Jürgen Olma aus dem Amt gejagt

Paukenschlag: So endete die Wut-Wahl in Widdern

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Die Wut-Wahl in Widdern erhitzte wochenlang die Gemüter.
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Der Groll gegen Bürgermeister Jürgen Olma hat nun Folgen.

+++ Update, 3. Juni, 10.30 Uhr +++

Das Wahl-Chaos in Widdern hat ein Ende! Und was vor vier Wochen noch völlig unglaublich gewesen ist, wird plötzlich real: Nach acht Jahren ist Bürgermeister Jürgen Olma nach einer regelrechten Schlammschlacht aus dem Amt gejagt. Und Kevin Kopf, der vor vier Wochen noch in Kupferzell zur Bürgermeisterwahl angetreten ist, verloren hat und - nach eigener Aussage - nirgendwo anders kandidieren wollte, ist nun neuer Rathauschef in Widdern.

Im ersten Wahlgang am 5. Mai ging Amtsinhaber Olma als Alleinkandidat kläglich unter. Der 32-jährige Kopf, bislang Kämmerer in Kupferzell, "widderte" daraufhin seine Chance und siegte gestern mit 63,1 Prozent gegen Olma, für den sich nur 35,4 Prozent aussprachen. Die Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl in Widdern lag am gestrigen Sonntag bei 62,5 Prozent, wie die Heilbronner Stimme berichtet.

Kevin Kopf hat die Bürgermeisterwahl in Widdern gewonnen.

Mit der Abwahl Olmas haben nun auch die unappetitlichen Aktionen ein Ende: Ein strangulierter Buga-Karl, auf den Olmas Namen geschmiert war und überklebte NPD-Plakate mit dem Gesicht des Bürgermeisters im Vorfeld der Wahl taten Kund, dass es zumindest einige in der 1.800-Einwohner-Stadt Widdern gibt, die einen erheblichen Groll gegen den Amtsinhaber hegen.

Nach der Wahl von Kevin Kopf zeigte sich Olma desillusioniert, dass sich öffentlich zu wenige von den gegen ihn gerichteten Aktionen distanziert haben. Laut SWR fühlte sich Olma bis zuletzt getäuscht, auch von falschen Freunden. Laut Heilbronner Stimme hat die Bürgermeisterwahl in Widdern für ihn aber auch was Gutes: "Ich bin enttäuscht, aber das heißt auch: Die Täuschung ist weg. Ich gehe ohne Groll." Pläne für die Zukunft habe Olma nicht. 

+++ Update, 9. Mai, 11.15 Uhr +++

Es bleibt spannend in Widdern. Nachdem es nach der Peinlich-Nicht-Neu-Wahl von Bürgermeister Jürgen Olma zunächst vier weitere Kandidaten auf das Amt gegeben hatte, sind es nun nur noch drei.

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hat Martin Hellemann-Brenner seine Kandidatur offenbar via E-Mail zurückgezogen. Damit wolle er demnach Platz für einen wirklichen Neustart machen. 

Jürgen Olma ist amtierender Bürgermeister in Widdern.

+++ Update, 9. Mai, 6.15 Uhr  +++ Nach Peinlich-Wahl in Widdern: Fünf Kandidaten wollen Bürgermeister werden

Nach der Nicht-Wahl vom einzigen Bürgermeister-Kandidaten Jürgen Olma geht es am 2. Juni in Widdern erneut an die Urnen. Dann haben die Wähler auch eine - reguläre -, größere Auswahl. Denn nun bewerben sich fünf Kandidaten auf den Posten: Neben Olma treten auch Harry Pudelko (Widdern), Martin Hellemann-Brenner (Öhringen), Kevin Kopf (Kupferzell) und Samuel Speitelsbach (Ravenstein) an. 

Sie alle werden in den kommenden Wochen nun die Werbetrommel rühren, um sich bei der zweiten Wahl durchzusetzen. Über die Nicht-Wahl werden die Widderner trotzdem noch einige Zeit schmunzeln…

Peinlich-Wahl in Widdern: Bürgermeister tritt als einziger Kandidat an - und wird trotzdem nicht gewählt

Auch zwei Tage später gibt es derzeit kein anderes Thema in Widdern: Die Peinlich-Wahl - oder besser Nicht-Wahl - des amtierenden Bürgermeisters Jürgen Olma. Denn: Obwohl er als amtierender Inhaber seines Amtes und einziger Kandidat zur Neuwahl antrat, wurde er einfach nicht wiedergewählt. Eine regelrechte Klatsche!

Mit nur 46,4 Prozent aller Stimmen (777, davon 79 ungültig) schaffte Olma im ersten Wahlgang nicht die nötige absolute Mehrheit. Laut "Heilbronner Stimme" mindestens in Baden-Württemberg in dieser Form ein einzigartiges Kuriosum.

Peinlich-Wahl in Widdern: 76 Kandidaten gewählt, die gar nicht als Bürgermeister antreten

Insgesamt haben es demnach stattdessen 76 andere Kandidaten auf die Stimmzettel der Wähler geschafft. Nur: Von denen trat nicht ein einziger tatsächlich auch an. Am 1. Mai waren zuvor ohne dessen Wissen sogar Plakate für einen vermeintlichen zweiten Kandidaten aufgehängt worden, der auch nach der Aktion aber ebenfalls nicht Bürgermeister werden will.

Der Scherz zeigte trotzdem Wirkung. Olma musste die Peinlich-Wahl zunächst erfolglos hinnehmen. Bis morgen, 8. Mai, 18 Uhr, könnten sich theoretisch noch weitere Kandidaten zum zweiten Wahlgang am 2. Juni aufstellen lassen. Würde Olma dann erneut allein antreten, reicht ihm dann die relative Mehrheit.

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