Der Verdächtige stand zur Tatzeit unter Alkohol

Feuerteufel von Kirchardt: Anklage wegen versuchten Mordes

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Dieses Auto wurde ein Opfer des Feuerteufels von Kirchardt.
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Das Urteil soll noch vor Weihnachten fallen.

○ Vier Brände mit mehr als einer halben Million Euro Schaden im Mai in Kirchardt.

○ Mutmaßlicher Feuerteufel wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht in Heilbronn angeklagt.

○ Urteil gegen den mutmaßlichen Feuerteufel soll noch vor Weihnachten fallen.

Brandserie: Feuerteufel wegen versuchten Mordes am Landgericht Heilbronn angeklagt

Update vom 15. November: Knapp ein halbes Jahr, nachdem er in Kirchardt mit Absicht mehrere Brände gelegt haben soll, muss sich der mutmaßliche Feuerteufel seit heute vor dem Landgericht in Heilbronn für seine gefährlichen Taten verantworten.

Vorwurf: Der 38-Jährige soll am 21. Mai dieses Jahres in der Vorstadtstraße in Kirchardt insgesamt vier Feuer gelegt haben. Eines an einem Schuppen, drei an Autos, wie das Landgericht Heilbronn berichtet. Dabei sei insgesamt ein Sachschaden von 570.00 Euro entstanden.

Brände in Kirchardt: Feuerteufel nahm Tote in Kauf

Heftig: Der Angeklagte habe durch sein Wüten bei jeder dieser Brandstiftungen in Kauf genommen, dass die Flammen auf die angrenzenden Wohnhäuser übergreifen und die darin schlafenden Anwohner zu Tode kommen könnten. Daher lautet die Anklage gegen den Feuerteufel von Kirchardt seitens des Heilbronner Landgerichts unter anderem: versuchter Mord!

Großbrand auf Geflügelhof in Kirchardt: Ursache klar

Wegen glücklicher Umstände bei den Löscharbeiten seien lediglich in einem Fall die Geschädigten mit dem Rauch in toxische Berührung gekommen, wobei es bei Reizungen der Atemwege geblieben sei, erklärt das Landgericht Heilbronn.

Für den Prozess gegen den Feuerteufel von Kirchardt sind am Landgericht in Heilbronn insgesamt sechs Prozesstage angesetzt. Dabei sind 23 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Das Urteil soll noch vor Weihnachten, am 18. Dezember, fallen.

+++Update, 31. Mai, 9.30 Uhr+++

Unzufrieden mit seiner Gesamtsituation, kräftig dem Alkohol zugesprochen - und dann soll er losgezogen sein und die Brände in Kirchardt gelegt haben. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, soll der mutmaßliche 38-jährige polnische Feuerteufel aus Frustration über sein Leben die Brandserie in Kirchardt verursacht haben.

Der Verdächtige lebt als Saisonarbeiter nicht weit von den Tatorten der Brände am Dienstag vor einer Woche in Kirchardt entfernt. Dem Feuer fielen eine Werkstatt, eine Scheune und ein Auto zum Opfer. Gesamtschaden: 300.000 Euro. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen, handelte der Verdächtige allein. Auf Menschen hatte es der unter Alkohol stehende mutmaßliche Feuerteufel von Kirchardt offenbar nicht abgesehen.

+++ Update, 22. Mai, 11.45 Uhr +++

Ist er der Feuerteufel von Kirchardt? Noch am Dienstagabend konnte nach mehreren Brandstiftungen in Kirchardt ein Tatverdächtiger von der Polizei vorläufig festgenommen werden. Der 38-Jährige wurde inzwischen einem Haftrichter vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn Haftbefehl erließ. Dieser wurde in Vollzug gesetzt. Die Ermittlungen zum Motiv und zum Hergang der einzelnen Taten dauern an. Wie und warum der polnische Staatsangehörige in den Fokus der Ermittler geriet kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht veröffentlicht werden.

+++ Update, 22. Mai, 9.15 Uhr +++

Nach der Brand-Serie in Kirchardt laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Am Mittwoch werden die Beamten Aussagen aus der Nachbarschaft der Brand-Orte aus. Auch Spuren, die vor Ort entdeckt wurden, werden genauer untersucht. 

Wie lange die Untersuchungen andauern werden, konnte der Sprecher der Polizei Heilbronn noch nicht sagen. 

Über Stunden waren Feuerwehrleute in der Nacht bereits in Kirchardt im Einsatz. 

+++ Update, 21. Mai, 16.45 Uhr +++

Durch die vielen Brände innerhalb von neun Stunden ist mittlerweile ein Sachschaden von rund 300.000 Euro entstanden. Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe, hat sich der Verdacht auf Brandstiftung erhärtet. Die Polizei fahndete deshalb umgehend mit zahlreichen Kräften nach verdächtigen Personen und intensivierte die Spurensicherung an den Brandorten. 

Zeugen, die in der Nacht zum Dienstag und am Vormittag in Kirchardt verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, werden darum gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Heilbronn, Telefon 07131 104 4444, zu melden. 

+++ Update, 21. Mai, 13 Uhr +++

Offenbar nimmt die Serie von mutmaßlichen Brandstiftungen in Kirchardt auch weiterhin kein Ende. Und das, obwohl Feuerwehr und Polizei praktisch dauerhaft vor Ort im Einsatz sind.

Wie der SWR berichtet, soll es am Vormittag noch einen weiteren Brand gegeben haben - damit steigt die Anzahl auf fünf. Demnach stand bei den Bränden am Morgen und Vormittag jeweils ein Auto in Flammen.

+++ Update, 21. Mai, 10.50 Uhr +++

Schon wieder müssen Polizei und Feuerwehr aktuell einen Brand in Kirchardt bekämpfen. Was genau vor Ort passiert ist, ist derzeit noch unklar.

"Nach den Einsätzen in der Nacht brennt es erneut", sagte Polizei-Pressesprecher Carsten Diemer nur gegenüber echo24.de.

+++ Ursprungsmeldung, 21. Mai, 7.15 Uhr +++

Gleich drei Einsätze beschäftigten die Feuerwehr in Kirchardt in der Nacht zum Dienstag. Zunächst wurde der Brand eines Pkw gemeldet. Während der Löscharbeiten kam es dann zu einem weiteren Feuer nur wenige Häuser weiter in einer Garage. Gegen 3.50 Uhr geriet dann noch eine Werkstadt, ebenfalls in der selben Straße, in Brand. 

Hier musste Verstärkung aus den umliegenden Gemeinden anrücken. Die Werkstadt und ein darin geparktes Auto fielen dennoch den Flammen zum Opfer. Die Polizei Heilbronn geht von Brandstiftung aus und ermittelt nun.

Am Montag kam es auch in Neuenstein zu einem Kellerbrand. Dabei wurden zwei Bewohner verletzt. 

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