Jens Wawrczeck ist die Stimme von Peter Shaw in den „Die drei Fragezeichen“-Hörspielen

Kultiger Gast in Neckarsulm: Diese Stimme kennt jeder

  • Daniel Hagmann
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Am Donnerstag werden bei Audi in Neckarsulm „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock lebendig. Wer die Stimme des Sprechers hört, bekommt sofort Jugenderinnerungen.

Auch wem sein Name nicht geläufig ist – die Stimme von Jens Wawrczeck hat so gut wie jeder schon gehört. Seit 40 Jahren spricht er die Figur Peter Shaw in „Die drei Fragezeichen“ – der erfolgreichsten Hörspielserie der Welt. Am kommenden Donnerstag, 15. Oktober, kommt der 57-Jährige mit seiner Veranstaltungsreihe „Hitch und ich“ aufs Werkgelände von Audi in Neckarsulm und liest ab 20 Uhr aus der Textvorlage für Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ vor. echo24.de-Redakteur Daniel Hagmann hat sich mit dem Schauspieler und Sprecher über Hitchcock, bedrohliche Atmosphäre und „Die drei Fragezeichen“ unterhalten.

Was verbindet Sie mit Alfred Hitchcock?
Jens Wawrczeck: Hitchcock hat mich immer fasziniert. Schon als ich mit zwölf Jahren zum ersten Mal einen seiner Filme gesehen habe. Ich habe mich immer gefragt, was ihn inspiriert hat – bis ich darauf gestoßen bin, dass viele seiner Filme auf literarischen Vorlagen basieren. Da habe ich begonnen, viele dieser Texte einzulesen und auf meinem Hörbuchlabel zu veröffentlichen. Ein großer Spaß!
Was macht „Die Vögel“ so besonders?
Wawrczeck: Im Publikum heißt es oft, die Geschichte von Daphne du Maurier sei noch klaustrophobischer als der Film. Zudem findet der erste Vogel-Angriff früh, nach etwa 20 Sätzen, und nicht erst nach 30 Filmminuten statt. Die Bedrohung ist allgegenwärtig, aber lässt sich kaum fassen. Die Leute wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Das hat Parallelen zur aktuellen Coronavirus-Situation.
Wie sind Sie bei der Wahl der Textpassagen vorgegangen?
Wawrczeck: Da die Original-Textvorlage nicht sehr lang ist, musste ich sie für mein Programm - wie etwa bei der Lesung bei Audi in Neckarsulm - kaum kürzen.

Audi in Neckarsulm: Sprecher von „Die drei Fragezeichen“ zu Gast

Wie schaffen Sie es, die bedrohliche Stimmung auf die Bühne zu transportieren?
Wawrczeck: Ich sehe mich als Medium des Texts und versuche, diesen durch mich wirken zu lassen. Ich lese etwa bei Audi in Neckarsulm nicht vor, sondern stehe als Schauspieler auf der Bühne. Dadurch entsteht bei „Die Vögel“ eine andere Intensität. Zudem begleitet mich bei dem Programm der Musiker Jan-Peter Pflug am Theremin. Das ist ein Instrument, bei dem allein durch Bewegung Töne erzeugt werden. Auch schwer zu fassen, aber es schafft eine sehr dichte Atmosphäre, bis hin zu täuschend echten Vogelstimmen.
Entspricht die Figur Peter Shaw auch am ehesten Ihrem persönlichen Naturell oder sehen Sie sich in Justus oder Bob besser widergespiegelt?
Wawrczeck: Mit Peter Shaw habe ich genauso viel gemeinsam wie mit anderen Rollen, die ich spreche. Natürlich wissen die Autoren, wie wir sprechen – und schreiben dementsprechend ihre Texte. Toll an Peter finde ich, dass er oft ängstlich ist. Bei ängstlichen Situationen kann man als Sprecher aus dem Vollen schöpfen.

Rubriklistenbild: © Christian Hartmann

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