Haarschnitt für umme

Diese Friseur-Engel machen sich für Obdachlose stark

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Daniela Flohr aka "Hope" mit einer "Barber Angels Brotherhood"-Kollegin.
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Für Bedürftige zieht die "Barber Angels Brotherhood" von Stadt zu Stadt.

"Welche Frisur darf's denn sein?" Daniela Flohr begrüßt ihren Kunden mit einem freundlichen Lächeln. Hier und da fallen die Haare ab. Dann wird noch die Mähne zurecht gestylt - et voilà: Fertig ist der Look! Ein ganz normaler Kundenbesuch - nur heute zahlt ihr Gast nicht. Und das hat auch einen besonderen Grund.

Daniela Flohr aka "Hope" aus Schnelldorf ist eine der zehn Gründungsmitglieder der "Barber Angels Brotherhood" (Bruderschaft der Friseur-Engel). Das sind mehr als 50 professionelle Figaros aus ganz Deutschland, die Obdachlosen und anderen armen Menschen gratis die Haare schneiden.

Zusammen mit ihren Barber-Engeln hat sie sich zur Aufgabe gemacht, Bedürftigen durch eine anständige Frisur Selbstbewusstsein und Würde zurückzugeben - wichtige Eigenschaften, mit denen sie vielleicht wieder Fuß in der Gesellschaft fassen können. "Es gibt in Deutschland genug Armut. Ich wollte schon immer ehrenamtlich tätig sein. Und das kann ich mit meinem erlernten Handwerk."

Diese Friseur-Engel machen sich für Obdachlose stark

Auf finanziellen Lohn verzichtet die 27-Jährige. "Der beste Lohn ist der Vorher-/Nachher-Vergleich und die Dankbarkeit der Menschen, die sich keinen Haarschnitt leisten können. Da geht mir immer das Herz auf." Dass der Job nicht immer einfach ist, nimmt die ehrenamtliche Helferin gerne in Kauf: "Man braucht ein dickes Fell für die Arbeit. Die Schicksale der Menschen sind oft traurig. Ich fühle da mit. Aber mein Beruf ist meine Leidenschaft, mein Hobby. Ich könnte immer und überall eine Schere bei mir tragen."

Seit der Gründung im November vergangenen Jahres besuchen die Clubmitglieder einmal im Monat - auf eigene Kosten - in einer größeren Stadt in 5er- oder 10er-Teams ein Heim für Wohnungslose und arbeiten dort gratis. Die Engel waren für Obdachlose schon in Köln, München, Bonn und Lahr im Schwarzwald unterwegs. Zuletzt waren die "Barber Angels" in Stuttgart im Einsatz. "Wir möchten auch kleinere Städte ansteuern", sagt Flohr.

Spenden Sie?

Hope - das ist ihr "Barber Angels"-Nickname - arbeitet selbst in Crailsheim. Für Hohenlohe und Heilbronn sind auch schon Aktionen geplant. "Die Planungen laufen schon. Wir sind gerade dabei zu checken, welche Location es wird." Dafür braucht die "Barber Angels Brotherhood" aber noch Unterstützung. Die "Engel mit den Scherenhänden" hoffen, dass sich in nächster Zeit noch viel mehr Friseure der Initiative anschließen. "Wir könnten Helfer brauchen, der Bedarf ist enorm", erklärt Flohr.

Wer sich über die "Barber Angels Brotherhood" informieren oder sich anschließen möchte, findet hier mehr Informationen.

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