Corona-Krise in der Rehaklinik

Corona-Hotspot in Bad Wimpfen: dramatische Zustände im SRH-Gesundheitszentrum

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In einer Rehaklinik in Bad-Wimpfen bei Heilbronn ist das Coronavirus ausgebrochen - es kommt zu dramatischen Zuständen.

  • Im Gesundheitszentrum Bad Wimpfen ist das Coronavirus ausgebrochen.
  • Eine Angehörige erhebt schwere Vorwürfe gegen die Rehaklinik.
  • Diese widerspricht den Vorwürfen.

Coronavirus/Heilbronn: Rehaklinik unter Quarantäne - infizierte Mitarbeiter arbeiten weiter

Das Coronavirus in Pflegeheimen und anderen medizinischen Einrichtungen ist nichts neues. Besonders dramatische Szenen in einer Rehaklinik in Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronn) lenken dennoch die mediale Aufmerksamkeit auf das SRH-Gesundheitszentrum. Grund: Die Klinik - die mittlerweile unter Quarantäne steht - meldet 191 offiziell bestätigte Corona-Infektionen. Und trotzdem bleibt weiterhin unklar, wie das Virus in die Klinik gekommen ist.

Fakt ist aber: Sowohl Patienten als auch Klinik-Mitarbeiter sind infiziert. Und dennoch kommen die positiv auf Covid-19 getesteten Angestellten weiter zur Arbeit. Möglich macht das eine RKI-Sondergenehmigung, über die echo24.de ausführlich berichtet. Immerhin: neun negativ getestete Patienten sind mittlerweile entlassen und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Verlegungsfähige Patienten, die das Coronavirus ebenfalls nicht haben, sind - laut SWR-Angaben zur Reha-Klinik - in einem separaten Gebäudeteil untergebracht.

Coronavirus/Heilbronn: Corona-Hotspot in Bad Wimpfen - schwere Vorwürfe einer Angehörigen

Was erstmal ordentlich und strukturiert klingt, könnte laut Aussage einer Angehörigen ins Wanken geraten. Grund: Das Klinik-Personal könnte fahrlässig gehandelt haben. Konkret berichtet die Frau, dass Mitarbeiter ohne Mundschutz arbeiten. Zudem ist wohl die Mutter der Frau trotz Symptome nicht auf Covid-19 getestet worden. Eine SRH-Sprecherin weist im SWR-Interview die Vorwürfe entschieden zurück. 

Sie erklärt: "Das Gesundheitszentrum Bad Wimpfen ist streng nach den RKI Richtlinien vorgegangen. Nachdem es die ersten positiven Fälle gab, wurden Patienten symptomatisch getestet und wenn möglich und nötig in Akutkrankenhäuser verlegt."

Coronavirus-Verdachtsfälle werden laut Rehaklinik ausschließlich in Schutzkleidung behandelt. Zudem werden die negativ getesteten Patienten nur von Mitarbeitern behandelt, die ebenfalls negativ auf das Coronavirus getestet sind. Den RKI-Richtlinien entsprechend gilt seit Mitte März ein Besuchsverbot in der Klinik.  

Coronavirus/Heilbronn: Verweigert die Klinik Patienten den Corona-Test?

Deutlich drastischer ist die Wortwahl der Rehaklinik gegenüber der betroffenen Angehörigen. Am Telefon wird ihr mitgeteilt: "Die Tests sind gar nicht so gut, wie es in der Presse immer heißt. Sie sind nicht so aussagekräftig. Man kann quasi testen, aber dann ist gerade kein Virus im Rachen und man erwischt keinen - aber der Test ist trotzdem positiv. Im Hause herrscht die Politik: Wir testen nicht!"

Der Ausbruch des Coronavirus im SRH Gesundheitszentrum in Bad Wimpfen sorgt für Diskussionen.

Hinzu kommt: Die Mutter der betroffenen Angehörigen habe erste Symptome gezeigt, die auf eine Coronavirus-Infektion hindeuten könnten. "Trotzdem ist meine Mutter angewiesen worden, im Bett zu bleiben", erklärt die Angehörige. Ansonsten ist wohl nichts unternommen worden. Erst auf Druck des eingeschalteten Hausarztes der Patienten wird ein Test auf Covid-19 durchgeführt.

Das Ergebnis: Die betroffene Patientin ist an SARS-CoV-2 erkrankt.

Coronavirus/Heilbronn: schwere Vorwürfe einer Betroffenen - ein Einzelfall?

Jetzt stehen Aussage gehen Aussage. Trotzdem ist Bad Wimpfen kein Einzelfall. Grund: Aktuell berichtet auch echo24.de über unerträgliche Isolationen in Pflegeheimen, die ebenfalls auf Aussagen einer betroffenen Angehörigen beruhen.

Rubriklistenbild: © Mario Berger/Archiv

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