Besonderheit in Baden-Württemberg

Super-Hotspot Gefängnis? Besonderes Projekt im Kampf gegen Corona-Katastrophe

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
    schließen

Eine mobile Corona-Teststation steht in Baden-Württemberg den Mitarbeitern von Gefängnissen zur Verfügung – und die verhindert eine Katastrophe.

Es sind ideale Bedingungen, die sich dem gefährlichen Coronavirus an diesen Orten bieten: viele Menschen unter einem Dach untergebracht, beengte Räume, kaum Distanz untereinander. Gefängnisse sind geradezu für einen Covid-19-Ausbruch prädestiniert, könnten zu den Superspreader-Stätten zählen. Doch das Gegenteil ist in Baden-Württemberg der Fall. Und das liegt dem Justizministerium des Landes zufolge an einem 1,3 Millionen Euro teuren innovativen Projekt, das die Baden-Württemberg-Stiftung mit der Uniklinik Mannheim aufgebaut hat.

Die Rede ist von einer mobilen Corona-Teststation. Dabei ist das Labor in einen 40-Tonner integriert. Probeentnahme, Analyse, Testergebnis - das geht in dem Sattelauflieger ruckzuck, denn die Wege sind kurz, Transporte entfallen. UND: In dem rollenden Labor können mehrere hundert Menschen an nur einem Tag getestet werden. Justizminister Guido Wolf schwärmt gegenüber der dpa von dem Fahrzeug: „Das Labor auf Rädern stellt eine herausragende Hilfe dar. Es ist für unsere Zwecke die ideale Lösung und immer noch bundesweit einmalig.“

Corona im Gefängnis: Mobiles Labor testet Personal im Schnellverfahren

4.500 Justizvollzugsbedienstete sind seit Juli in dem Fahrzeug getestet worden – bei 52 Stopps vor Gefängnissen und Landgerichten. In diesem Rahmen konnte bei zehn Personen eine unbekannte Infektion festgestellt und somit verhindert werden, dass es zu weiteren Ansteckungen im Gefängnis selbst kommen konnte. Laut Justizminister Guido Wolf sehe das Gefängnispersonal diese Art der Testmöglichkeit auch als Wertschätzung für seine ohnehin schwierige Arbeit in der Corona-Zeit.

Die Flexibilität dieses mobilen Labors ist ein weiterer großer Vorteil. In Freiburg konnten kürzlich so gleich 800 Personen getestet werden, nachdem bei einem Häftling Corona festgestellt worden war. Ergebnis des Massen-Tests: Bei einem Vollzugsbediensteten konnte das Virus dann ebenfalls nachgewiesen werden. Sind denn weitere Einsatzorte für die mobile Teststation geplant? Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung, erklärt: „Anfang 2021 kommt sie außerdem bei der Bereitschaftspolizei und der Landesfeuerwehrschule zum Einsatz.“

Anfang 2021 kommt es außerdem bei der Bereitschaftspolizei und der Landesfeuerwehrschule zum Einsatz.

Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa/Dennis Mugler

Das könnte Sie auch interessieren