Das ändert sich bei Bosch

Autobranche im Wandel: Bosch trifft wichtige Zukunfts-Entscheidung

Der Bosch-Standort in Bietigheim-Bissingen.
+
Bosch hat eine wichtige Entscheidung für die Zukunft getroffen.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel. Bosch hat deswegen eine wichtige Entscheidung für die Zukunft getroffen.

„Ich denke, dass es weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer gibt.“ Diese Prognose äußert 1943 der damalige IBM-Chef Thomas Watson. Ironischerweise war es dann ausgerechnet IBM, die dem PC zu seinem Siegeszug verhalf. Heute spielen die Rechner in unserem Alltag eine wichtige Rolle, sei es im PC oder im Smartphone.

Auch die modernen Autos werden immer mehr zu rollenden Computern. „Bereits in heutigen Autos stecken rund 100 Millionen Zeilen Software-Code“, erklärt Dr. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH aus Stuttgart und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

Bosch/Stuttgart: Neues Geschäftsfeld mit Zukunftsperspektive

Eine Entwicklung, die sich auch in Zukunft fortsetzen wird und auf die auch der Autozulieferer Bosch im kommenden Jahr reagiert. Die Mitarbeiter aus den Bereichen „Software-, Elektrik- sowie Elektronikentwicklung aus den Bereichen Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren, Car Multimedia sowie Antrieb und Body Electronics“ werden nach Unternehmensangaben in der neuen Einheit „Cross-Domain Computing Solutions“ (XC) gebündelt. Der neue Geschäftsbereich umfasst dann 17.000 Mitarbeiter.

Bis zum Jahr 2030 rechnet Bosch damit, dass der Markt für Software-intensive Elektroniksysteme pro Jahr um 15 Prozent wächst. „Die Zukunft der Mobilität kann nur gestalten, wer über umfassende Elektronik- und Softwareexpertise verfügt“, sagt Hartung. „Bosch ist ein Pionier in der automobilen Elektronik und längst auch ein Softwareunternehmen. Wir sind prädestiniert, die Digitalisierung von Fahrzeugen in unserem neuen Bereich auch in Zukunft erfolgreich voranzubringen.“

Bosch/Stuttgart: Digitalisierung des Autos nimmt zu

Hierbei arbeitet der Autozulieferer aus Stuttgart auch mit anderen Firmen zusammen, gemeinsam mit der Daimler-Tochter Mercedes-Benz wurde beispielsweise das Automated Valet Parking entwickelt. Nach einer ersten Testphase im Mercedes-Benz-Museum wird das System künftig auch am Flughafen Stuttgart und gemeinsam mit Ford in einem Detroiter Parkhaus erporbt.

Solche neuen Funktionen sollen mithilfe des neuen Geschäftsbereiches schneller auf die Straße kommen. Bosch möchte vor allem die steigende Komplexität durch umfassende Software- und Elektroniklösungen verringern. „Software aus einer Hand zu liefern, ist unsere Antwort auf die immense Herausforderung, Autos immer stärker zu digitalisieren“, erklärt Harald Kröger.

Bosch/Stuttgart: Zusammenspiel von Komponenten wird wichtiger

Als Beispiel nennt Bosch die Software von automatisiert fahrenden Autos: Diese wird zwischen 300 und 500 Millionen Codezeilen umfassen. Ausgedruckt wären das 18.000 Textseiten. Der Autozulieferer aus Stuttgart möchte den Fahrzeugherstellern daher künftig ermöglichen, ihren Kunden ein Fahrzeugerlebnis aus einem „Guss“ bieten.

Zusätzlich arbeitet Bosch daran, die elektrische und elektronische Architektur der Autos fit für die Technologie der Zukunft zu machen. Entsprechend arbeitet die neue Unternehmenseinheit auch an der Entwicklung von Fahrzeugcomputern, Steuergeräten und Sensoren, denn deren Zusammenspiel ist künftig besonders wichtig. „Kernaufgabe von Cross-Domain Computing Solutions wird es sein, die Komplexität der Elektroniksysteme beherrschbar und darüber hinaus so sicher wie möglich zu machen“, sagt Kröger.

Für die Autos der Zukunft werden immer mehr Codezeilen benötigt.

Bosch/Stuttgart: Hochleistungsrechner statt Steuergeräte

Durch den Einsatz von Hochleistungsrechnern will der Autozulieferer aus Stuttgart zudem die Anzahl an Steuergeräten deutlich reduzieren. „Mehr als 100 einzelne Steuergeräte sind in aktuellen Premiumfahrzeugen verbaut, selbst in Kleinwagen sind es heute bereits 30 bis 50. Mit Hochleistungsrechnern lässt sich diese Anzahl zukünftig deutlich reduzieren“, betont Kröger.

Dadurch dass diese jedoch künftig für alle wesentliche Systeme im Auto in einer übergreifenden Einheit entwickelt werden, entsteht laut Bosch eine durchgängige IT-Architektur für das gesamte Auto. Diese ermögliche „ein nahtloses Zusammenspiel der elektrischen und elektronischen Komponenten.“

Das könnte Sie auch interessieren