Immer mehr atypische Krankheitsverläufe 

Covid-19: Plötzlicher Atemstillstand? Experten haben einen Verdacht 

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Coronavirus breitet sich vermehrt in Altenheimen aus. Und gerade in diesen Einrichtungen kommt es immer mehr zu einem atypischen Covid-19-Verlauf mit tödlichen Folgen. 

Laut Statistik waren zuerst die jüngeren und sportlichen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Denn das Virus breitete sich in unterschiedlichen Skigebieten aus. Nun hat das Virus auch die Hochrisikogruppe erreicht - Menschen in Altenheimen. Und das sind gerade die Einrichtungen, aus denen ungewöhnliche Krankheitsverläufe gemeldet werden. 

Coronavirus in Altenheimen: Atypischer Covid-19-Verlauf

In einem Altenheim in Wolfsburg ging alles auf einmal ganz schnell. Dort erkrankten mehrere Menschen an Covid-19. Die Infizierten wiesen keine typischen Symptome der Erkrankung auf. Hinzu kam noch ein deutlich kürzerer Sterbeprozess, denn die Patienten starben am plötzlichen Atemstillstand. Auch andere Altenheime berichten von ähnlichen Fällen, bei denen die Patienten an plötzlichem Atemstillstand starben. Doch was steckt hinter diesen plötzlichen Sterbefällen? Sind es etwa ärztliche Behandlungsfehler? Experten haben dazu einen Verdacht. 

Wie StN.de berichtet hat Guido Michels, Chefarzt am Sankt-Antonius Hospital in Eschweiler, mehrere ältere Corona-Patienten betreut und weist den Vorwurf der Fehlbehandlung zurück. Ein nicht typischer Krankheitsverlauf von Covid-19 kommt bei älteren Menschen in Altenheimen wohl häufiger vor, weil sie häufig noch andere Vorerkrankungen hätten, sagt Michels. Außerdem kommt es im Alter zu einer Veränderung der Lunge und der Gasaustausch funktioniere nicht mehr ganz richtig. 

Laut Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, seien das Alter und die Vorerkrankungen ein wichtiges Indiz für schwere Verläufe von Covid-19. Es gäbe aber auch Berichte, von Patienten die KEINE schweren Lungensymptome aufwiesen und trotzdem am plötzlichen Atemstillstand starben - und das beträfe nicht nur ältere Menschen. 

Ältere Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. 

Coronavirus in Altenheimen: Befällt das Virus das Nervensystem?

Die Erfahrung mit anderen Coronaviren, die zum Beispiel Krankheiten wie Sars oder Mers auslösen können, zeigt, dass das Virus auch den Hirnstamm befallen kann, erklärt Berlit. Der Hirnstamm steuert das Herz-Kreislaufsystem aber auch die Atemwege. Deswegen kann eine durch Coronavirus ausgelöste Entzündung im Hirnstamm zu einem Atemstillstand führen. Zum neuartigen Coronavirus gäbe es aber noch keine fundierten Untersuchungen. 

Bei Sars und Mers gehe man davon aus, dass der Erreger durch die Nase in den Körper gelangt. Und viele die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben, berichteten vom Verlust der Geruchs- und Geschmackssinne. Laut Berlit, handelt es sich hierbei um ein neurologisches Symptom - hat also etwas mit  dem Gehirn und dem Nervensystem zu tun. Befällt das Coronavirus also auch das Nervensystem? Derzeit wird diese Frage unter Experten stark diskutiert. Noch gibt es jedoch keine aussagekräftigen Forschungsdaten, die diese Frage beantworten könnten. 

Coronavirus in Altenheimen: Auch Lungenembolie kann zu Atemstillstand führen 

Klar ist jedoch, dass auch anderen Gründe zu einem plötzlichen Atemstillstand führen können. Darunter sind zum Beispiel Komplikationen wie eine Lungenembolie oder auch eine Entzündung des Herzmuskels. In beiden Fällen kündigt sich das Lungenversagen nicht an und es kommt zu einem plötzlichen Atemstillstand. 

Rubriklistenbild: © Pixabay Symbolbild

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