Straftaten gegen Maskottchen werden immer heftiger

Angriffe auf Zwerg Karl: Gezielter Terror gegen die Buga?

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Vandalen nehmen sich den pinken Buga-Zwerg Karl gerne zum Ziel.
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Gestohlen, beschädigt, in die Luft gesprengt. Buga-Zwerg Karl hat schon einiges durchmachen müssen.

Überall im Raum Heilbronn sieht man einen Karl. An vielen Ortseingängen und öffentlichen Plätzen gastiert der pinke Zwerg. Das Ziel der Buga-Organisatoren: Das Maskottchen der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn soll an stark frequentierten Orten stehen - und auf das Blumen-Event aufmerksam machen. Aufmerksamkeit erzeugt Karl derzeit auch jede Menge. Nur eben nicht, wie gedacht.

Heilbronner Buga-Maskottchen: Opfer von Straftaten

Karl wurde schon mehrfach geklaut, an andere Orte verschleppt - und in der Nacht zum Sonntag in Beilstein sogar in die Luft gesprengt. Machen hier einzelne Vandalen Stimmung gegen die Buga? Ist der Vandalismus sogar der Nährboden für eine negative Haltung in der Bevölkerung gegen die Bundesgartenschau?

Suse Bucher-Pinell, Pressesprecherin der Buga, weist diese Befürchtungen zurück: "Ich wüsste nicht, warum man wegen den Vorfällen nicht auf die Buga gehen sollte. Eher im Gegenteil: Karl steht im Mittelpunkt der Medien. Somit sind alle über die Bundesgartenschau in Heilbronn informiert."

Straftaten gegen Buga-Zwerg Karl: Täter unter Alkohol?

Karl zieht zwar eine Menge Aufmerksamkeit auf sich, "allerdings kann ich mir nicht vorstellen, warum die Randalierer gegen ihn vorgehen", sagt Bucher-Pinell weiter. Rainer Köller von der Polizei Heilbronn vermutet, dass die Täter "Jugendliche sind, die unter Alkoholeinfluss randalieren wollen".

Auch im Erlebnispark Tripsdrill steht ein Karl.

Beschädigte oder verlorene Zwerge können laut Bucher-Pinell nicht ersetzt werden: "Die Gemeinden konnten sich bei uns melden, wenn sie einen Zwerg in ihrem Ort aufstellen wollten, und wir haben nur auf die Anfragen produziert." Insgesamt 86 Zwerge wurden hergestellt, die im Stadt- und Landkreis Heilbronn, im Hohenlohe- und im Main-Tauber-Kreis aufgestellt wurden.

Heilbronner Buga-Zwerg Karl: Sechs Mal beschädigt, sechs Mal geklaut

Karl war bislang in zwölf Straftaten verwickelt. Bei sechs davon wurde er beschädigt, bei den anderen sechs gestohlen. Ob es sich bei den Vergehen nur um Impulstaten handelt oder ob mehr dahinter steckt, ist unklar. Die Polizei schließt organisierte Angriffe gegen die Buga jedoch konsequent aus. Köller betont: "Die Verbrechen wurden unabhängig voneinander von Einzeltätern oder Einzelgruppen verübt. Wir sehen daher nichts, was die Taten miteinander verbindet."

Die Akte Karl verbleibt aber nicht täterlos: In Untereisesheim konnten vier tatverdächtige Jugendliche festgenommen werden. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die Aussagen über den gesprengten Zwerg in Beilstein und den deplatzierten Zwerg in Flein machen können.

Von Cedric Preier

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