Kommt es zur Klage?

Abschlussprüfungen in Baden-Württemberg: Schülersprecher fordern Absage

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Landesregierung will die Abschlussprüfungen durchziehen. Viele Schülersprecher nicht. Droht eine Klage?

  • Die Landesregierung hält trotz des Coronavirus an den Abschlussprüfungen fest.
  • Zahlreiche Schülervertreter in Baden-Württemberg fordern die Absage der Abschlussprüfungen.
  • Sie drohen mit einer Klage.

Coronavirus in BaWü: Schülersprecher fordern Absage der Abschlussprüfungen

Die bevorstehenden Abschlussprüfungen in Baden-Württemberg sorgen weiterhin für Ärger. Während die Landesregierung diese trotz der Corona-Pandemie wie geplantab Mitte Mai durchziehen möchte, fordern zahlreiche Schülervertreter diese abzusagen.

Stattdessen solle die Abschlussnote aus den vor dem Ausbruch des Coronavirus erbrachten Leistungen gebildet werden, so der Vorschlag der laut dpa mehr als 65 Schülersprecher, denn nur so könne die Gesundheit und Gerechtigkeit im Schulsystem gesichert sein. Sollten die Abschlussprüfungen dennoch stattfinden, drohen die Schülervertreter mit einer Klage gegen das Land.

Coronavirus in BaWü:  Anwalt unterstützt Initiative der Schülersprecher 

Mit dem Stuttgarter Engin Sanli hat die Initiative "Abschluss umdenken!" bereits einen Rechtsanwalt als Unterstützer. Sanli ist der Überzeugung, dass die Schüler wegen beeinträchtigter Vorbereitungsmöglichkeiten und mangelhaften Infektionsschutzes vor und während der Prüfungen Rügen aussprechen können und es somit zu einem Klageverfahren kommen kann. 

Engin Sanil unterstützt die Initiative "Abschluss umdenken!"


Letztlich ist es aber an dem Richter zu entscheiden, ob die Schüler aus Angst vor einer Ansteckung nicht ihr gesamtes Leistungspotenzial abrufen konnten. Zudem weisen die Schülervertreter daraufhin, dass zahlreiche Schüler aus Sorge um Angehörige aus Risikogruppen oder finanziellen Sorgen unter Schlaf- und Konzentrationsproblemen litten.

Coronavirus in BaWü: Schülersprecher kritisieren Fernunterricht

Auch der Fernunterricht wird von den Schülersprechern genannt, denn dieser benachteilige Schüler aus einkommensschwachen Familien. Diesen fehle es an der entsprechenden Ausrüstung und dem geeigneten Lernumfeld. Das Versprechen von Bildungsministerin Susanne Eisenmann, durch das Coronavirus solle den Schülern kein Nachteil entstehen, bezeichnen sie als eine Farce.

Vonseiten der Schulen gibt es aber auch Kritik an dem Vorschlag der Schülervertreter, der Direktor des Alexander-Fierming-Gymnasiums in Stuttgart, Anton Metz, hält den Vorschlag für "keine gute Idee".  Es wäre das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, das ein Jahrgang die Schule mit einem Notabschluss verlässt.  "Das würde die jungen Menschen in den ersten Jahren nach dem Abschluss stigmatisieren", sagte Metz am Montag. Zudem zeigte er sich überzeugt, dass die Prüfungen nach der Rückkehr an die Schulen im Mai im Rahmen des Infektionsschutzes als auch inhaltlich machbar seien.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck

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