Auswahl für die "Schaurigen Altweibernächte" im Oktober

Schaurige Erfahrung in Tripsdrill: Echo24.de stellt sich dem Grusel-Casting

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Das Casting ist nichts für schwache Nerven (von links): Mathias Schwappach vom MaisMaze-Team, echo24.de-Redakteur Daniel Hagmann, Casting-Teilnehmerin Michelle Zorn aus Pforzheim und Mario Fadda vom MaisMaze-Team.
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Redakteur Daniel Hagmann versucht sich als Horror-Clown. Kann er mit seiner Schauspiel-Leistung überzeugen oder ist sie eher zum Gruseln?

Es raschelt im Unterholz. Ist da was? Nebel zieht auf. Plötzlich knattert es los. Eine Kettensäge! Und schon stürzt ein Irrer mit Maske auf einen zu und das letzte Stündlein scheint zu schlagen. Wohl dem, der da der Jäger und nicht der Gejagte ist. Und solange das Geschehen nur fiktiv ist, haben beide Spaß. Wie es wohl ist, zumindest für kurze Zeit in die Rolle einer verrückten Gruselgestalt zu schlüpfen?

Was wie eine Szene aus einem Horror-Streifen à la "Texas Chainsaw Massacre" klingt, wird im Herbst in Tripsdrill wieder real. Natürlich weit gemäßigter und nur zur Unterhaltung der Gäste. Die "Schaurigen Altweibernächte" mit allerlei verkleideten Darstellern sorgen am 11. und 12. sowie am 18. und 19. Oktober wieder für wohliges Gruseln zwischen "G'sengter Sau" und "Karacho"-Achterbahn.

Tripsdrill: "Schaurige Altweibernächte" mit 50 Darstellern

Und da an diesen Tagen um die 50 düstere Gestalten durch den Park schleichen werden, sucht das für die Schauernächte verantwortliche Gruselteam von MaisMaze noch nach Darstellern. Für mich als jahrelanger Gruselfan ist klar: Bei dem Horror-Casting am Samstag mache ich mit! Wäre doch gelacht, wenn ich nach Hunderten Horror-Filmen und als selbsternannter Stephen-King-Experte die Konkurrenz nicht in Grund und Boden spielen würde. Oder wird das Casting allen voran für mich selbst zum Horror?

Bildershow aus Tripsdrill: So lief das gruseligste Casting der Region

18 mutige Teilnehmer stellen sich der Horror-Herausforderung und finden sich am Samstagvormittag in Tripsdrill ein. Manche haben sich schon ein bisschen geschminkt und wollen offenbar Nägel mit Köpfen machen. Ich sehe das Ganze noch recht entspannt und lasse alles auf mich zukommen. Schließlich hieß es vom MaisMaze-Team, dass man sich weder vorbereiten noch eine Rolle einstudieren oder irgendwelche Requisiten mitbringen soll.

Grusel-Casting in Tripsdrill: Die Motivation

Nach einer kurzen Vorstellung des MaisMaze-Teams geht's ins Einzelgespräch. Wie bei einer Bewerbung erkläre ich, warum ich unbedingt im Herbst als Zombie, Gespenst oder wandelnder Kürbis in Tripsdrill die Leute erschrecken möchte. Gründe für meine Motivation gibt es eine Menge: An Halloween verkleide ich mich gerne düster, die Masken des MaisMaze-Teams und die Grusel-Labyrinthe in Tripsdrill kenne ich bisher nur als Besucher und finde sie megagelungen und schon als Kind habe ich es geliebt, meine Freunde mit Gruselgeschichten zu erschrecken. Erfahrungen als Darsteller habe ich bisher noch keine.

In Einzelgesprächen macht sich das Casting-Team ein Bild von den Teilnehmern.

Mein Gegenüber Mario Fadda vom MaisMaze-Team nickt immer wieder freundlich. Scheint so, als hätte ich ihn überzeugt. Zumindest ist die Gesprächsatmosphäre locker und entspannt.

Schauspiel-Premiere beim Grusel-Casting in Tripsdrill

Und dann geht's in die Vollen. In der ersten Aufgabe sollen die Casting-Teilnehmer in Gruppen eines von fünf Horror-Szenarien aussuchen, sich eine kurze Geschichte ausdenken, eine 60-sekündige Szene erarbeiten und sie vor der Jury aufführen. Deadline: 30 Minuten. Puh! Meine Schauspiel-Premiere steht also kurz bevor.

Meine Partnerin in der Szene ist Michelle Zorn aus Pforzheim. Zuerst gilt es, den Handlungsrahmen zu wählen. Ich schwanke noch zwischen Horror-Zirkus und Grusel-Scheune am Waldrand. Michelle favorisiert den Zirkus. Also: "Manege frei!"

30 Minuten haben die Teilnehmer Zeit, um eine 60-sekündige Gruselszene zu erarbeiten.

Zwischen Stephen King und "Batman"

In meinem Kopf wirbeln beim Brainstorming allerlei Film-Erfahrungen durcheinander. Mit dabei sind natürlich Pennywise aus Stephen Kings "Es", der Joker aus "Batman" und auch US-Serienmörder John Wayne Gacy, der als Killerclown traurige Berühmtheit erlangt hat, fällt mir ein. Und zack - habe ich eine Szene im Kopf, die ich Michelle vorschlage.

Sie könnte als Zirkusdirektorin in einem alten verfluchten Gemäuer Schutz vor einem Unwetter suchen. In dieser Burg hause ich als Zombie-Horror-Clown-Zirkusdirektor, treibe sie mit meinem Geschrei in den Wahnsinn und mache sie schließlich als Untote zum Teil meiner Crew. Sie findet die Idee gut, bringt ihre Vorschläge ein und wir proben die Kurzdarstellung. Viel Zeit ist nicht mehr. Nach vier Durchläufen haben wir ein gutes Gefühl - und das sollten wir auch. Denn das MaisMaze-Team ruft uns und es heißt: Showtime.

Die Jury ist von vielen Beiträgen begeistert.

Vor der Jury erklären wir, für welchen Handlungsrahmen wir uns entschieden haben und schon geht's los: Ängstlich betritt Michelle die fiktive Burg. Ich habe meine Kapuze aufgesetzt, wirble herum und schreie: "Waaah!" Michelle erschrickt fast zu Tode. Mit völlig wahnsinnig verstellter Stimme schreie ich: "Wer bist du und was willst du hier?" Sie stammelt ängstlich von einem Gewitter.

Grusel-Casting: Reporter wird zu Pennywise

Gehässig lache ich auf und zitiere laut kreischend den "Es"-Horrorclown Pennywise. "Schau dich hier in meinem Zirkus um. Die Clowns fliegen, die Kinder fliegen, die Ballons fliegen. Und du, du wirst auch fliegen." Ich berühre Michelle an der Schulter. Sie fällt kurz zu Boden, kommt eine Sekunde später als untotes Mitglied meines Zirkus wieder zu sich und wankt auf die Jury zu. Szene beendet.

Der echo24.de-Redakteur zeigt beim Grusel-Casting vollen Einsatz.

Das MaisMaze-Team scheint recht angetan, ich bin mit unserer Performance zufrieden. Ob's gereicht hat, erfahren wir erst später. Denn es steht ja noch eine weitere Prüfung an.

Tripsdrill: Angst und Schrecken im Grusellabyrinth

Im "Schrecklichen Werkskeller" von Kalle Kolbenfresser unter der "Karacho"-Achterbahn sollen wir Bewerber uns als nächstes in den düsteren Ecken verstecken und die MaisMaze-Mitglieder erschrecken, die als Gäste in dem, Grusellabyrinth nach wohligen Schauern suchen. Ich verstecke mich zwischen Weg-Trennwänden aus Metall. Da! Ich höre, wie sich die Jury nähert.

Bildershow: Schaurige Altweibernächte in Tripsdrill

Indem ich auf die Wände eintrommle, versuche ich, Terror-Atmosphäre zu erzeugen. Und schon biegen die vier um die Ecke. "Wah" rufe ich und springe vor sie hin. Ungerührt läuft das Quartett weiter. Ich bin unzufrieden und muss zugeben: Da verbreitet jeder Springteufel mehr Angst und Schrecken. Und wirklich viel konnte ich stimmlich nun auch nicht mehr leisten. Von der Performance zuvor bin ich noch heiser.

Casting-Ende in Tripsdrill: Die Entscheidung

Danach geht es schon zur Entscheidung. Die MaisMaze-Crew bedankt sich herzlich. Viele Akteure seien überzeugend gewesen, aber leider können sie nicht alle für die "Schaurigen Altweibernächte" im Oktober einladen. Alle 18 Teilnehmer bibbern und fragen sich: "Hat es für mich gereicht?" Organisator Noel Ebhart macht es spannend und sagt: "Der folgende Teilnehmer hat uns persönlich überzeugt und seine Motivation unterstrichen. Im Erschrecken war er schwach, als Schauspieler war er aber super und hat seine Stimme sehr variabel eingesetzt. Wir freuen uns, Daniel Hagmann als Darsteller bei den 'Schaurigen Altweibernächten' im Herbst bei uns begrüßen zu dürfen." Juhu, geschafft! Geil!

Das Casting-Team mit den Auserwählten, die mit ihren Leistungen überzeugt haben.

Insgesamt sieben der 18 Teilnehmer haben das Casting überstanden. Im Oktober kommen wir dann nach Tripsdrill und werden gemeinsam mit den festen Mitgliedern von MaiseMaze für wohligen Grusel sorgen. Und das Schauer-Team hat schon in Aussicht gestellt: Wer sich geschickt anstellt und wenn es persönlich passt, ist auch eine feste Mitgliedschaft im Team möglich. Na, wenn das keine schaurig-schönen Aussichten sind!?

Schaurig schön: Die gruseligsten Orte der Region

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