Angst um Arbeitsplätze geht weiter

Bosch: Horror-Nachricht für Mitarbeiter - Angst um tausende Arbeitsplätze

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2019 hatte Bosch einen massiven Gewinneinbruch. Nun ist klar, dass der Autozulieferer aus Gerlingen im Kreis Ludwigsburg tausende Stellen abbauen will.

  • Bosch wird in den kommenden Jahren zahlreiche Stellen an den deutschen Standorten streichen.
  • 2019 gab es einen massiven Gewinneinbruch bei Bosch
  • Bosch will tausende Arbeitsplätze "möglichst sozial-verträglich" abbauen.

Bosch: Tausende Stellen sollen wegfallen - Horror-Nachricht für Mitarbeiter

Update vom 26. Juni: Erst vor wenigen Tagen wurde klar, dass bei Bosch Automotive Steering in Bietigheim-Bissingen knapp 300 Mitarbeiter um ihren Job kämpfen müssen. Denn: Die Produktion am Standort im Kreis Ludwigsburg wird komplett eingestellt. Das erklärt der Konzern im Hinblick auf die Zukunft des Standorts. Nun folgt die nächste schlechte Nachricht.

Bosch will mehrere tausend Arbeitsplätze abbauen - das berichtet der SWR und bezieht sich auf eine Aussage des Autozulieferers aus Gerlingen im Kreis Ludwigsburg. Demnach solle der Abbau der Arbeitsplätze aber "möglichst sozial-verträglich" ablaufen. Auslöser für den Stellenabbau sei die wirtschaftliche Lage von Bosch in der Corona-Krise. Bereits 2019 musste der Autozulieferer mit einem massiven Gewinneinbruch kämpfen (wir berichteten am 30. Januar).

Stellenabbau bei Bosch: Nach Gewinneinbruch 2019 folgte Corona-Krise

Doch wie geht es bei Bosch jetzt weiter? Jeder Standort werde nun einzeln angeschaut und der Anpassungsbedarf ermittelt, erklärt Vorstandschef Volkmar Denner gegenüber dem SWR.

Jetzt wird bekannt: Um die Personalkosten in Zeiten des Coronavirus zu senken, führt Bosch die verkürzte Arbeitszeit für Mitarbeiter ein. Aber können weitere Stellenstreichungen dadurch verhindert werden? 

Massiver Gewinneinbruch bei Bosch

Update 30. Januar: Nach der Ankündigung von Stellenstreichungen bei Bosch sind auch die neusten Nachrichten des großen Automobilzulieferers aus Baden-Württemberg nicht besonders ermutigend.

Im vergangenen Jahr hatte Bosch lediglich einen operativen Gewinn von drei Milliarden Euro, berichtet swr.de. 2018 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro gemacht. Zwar sei der Umsatz mit 17,9 Milliarden wie im Vorjahr gleich geblieben, doch der Gewinn sei deutlich zurückgegangen.

Gründe dafür sieht Bosch zum einen in den Märkten China und Indien. Dort seien die Geschäfte schlechter gelaufen als bisher und diese beiden Märkte seien auf Grund ihrer Größe ein wichtiger Faktor. Der allgemeine Rückgang der Diesel-Nachfrage habe auch zu einer Schmälerung des Gewinns geführt. Durch die Entwicklung in der Automobilbranche sei Bosch nun auch gezwungen die eigene Mobilitätssparte umzubauen undInvestitionen in die Entwicklung neuer Technologien zu stecken.

Trotz des geschmälerten Gewinns werde Bosch weiterhin in die neuen Technologien investieren. Für 2020 wollte Bosch keine Prognose abgeben, da man davon ausgehe, dass die Produktion in der Automobilindustrie vorerst weiter sinken werde. 

Bosch streicht 600 Stellen - Reutlingen massiv betroffen

Update vom 29. November: Seit Ende Oktober ist klar, dass das Unternehmen Bosch - vom Umbruch in der Automobilbranche betroffen - etliche Stellen abbauen wird. Allerdings ist bislang unklar, wie viele Arbeitsplätze an welchem Standort genau betroffen sein werden. Zwischen 1.600 an zwei und über 3.300 Stellenstreichungen an drei Standorten sind aber zu befürchten. Klar ist nun in jedem Fall, wie es in Reutlingen weitergeht.

Wie der SWR berichtet, hat Bosch bereits bestätigt, dass an den Standorten in Reutlingen 500 Arbeitsplätze bis 2022 wegfallen werden. Im gleichen Zeitraum werden demnach deutschlandweit 100 weitere Stellen gestrichen. Die Gewerkschaft IG Metall pocht auf einen sozialverträglichen Abbau und kritisierte gegenüber dem SWR die Vorgehensweise des Unternehmens stark. 

Nicht nur Bosch steht wegen massiven Stellenabbaus in der Kritik. Auch bei Knorr gab es erst kürzlich einen großen Protestmarsch, weil eine mögliche Schließung des Werks in Heilbronn im Raum steht.

Bosch-Betriebsrat befürchtet weiteren Stellenabbau

Update vom 13. November: Insgesamt 2840 Stellen an drei Standorten in Baden-Württemberg sind derzeit vom Stellenabbau bei Bosch betroffen. Und es könnten sogar mehr werden, vermutet der Bosch-Betriebsrat. Dabei geht es derzeit um 3.300 Stellen im Automobilbereich in den kommenden zwei Jahren. Die neue Zahl bestätigte das Unternehmen nicht, berichtet die dpa. Bereits in den vergangenen zwei Jahren kam es zu 2.500 Stellenstreichungen. 

Eine aktuelle Abfrage bei den Betriebsräten der deutschen Standorte ergab die Zahl 3300. Der Gesamtbetriebsratschef befürchtet, dass man in den kommenden Monaten mit weiteren Zahlen konfrontiert werde. 

Ein Bosch-Sprecher sagte, dass derzeit Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an diversen Standorten geführt werden. Dabei soll es um die Frage gehen, wie man mit der Transformation in der Autoindustrie umgehen könne. Er verwies auch auf Bamberg. Dort wurde vergangene Woche eine Vereinbarung zur Standortsicherung ausgehandelt.

Audi: Was bedeutet die Krise für die Wirtschaft in der Region?

Bosch baut weitere 1000 Stellen ab

Update vom 24. Oktober: Der Automobilzulieferer Bosch will weitere 1000 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg abbauen. Betroffen ist der Geschäftsbereich Automotive Steering (Lenksysteme) in Schwäbisch Gmünd. "Wir müssen jetzt handeln, um uns mit einer tiefgreifenden Restrukturierung wieder wettbewerbs- und damit zukunftsfähig zu machen", teilte der Vorsitzende des Bereichsvorstands, Christian Sobottka, mit wie die "Rems-Zeitung" berichtete.

Derzeit sind 5000 Mitarbeiter am Bosch-Standort in Schwäbisch Gmünd beschäftigt. Am vergangenen Dienstag hatte Bosch bereits bekanntgegeben, dass angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren gut 1600 Arbeitsplätze in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen abgebaut werden. 

Bosch beschäftigt weltweit momentan rund 410 000 Menschen, davon 140 000 in Deutschland.

Bosch von Umbruch in Automobilbranche betroffen - massiver Stellenabbau steht bevor

Erstmeldung vom 23. Oktober: Die Automobilbranche sieht sich vor einem großen Umbruch, rechnet mit einer sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos. Und das hat ernste Folgen: Nachdem bereits der Audi Standort Neckarsulm mit einer rückläufigen Produktion zu kämpfen hat, sollen jetzt bei Bosch 1.600 Arbeitsplätze wegfallen. Treffen wird es die Standorte Schwieberdingen und Feuerbach - dort sollen in den nächsten beiden Jahren je 800 Stellen gestrichen werden, berichtet die dpa.

Bosch streicht 1.600 Arbeitsplätze - Verkürzung der Arbeitszeit geplant

Wie eine Bosch-Sprecherin auf dpa-Nachfrage bestätigt, sollen die Arbeitsplätze in der Antriebssparte wegfallen - die Segmente Verwaltung, Vertrieb und Forschung müssen sich 2020 und 2021 auf diese Kürzungen einstellen. Der SWR berichtet weiter, dass am Montag bereits alle Mitarbeiter informiert worden seien, am Dienstag wurden die Pläne auf Betriebsversammlungen diskutiert.

Um Kündigungen zu vermeiden, favorisiere Bosch eine Verkürzung der Arbeitszeit - und zwar auf 35 Stunden pro Woche. So könnten bereits etwa 500 Arbeitsplätze eingespart werden. Die IG Metall Stuttgart und IG Metall Baden-Württemberg fordern den Automobilzulieferer dazu auf, die kommenden Veränderungen gemeinsam anzugehen anstatt Personal abzubauen.

Diesel-Affäre und Automobilkrise - auch Heilbronner Region betroffen

In einem Verfahren zum Abgas-Skandal weigerte sich Bosch laut einem Spiegel-Bericht im Mai letzten Jahres, dem zuständigen Landgericht Einsicht in Dokumente zu geben. Auch Heilbronn wurde Anfang des Jahres endgültig von der Dieseldebatte erreicht: Ein Brief des Kraftfahrt-Bundesamts forderte Diesel-Besitzer dazu auf, ihr Fahrzeug einzutauschen.

Auch Audi hat die Krise schwer getroffen. Die Produktion wurde im Werk in Neckarsulm gedrosselt. Das bedeutet auch für dieAudi-Zulieferer Probleme.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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