Die richtige Mischung aus Spannung und Witz

"Baskerville": Verbrecherjagd bei den Burgfestspielen

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Die markerschütternden Schreie des "Höllenhunds" jagen Dr. Watson (links, Frank Watzke) und Sherlock Holmes (Gerd Lukas Storzer) einen gehörigen Schrecken ein.
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Gruselstimmung, treffsicherer Wortwitz und eine Darstellerperformance im Höllentempo.

Dichter Nebel wabert durch den Burghof, schreckliches Hundegeheul lässt das Blut in den Adern gefrieren - und es ist klar: In Devonshire ist so einiges faul. Und die modernden Pflanzen im Moor sind dabei noch das geringste Problem. Ein Vierbeiner mit glühenden Augen, direkt aus der Hölle, soll sein Unwesen im Sumpf treiben und es auf den Landadel abgesehen haben. Und plötzlich schallen Hip-Hop-Beats durch die Götzenburg und bringen die alles entscheidende Frage auf den Punkt: "Who let the Dogs out?"

Bildershow: "Baskerville" bei den Burgfestspielen Jagsthausen

Im Kern ist das Stück "Baskerville – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville" ein Krimi voller großer und kleiner Intrigen, allerlei Verdächtigen und einem Detektiv, dem keine Kleinigkeit entgeht. Wenn das weltberühmte Duo Sherlock Holmes und Dr. Watson aber bei den Burgfestspielen Jagsthausen auf Verbrecherjagd geht, brechen gelungene Wortspiele und das hohe Tempo der Inszenierung die morbide Moorstimmung auf.

Verwandlungen im Höllentempo

Während Gerd Lukas Storzer als Meisterdetektiv bedächtig die Fakten abwägt, legen die Nebendarsteller Mats Kampen, Achmed Ole Bielfeldt und Melissa Holley ein regelrechtes Höllentempo aufs Parkett. Binnen Sekunden zieht sich das Trio auf der Bühne um, wechselt in die Rollen von zig Nebenfiguren, verwandelt sich von irren Naturforschern in lispelnde Dienstboten, sächselnde Ärzte, englische Edelmänner, übel zugerichtete Leichen oder sogar in karikaturhafte Gemälde. Das völlig übertriebene Mienenspiel ist dabei eine wahre Freude. Kein Wunder, dass das Publikum bei der "Baskerville"-Premiere gestern Abend - neben all der Spannung in der Geschichte - immer wieder in herzliches und befreiendes Gelächter ausbricht.

Eines der besten Stücke seit Jahren

"Das Stück hat genau die richtige Mischung aus Spannung und Witz", sagt Bärbel Lenhard aus Schöntal-Bieringen nach dem zweistündigen Ausflug ins England des späten 19. Jahrhunderts. "Man merkt einfach, dass die Schauspieler absolute Profis sind. Wie schnell die ihre Kostüme gewechselt haben - sensationell!" Für manchen regelmäßigen Burgfestspiel-Besucher ist die Inszenierung gar eines der besten Stücke in Jagsthausen der vergangenen Jahre. Und Jakob Ritter aus Mosbach-Neckarelz fand den Humor so gelungen, dass er kaum zum Rätseln kam, wer denn nun der wahre Moor-Bösewicht sein könnte. Sein klarer Tipp: "Wer Krimis mag und einen unterhaltsamen Abend erleben möchte, dem kann ich das Stück nur empfehlen."

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