Häufige Verwechslungen

So oft wurde 2018 bislang ein Wolf in Baden-Württemberg gesehen - und so oft war es tatsächlich einer

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Der Wolf ist zurück in Baden-Württemberg. Die vermeintlichen Sichtungen unterscheiden sich aber von der Realität.
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Die Rückkehr des Wolfs ist besonders seit 2017 ein großes Thema. Das lässt sich an kuriosen Zahlen zu Sichtungen in Baden-Württemberg feststellen.

Problem-Wolf, ja oder nein? Gefährlich, ja oder nein? Schützenswert, ja oder nein? Seit 2017 werden diese und andere Fragen nicht nur in Baden-Württemberg heiß diskutiert. Denn: Die Zahl vermeintlicher Sichtungen steigt. Kurios ist allerdings, dass die erste Frage eigentlich lauten müsste: "Wolf, ja oder nein?" Nicht selten, steckt hinter dem angeblichen Wolf nämlich ein anderes Tier.

Der Wolf in Baden-Württemberg: Zahl der Sichtungen steigt massiv

Seit etwa einem Jahr nehmen die Meldungen von angeblich gesehenen Wölfen bei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) massiv zu. 2016 waren es gerade einmal 120, 2017 schon 310. 2018 gab es allein 457 angebliche Sichtungen nur bis Ende September. Doch die steigenden Zahlen spiegeln die Realität nicht wieder.

"Es gibt da eine sehr starke Diskrepanz", sagte Johannes Erretkamps, Wildtierökologe beim FVA. Hunderten Hinweisen stünden demnach nur wenige Dutzend gesicherte Nachweise gegenüber. Nur bei 23 der Meldungen aus 2018 konnte demnach eindeutig ein Wolf nachgewiesen werden. 217 Hinweise blieben unbestätigt, 106 stellten sich als Falschmeldungen heraus.

Baden-Württemberg: Häufige Verwechslung von Wolf und Hund

"Wenn jemand anruft: 'Ich habe heute Morgen einen Wolf im Scheinwerferlicht gesehen', dann ist das kein gesicherter Nachweis", sagte Erretkamps. "Die Verwechslungsgefahr mit großen Hunden ist da einfach sehr groß." Der Experte rät, schnell das Handy zu zücken und Bilder zu machen - "dann können wir das überprüfen". Eine zweifelsfreie Bestätigung können auch genetische Untersuchungen von Kot, Urin sowie Speichelproben an Kadavern gerissener Tiere liefern. Anders als bei Fotos oder Videos ist es für die Fachleute dann auch möglich, einzelne Wölfe voneinander zu unterscheiden.

In Baden-Württemberg ist nach Zahlen des Umweltministeriums bislang nur ein einziger Wolf sesshaft geworden - im Nordschwarzwald. Fünf weitere wurden seit 2015 auf Wanderungen erfasst oder tot aufgefunden. Die Zahl ist überschaubar - das Thema laut Erretkamps hingegen sehr präsent in den Medien: "Wenn gerade ein Artikel erschienen ist, haben wir in der nächsten Woche besonders viele Meldungen."

Wolf reißt im Schwarzwald Schafe: 40 Tiere verenden in Bad Wildbad

Für Schlagzeilen hatte zum Beispiel Ende April der Wolf aus dem Schwarzwald gesorgt: Nach einer Attacke auf eine Schafherde in Bad Wildbad waren in einer Nacht mehr als 40 Tiere gestorben. "Wenn ein neuer Wolf auftaucht, bekommen wir das superschnell mit", erklärte Erretkamps. Trotz aller Falschmeldungen und Unsicherheit - dass man in Baden-Württemberg dennoch jederzeit mit Sichtungen rechnen kann, betonte der Wildtierökologe ebenfalls. "Der Wolf kommt langsam zurück."

dpa

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