes Beispiel dafür ist der Abwärtstrend der Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg und die Tatsache, dass immer mehr Verbote und Beschränkungen aufgehoben oder zumindest gelockert werden. Und auch im Audi-Werk Neckarsulm stehen die Bänder nicht länger still. Grund: Seit Ende April läuft der Betrieb zumindest teilweise wieder an.

Seit 4. Mai wird sogar auch in der Montage wieder produziert - in allen Baureihen aber nur im Einschichtbetrieb.  Das erfährt die echo24.de-Redaktion auf Anfrage. Könnte mit der Kurzarbeit bei Audi Neckarsulm also bald ganz Schluss sein? Hintergrund: Bislang ist zwar noch kein Fahrplan für Juni bekannt, die Lockerungen in der Coronavirus-Verordnung sind dafür aber ein gutes Omen.

Die Kurzarbeit und der Audi-Konzern in der Coronavirus-Zeit - fürEx-Audi-Chef Rupert Stadler dürfte das aktuell Nebensache sein. Grund: Stadler steht unter Anklage und muss sich ab dem 30. September vor dem Landgericht München verantworten. Warum der Ex-Audi-Chef erst jetzt angeklagt wird, fasst der echo24.de-Beitrag um die Anklage zusammen.

Coronavirus-Maßnahmen bei Audi Neckarsulm: Das müssen die Mitarbeiter jetzt beachten

Insbesondere für die 4.400 Audi-Mitarbeiter (Stand: 26. Mai), die am Standort Neckarsulm aktuell noch in Kurzarbeit sind. Zwar bekommen die Angestellten nach wie vor einen großen Teil ihres üblichen Gehalts, das ändert allerdings nichts an der Zwangspause in den eigenen vier Wänden. Und klar ist: Eine wochenlange Coronavirus-Isolation kann psychische Folgen mit sich bringen.

Und wie sich die Coronavirus-Pandemie auf einen möglichen Stellenabbau auswirkt, steht aktuell genauso in den Sternen wie die Zukunft der Automobilbranche insgesamt. Sicher ist bis jetzt nur, dass der anfahrende Betrieb im Audi-Werk Neckarsulm von einem umfangreichen Maßnahmenkatalog weiter begleitet wird.

Strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen machen das Arbeiten trotz Coronavirus möglich.

Dieser Coronavirus-bedingte Maßnahmenkatalog von Audi umfasst beispielsweise "konkrete Abstands- und Hygieneregeln und die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann", erklärt ein Audi-Sprecher auf echo24.de-Nachfrage. "Diese Maßnahmen haben zum jetzigen Stand auch weiterhin Bestand", erklärt der Sprecher.

Audi-Werk Neckarsulm: So geht es in der Coronavirus-Zeit weiter

Man arbeite aber kontinuierlich daran, Verbesserungsvorschläge umzusetzen, um den Schutz der Audi-Mitarbeiter in Neckarsulm weiter zu verbessern. Alle Mitarbeiter erhalten dazu regelmäßige Updates in internen Onlinemedien und über zahlreiche Informationsaushänge im Werk. "Ein Krisenstab bewertet zudem regelmäßig die aktuelle Situation im Audi-Werk und entscheidet über weitere Maßnahmen", sagt ein Sprecher.

Audi Neckarsulm: Eine Coronavirus-bedingte Kaufprämie für Autos?

Und auch über die aktuell heftig debattierten Kaufprämien für Autos macht man sich im Volkswagen-Konzern schon Gedanken. Hintergrund: Der Konzern fordert ein neues staatliches Konjunkturprogramm, um die Wirtschaftskraft der Automobilbranche in der Coronavirus-Zeit wieder anzukurbeln. Denn, Fakt ist: Aktuell halten sich viele Deutsche mit ihren Investitionen - auch in Autos - bedeckt.

Das liegt einerseits an der allgemeinen Ungewissheit in der Coronavirus-Zeit, andererseits an den aktuell oft noch nicht abschätzbaren Folgen für die allgemeine Gesellschaft. Werde ich meinen Job behalten? Wie geht es für mich und meine Familie weiter? - Das sind die Fragen, die gerade Vielen durch den Kopf gehen. Umso weniger stark ist deshalb der Drang, sich in der Coronavirus-Zeit ein neues Auto zu kaufen.

Audi und Coronavirus: So könnte ein Konjunkturprogramm aussehen 

Ein harter Schlag für Automobilkonzerne wie Audi, die aktuell zusätzlich noch Themen wie den Abgasskandal in Baden-Württemberg oder die jetzt notwendigen Innovationen in die Mobilität der Zukunft schultern müssen. "Daher ist der Volkswagen-Konzern für ein Konjunkturprogramm, das auch Autos mit Verbrennungsmotor umfasst", erklärt der Audi dazu in einer Mitteilung, die der echo24.de-Redaktion vorliegt.

Die Kaufprämie für Autos: Im Volkswagen-Konzern gibt es schon einen konkreten Vorschlag.

Davon unberührt soll die bisherige Förderung von Elektroautos bleiben. Audi: "Nach wie vor Halten wir an unseren CO2-Zielen fest." Um hier auf einen Nenner zu kommen, könnte sich die Kaufprämie - laut Konzern - an eingesparten Emissionen des klimaschädlichen Abgases Kohlendioxid (CO2) orientieren. Dieser Plan ist aktuell im Gespräch.   

Nach Dieselskandal und Kurzarbeit macht Audi wieder von sich reden. Doch diesmal hat der Autobauer mit Standorten in Neckarsulm und Ingolstadt gute Neuigkeiten: neue Markteinführungen sind geplant. Ganz anders bei Bosch. Dort folgt auf die Kurzarbeit ein Personalabbau in Bietigheim-Bissingen, der es in sich hat. Fast die Hälfte der Beschäftigten muss gehen!

Rubriklistenbild: © AUDI AG

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