Mieser Trickbetrug in Besigheim

21-Jähriger bringt Oma um riesige Summe – unerwartetes Happy End

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Ein 21-Jähriger hat in Besigheim mittels Trickbetrug eine riesige Summe Geld von einer Seniorin erbeutet. Dank der Polizei gab es für die Oma ein unerwartes Happy End.

Es passiert andauernd: Trickbetrüger geben sich als ein Verwandter aus, behaupten, sie bräuchten dringend Geld für etwas und sind kurze Zeit später mit der Beute über alle Berge. Nun ist genau das einer Seniorin in Besigheim (Kreis Ludwigsburg) passiert – sie ist auf die miese Masche eines dreisten Trickbetrügers hereingefallen.

Eine bislang noch unbekannte Täterin hatte sich nach Auskunft der Polizei vom Mittwoch bei einer Seniorin in Besigheim am Telefon als ihre Enkelin ausgegeben. Sie sagte am Montag (4. Oktober), sie benötige für einen Hauskauf einen fünfstelligen Betrag. Da sie selbst sich beim Notar befände, könne sie das Geld jedoch nicht persönlich abholen. Ein Mann namens „Herr Bach“ würde sich darum kümmern.

Besigheim: Trickbetrüger ergaunert riesige Summe von Seniorin – unerwartetes Happy End

Daraufhin hob die Seniorin eine riesige Summe Geld bei ihrer Bank ab – 40.000 Euro – und ging damit nach Hause. Der 21 Jahre alte Tatverdächtige klingelte an ihrer Haustür, die Seniorin übergab ihm daraufhin das Bargeld. Normalerweise endet die Geschichte an dieser Stelle damit, dass der Betrug kurze Zeit später auffällt, der Täter bis dahin allerdings mit dem Geld bereits über alle Berge ist.

Doch die Seniorin aus Besigheim hatte wahnsinniges Glück im Unglück: Die Kriminalpolizei war bereits an dem Mann dran und hatte schon einen Hinweis. Der 21-Jährige konnte verhaftet und die Beute in Höhe von 40.000 Euro sichergestellt werden.

Seniorin wird Opfer von Trickbetrüger – so handeln Sie richtig

Anfang 2020 hat eine 94-Jährige aus Heilbronn einen Trickbetrüger sofort erkannt, sie alarmierte die Polizei und der Betrüger konnte geschnappt werden. Weniger glimpflich ging es Ende 2020 für mehrere Rentner aus: Täter erbeuteten insgesamt 45.000 Euro und sind damit untergetaucht. Damit Senioren vorbereitet sind und nicht so leicht auf fiese Betrugsmaschen hereinfallen, hat der Weiße Ring ein paar Tipps veröffentlicht, wie sich geschützt werden kann:

  • Wenn eine unbekannte Nummer anruft, melden Sie sich nur mit „Hallo“, nicht mit ihrem Namen.
  • Wenn sich jemand als Verwandter ausgibt, erfragen Sie etwas, das nur diese Person wissen kann. Haben Sie generell Zweifel an der Identität des Anrufers, legen Sie auf und rufen den Verwandten unter der Ihnen bekannten Nummer selbst an. Bei Ratespielchen („Rate mal, wer dran ist!“) sollten Sie auf keinen Fall mitmachen und Namen nennen.
  • Legen Sie bei unerwünschten/unbekannten Anrufen sofort auf. Lassen Sie sich auf keine Diskussion ein. Notieren Sie sich, wenn möglich, die Rufnummer.
  • Geben Sie niemals private Informationen an Fremde über sich am Telefon preis. Telefonbetrüger verschaffen sich während des Gesprächs äußerst versiert Informationen über Sie, Ihr Umfeld und Ihre finanziellen Verhältnisse.
  • Grundsätzlich sollten Sie Angebote, die Sie nicht angefordert haben, ablehnen – besonders am Telefon.
  • Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen, die ein Verwandter telefonisch angekündigt hat. Offizielle Stellen, zum Beispiel das Ordnungsamt oder die Staatsanwaltschaft, fordern niemals telefonisch zur Zahlung eines Geldbetrages oder Bußgeldes auf.
  • Banken und offizielle Stellen bitten Sie grundsätzlich nicht um die Herausgabe von Geheimnummern/PINs oder Passwörtern. Geben Sie diese niemals telefonisch oder schriftlich an Dritte weiter.
  • Informieren Sie die Polizei, wenn Ihnen die Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt, und lassen Sie sich nicht einschüchtern.

Betrüger bedienen sich immer wieder neuen Tricks: Während der Corona-Pandemie haben Trickbetrüger die Angst vor dem Coronavirus ausgenutzt. Allgemein werden Betrüger immer raffinierter. echo24.de* verrät, zu welchen miesen Tricks Betrüger greifen.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa

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