Nicht nur in den Großstädten zeigt sich das grausame Gesicht der Wohnungsnot

Das Drama geht weiter: Wird Mutter mit ihren Kindern bald obdachlos?

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In einer solchen Obdachlosenunterkunft könnte eine alleinerziehende Mutter aus Sachsenheim bald landen (Symbolbild).
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In Sachsenheim droht einer alleinerziehenden Mutter mit zwei pflegebedürftigen Kindern der Rausschmiss aus der Wohnung. Die Situation ist unverändert dramatisch.

+++ Update 23. Mai: Die Situation ist verfahren +++

Im Fall der alleinerziehenden Mutter aus Sachsenheim im Landkreis Ludwigsburg hat sich immer noch nichts getan. Wie die Bietigheimer Zeitung berichtet, kann sie praktisch jeden Tag aus der Wohnung geworfen werden. Der vom Gericht festgelegte Räumungstermin war der 30. April. Eine schnell eingereichte Verlängerung der Frist wurde bei Gericht abgelehnt.

Theoretisch könnte jetzt immer der Gerichtsvollzieher vorbeikommen und die Mutter mit ihren beiden Kindern aus der Wohnung werfen. Deshalb hat ihre Anwältin nun einen Vollstreckungsschutz beantragt, damit sie nicht von heute auf morgen auf der Straße steht. Ob das Gericht diesen allerdings gibt, ist fraglich. Schon vorher hatte das Gericht kein Verständnis für die schwierige Lage der Mutter gezeigt.

Falls sie nun rausgeworfen wird und in ein Obdachlosenheim der Stadt Ludwigsburg muss, könnte das Jugendamt ihr die Kinder wegnehmen.

+++ Ursprungsmeldung 28. April: Mutter und ihren zwei Kindern droht Obdachlosigkeit +++

Wohnungsmangel ist nicht nur in Großstädten ein Problem. Auch hier in der Region hört und liest man immer wieder von unfassbaren Mietpreisen. Doch eine Geschichte aus Sachsenheim im Landkreis Ludwigsburg schlägt dem Fass den Boden aus: Eine Alleinerziehende Mutter mit zwei pflegebedürftigen Kindern steht vor dem Ruin, wie die Bietigheimer Zeitung berichtet.

Aus der Wohnung soll die alleinerziehende Mutter mit ihren Kinder am 30. April ausziehen

Sie soll bereits am kommenden Dienstag aus ihrer Wohnung ausziehen in der sie seit neun Jahren lebt. Erst vor Kurzem wechselte der Eigentümer der Wohnung. Kurz nach dem Kauf meldete der neue Vermieter Eigenbedarf an. Trotzt intensiver Suche steht die Mutter vielleicht bald auf der Straße. Wenn das so käme, müsste sie in ein Obdachlosenheim. Ihre beiden Kinder kämen dann in Pflegefamilien. "Wir wissen nicht mehr weiter", sagte die Mutter der Bietigheimer Zeitung. 

Trotz Unterstützung der Wohnungslosen Hilfe Ludwigsburg und unzähligen Annoncen und Bewerbungen auf Wohnungsanzeigen hat sich für die Mutter bisher nichts ergeben. Der Fall war auch schon vor Gericht. Dort hatte man sich darauf geeinigt, dass die Mutter zum 30. April aus der Wohnung ausziehen solle. Aber keine andere Wohnung ist in Sicht. Was jetzt?

Vor Gericht: Drei Monate seien genug Zeit um eine Wohnung zu finden

Die Anwältin der alleinerziehenden Mutter hat eine Verlängerung der Räumung beantragt, aber bis jetzt noch nichts vom Gericht gehört. Doch ob das funktionieren wird, ist fraglich. Denn die alleinerziehende Mutter erzählte, dass der Richter bei der Verhandlung damals bereits gesagt habe, dass sie doch schließlich drei Monate Zeit habe, um etwas zu finden. Bei einer solch angespannten Wohnungslage ist diese Einschätzung schon fast zynisch.

Doch auch in Heilbronn und Umgebung ist der Wohnungsmarkt sehr angespannt. Wohnungsangebote in den Sozialen Medien mit Preisen wie "1056 Euro Warmmiete für eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 40 Quadratmetern" sind keine Seltenheit.

Auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnte bei der offiziellen Eröffnung der Buga: "Wir müssen verhindern, dass unsere Städte zum sozialen Kampfplatz für bezahlbaren Wohnraum werden." Im Fall der alleinerziehenden Mutter scheint der Kampf bereits begonnen zu haben.

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