Vor allem Schausteller hängen in der Luft

Sind Weihnachtsmärkte 2020 doch möglich? Das sagt die Landesregierung

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Tobias Becker
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  • Simon Mones
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In Baden-Württemberg könnten Weihnachtsmärkte und Fasching ausfallen. Einige Veranstaltungen sind schon abgesagt. Aber noch scheint Hoffnung zu bestehen.

  •  Das Coronavirus bedeutet in Heilbronn und der Region das Aus für viele Feste.
  • Weihnachtsmärkte und Fasching stehen wegen des Coronavirus auf der Kippe stehen.
  • Sozialminister Manne Lucha dämpft die Hoffnung auf große Märkte zum Jahresende in Baden-Württemberg.

Coronavirus Baden-Württemberg: Finden Weihnachtsmärkte 2020 doch statt?

Update 21. Juli: Auch wenn in den vergangenen Sommerwochen in Baden-Württemberg immer mehr möglich ist und die Coronavirus-Regeln gelockert wurden: Normal ist derzeit nichts. Und stets gilt zu bedenken: Covid-19 ist immer noch ein Thema - und Szenen, wie am vergangenen Wochenende am Breitenauer See im Landkreis Heilbronn, als sich 10.000 Badegäste auf vergleichsweise engem Raum tummelten und das Abstandhalten kaum möglich war, sind gesundheitlich alles andere als ungefährlich. Noch ist unklar, wie sich die Situation um Sars-CoV-2 in den kommenden Monaten entwickelt und was im Laufe des Jahres in Sachen Veranstaltungen noch möglich sein wird. Aber: Das Land Baden-Württemberg hat etwa Weihnachtsmärkte noch nicht komplett abgeschrieben.

Einige Kommunen in Baden-Württemberg haben Weihnachtsmärkte zwar schon abgesagt, allerdings arbeitet das Wirtschafts- und das Sozialministerium von Baden-Württemberg derzeit an Regeln, wie Weihnachtsmärkte und mobile Freizeitparks zum Jahresende doch noch für Vergnügen sorgen können. Zuvor hatte unter anderem Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis seinen Weihnachtsmarkt wegen der Coronavirus-Regeln abgesagt. Der "Käthchenweihnachtsmarkt" in Heilbronn ist noch nicht abgesagt - er soll vom 24. November bis zum 22. Dezember stattfinden, auch wenn sich die Stadt Heilbronn in aller Deutlichkeit ein kurzfristiges Canceln der Veranstaltung in der Innenstadt vorbehält - je nach der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie.

Aus für Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg? Schausteller machen auf ihre Lage aufmerksam

Vor allem Schausteller sorgen sich um die bislang noch ausbleibende Perspektive für die Herbstfeste und Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg. Zu den meisten Veranstaltungen lägen Hygienekonzepte vor, aber die Landesregierung komme der Branche nicht entgegen. "Wenn wir die Aussicht auf die Märkte hätten und zudem die Zusage für die 20 Herbstfeste in Baden-Württemberg, dann wäre das schon mal ein Anfang", sagte der Vorsitzende des baden-württembergischen Schaustellerverbandes, Mark Roschmann. Bislang gilt ein Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober. Am kommenden Donnerstag werden rund 1.000 Schausteller bei einer Kundgebung in Stuttgart erwartet, während der sie auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen.

Manne Lucha, Sozialminister von Baden-Württemberg, hat die Hoffnung auf Weihnachtsmärkte in Zeiten der Coronavirus-Pandemie allerdings gedämpft und Vorsicht bei Großveranstaltungen angemahnt. "Wir können derzeit nichts tun, was wir nachher nicht nachvollziehen können", sagte Lucha, wie die dpa berichtet. Die Frage nach den Weihnachtsmärkten müsse zwar entschieden werden, weil auch die Schausteller Planungssicherheit bräuchten. Es sei aber dringend notwendig, stets die Wege der Besucher und deren Kontakte nachvollziehen zu können. "Märkte zum Beispiel in der Stuttgarter Innenstadt werden wir in dieser Form nicht durchführen können", sagte Lucha.

Coronavirus Baden-Württemberg: Aus für Weihnachtsmarkt?  Facebook-Nutzer gespalten!

Update 24. Mai: Während Bodo Ramelow in Thüringen bereits am 6. Juni die Corona-Beschränkungen aufheben will, wurde in Erkelenz bereits die Karnevals-Session 2020/21 komplett abgesagt. Entsprechende Maßnahmen drohen auch den Faschingsveranstaltungen und Weihnachtsmärkten in Baden-Württemberg, wie Gesundheitsminister Manne Lucha durchblicken lies.

Auf der echo24.de-Facebook-Seite wurde heftig darüber diskutiert, denn auch nach den zahlreichen Lockerungen, sehen viele Menschen die Maßnahmen kritisch -in Stuttgart gab es am Wochenende wieder zahlreiche Demonstrationen - und sprechen von einer vorschnellen Entscheidung die Weihnachtsmärkte bereits jetzt abzusagen. "Jetzt gehen Tradition kaputt, aber in Urlaub fahren dürfen wir wie passt das zusammen", schreibt ein Nutzer auf der Plattform.  Ein anderer findet: "Vor ein paar Wochen hieß es noch, kein Urlaub, kein Freibad, keine Cafés! Mal abwarten!" Bereits ab dem 1. Juni sollen in Baden-Württemberg bereits wieder kleine Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern möglich sein.

Coronavirus Baden-Württemberg: Verständnis für Absage von Fasching und Weihnachtsmärkten

Doch es gibt auch zahlreiche Nutzer die Verständnis dafür zeigen, dass Fasching und Weihnachtsmärkte wegen des Coronavirus abgesagt werden könnten. "Ist halt mal so, es geht auch mal ohne Weihnachtsmärkte und Fasching", schreibt eine Nutzerin auf Facebook. Eine andere Nutzerin glaubt, dass es in diesem Jahr keine Veranstaltungen mehr geben wird: "Ich glaube auch, dass es wohl so kommen wird. Das Aus für viele Feste dauert bestimmt bis 2021!"

Manche Nutzer sind gar fassungslos von der Reaktionen auf das drohende Aus von Weihnachtsmärkten und Co. Eine Facebook-Nutzerin findet daher: "Was ist das denn schon für ein Opfer und angeblicher Freiheitsverlust gegenüber einer Familie mit kleinen Kindern, in der der Vater gestorben ist!" Einige Nutzer, nehmen die, ganze aber  Sache mit Humor: "Und im nächsten und übernächsten Jahr werden Weihnachtsmärkte und Fasching vorsichtshalber auch abgesagt." 

Wegen Coronavirus: Fallen Weihnachtsmarkt und Fasching aus?

Erstmeldung vom 23. Mai: Das Coronavirus breitet sich zwar nur noch langsam aus, aber: Es gibt dennoch täglich neue Infizierte, die das baden-württembergische Gesundheitsministerium vermeldet. Trotzdem: Die Zahlen sind aktuell stabil und das soll auch so bleiben. Von einer Normalität in naher Zukunft, ist jedoch noch keine Spur zu sehen. So könnte es nun sogar passieren, dass Heilbronn und die Region auf Weihnachtsmärkte und Co. verzichten muss. 

Diese Einschätzung teilte Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha gegenüber dem "Badischen Tageblatt" mit. Lucha: "Solange es keinen Impfstoff gibt, werden wir auf vieles verzichten müssen." Und konkreter: "Auf enge Milieus, auf Gedränge, auf alles, wo es feucht und fröhlich zugeht, also auf Oktober-, Volks- und andere Festen. Und zwar über den Herbst hinaus." 

Die romantischen Fachwerkhäuser der Bad Wimpfener Altstadt sind die perfekte Kulisse für den Altdeutschen Weihnachtsmarkt - auch in diesem Jahr?

Bereits das Cannstatter Volksfest und das Frühlingsfest wurden in diesem Jahr abgesagt, auch in Heilbronn und der Region, wie das Heilbronner Weindorf, wurden viele Feste wegen des Coronavirus abgesagt. Nun droht also auch den Weihnachtsmärkten und sogar Fasching das Aus.

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