Love, Peace und Happiness im Burghof

Großartige "Hair"-Premiere in Jagsthausen

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Kostüme und Performance machen bei der Aufführung des Kultmusicals ordentlich was her.
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Viel nackte Haut, ganz große Momente und eine Botschaft mit Tiefgang.

Sind Haschisch und Marihuana tatsächlich die schlimmsten Drogen? Oder sind es nicht etwa Geldgier, Meinungsterror sowie zu viel Fett und Zucker im Essen, die Körper und Geist benebeln und in völlige Trägheit versetzen? Zumindest gilt: Wer zum Joint greift, lässt das Gewehr links liegen. Und wabernde, bunte Farben - egal ob real oder nur vorgestellt - erzeugen weniger Leid als treffsichere Kugeln mitten ins Herz.

Bilder: Saisoneröffnung bei den Burgfestspielen Jagsthausen

Mit dem Kultmusical "Hair" starten die Burgfestspiele Jagsthausen gestern in ihre 69. Spielzeit. Und dass die viel belächelte Flower-Power-Generation rund um freie Liebe, Auflehung und Rausch auch dem heutigen Publikum was zu sagen hat, wird schon in den ersten Minuten deutlich: Ein Heer von Donald Trumps marschiert durch den Burghof - in Sachen Kriegstreiberei, Unterdrückung und Hass hat sich in den vergangenen 50 Jahren wenig geändert.

"United States of Love"

Der Fokus des Zwei-Stunden-Stücks liegt weniger auf einer fesselnden Story mit ausgefeilten Charakteren als vielmehr auf dem Spannungsfeld zwischen Obrigkeitsgehorsam und Gesellschaftszwängen auf der einen sowie Toleranz und dem Streben nach Glück auf der anderen Seite. Gewalt muss nicht immer Gegengewalt erzeugen - auch Nächstenliebe kann die Antwort sein. Und wer das Kredo "America first" des US-Präsidenten in "Nature first" umwertet, kann aus dem Bundestaat die "United States of Love" machen. Mit einem Gewinn für alle Lebewesen des Planeten.

Mit atemberaubenden Choreographien reißt das Jagsthausen-Ensemble das Publikum mit - und die bunten Flower-Power-Kostüme - samt titelgebender, abgefahrener Haarpracht - machen richtig was her. Höchstleistungen bringt auch die achtköpfige Band. Wenn das Stück vor Lebendigkeit nur so strotzt, ist natürlich auch die Musik Teil der Live-Performance. Das Ergebnis: Beim großen Gänsehaut-Finale zum Hit "Let the Sunshine in" hält es niemanden mehr auf den Sitzen.

Botschaft des Friedens

"Das Stück war wirklich Weltklasse", sagt Harry Briggl aus Schwäbisch Hall nach der gefeierten Premiere. "Alles war toll gesungen - und auch die Handlung um die nie enden wollende Botschaft des Friedens ist heute noch wichtig." Und auch Franziska Wagner aus Sulzfeld ist hingerissen: "Die Performance des gesamten Teams war einfach nur super. Aber dass der Inhalt nach 50 Jahren immer noch aktuell ist, sollte uns allen zu denken geben."

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